Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon Wolli » Mi 14. Sep 2011, 09:41

Riddler hat geschrieben:Aber verschone bitte wenigstens diesen thread mit dem HWS-schen Chess960-Allheilmittel-Gebrabbel.


Ganz schön aggressiv, oder?

Na jedenfalls unterstützt der Artikel, den hier jemand im Chat verlinkt hat, ja die Aussage, daß es keinen solchen Remistod aktuell gibt.
http://www.chessbase.com/newsdetail.asp?newsid=7499

Was ich meinte, war eher mit meiner persönlichen Langeweile an den Topspielen in der Eröffnung verbunden. Und ich bin mir sicher, daß nur sehr wenige die Spiele vor dem Mittelspiel ernsthaft ansehen/analysieren. Deswegen bis dahin Langeweile und die von mir genannte Alternative.
Riddler, hast Du Chess960 eigentlich schon mal probiert?

Mit freundlichen Grüßen

Wolli
Zuletzt geändert von Wolli am Mi 14. Sep 2011, 09:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon stoppelhoppler » Mi 14. Sep 2011, 09:43

Wolli hat geschrieben:...
Es sehen sicher einige nicht gern, aber der einfachste Weg, das dauerhaft zu umgehen, ist Chess960. Und die, die das strikt ablehnen, sollten sich mal fragen, warum sie das tun. Keine Lust auf richtiges Schach ab dem 1. Zug? ...


Das traditionelle europäische Schach einschl. seiner Eröffnungstheorie, die auch sehr viel zum Verständnis der Spielstrategien des Spiels insgesamt beitragen, ist für mich ein Kulturgut.
Da ich das Spiel, so wie es ist, für mich interessant und immer noch "unfaßbar" finde, werde ich mich der Variante nicht zuwenden.

Wer meint, 960 sei richtiges Schach, der sollte erst einmal zeigen, daß er das klassische Schach wirklich verstanden und "gelöst" hat. Zu richtigem Schach gehört auch Wissen und Erforschung von Eröffnungsmethoden, die nach etlichen Jahrhunderten, intensiver erst seit knapp 200 Jahren, teilweise eine beachtliche Tiefe erreicht haben, aber bei Weitem noch nicht ausgelutscht sind.

Bei vielen Bindfadeneröffnungen sind "wir" nach 50 Jahren 1-2 Halbzüge weiter und die Bewertung des Aufbaus beider Seiten ist immer noch schemenhaft.
In einigen Stellungen beginnen die Spieler heute auch schon da zu spielen, wo es vor 50 Jahren losging. Man ist immer noch im Versuchsstadium ohne gesicherte Erkenntnisse. Und einige Erkenntnisse werden hin und her revidiert. Manchmal in tagen, manchmal in Jahr(zehnt)en, von Plus nach Minus und umgekehrt.

Mancher, der für 960 plädiert, kommt im klassischen Schach nicht weiter, weil er eben nicht die Voraussetzungen, die Energie und den Zeitvorrat wie andere hat.
Dann wird dann gern 960 vorgeschlagen, um das Handicap auszugleichen. Erstaunt werden manche feststellen, daß sie immer noch ein Handicap trotz 960 haben.
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon Wolli » Mi 14. Sep 2011, 09:58

stoppelhoppler hat geschrieben:Wer meint, 960 sei richtiges Schach, der sollte erst einmal zeigen, daß er das klassische Schach wirklich verstanden und "gelöst" hat.

Diesen wissenschaftlichen Anspruch habe ich nicht, ich möchte gern Spaß haben und gewinnen.

stoppelhoppler hat geschrieben:Zu richtigem Schach gehört auch Wissen und Erforschung von Eröffnungsmethoden, die nach etlichen Jahrhunderten, intensiver erst seit knapp 200 Jahren, teilweise eine beachtliche Tiefe erreicht haben, aber bei Weitem noch nicht ausgelutscht sind.

Bei vielen Bindfadeneröffnungen sind "wir" nach 50 Jahren 1-2 Halbzüge weiter und die Bewertung des Aufbaus beider Seiten ist immer noch schemenhaft.
In einigen Stellungen beginnen die Spieler heute auch schon da zu spielen, wo es vor 50 Jahren losging. Man ist immer noch im Versuchsstadium ohne gesicherte Erkenntnisse. Und einige Erkenntnisse werden hin und her revidiert. Manchmal in tagen, manchmal in Jahr(zehnt)en, von Plus nach Minus und umgekehrt.

Und genau das ist es, was Schach so frustrierend machen kann. Für wen ist das wirklich relevant?


stoppelhoppler hat geschrieben:Mancher, der für 960 plädiert, kommt im klassischen Schach nicht weiter, weil er eben nicht die Voraussetzungen, die Energie und den Zeitvorrat wie andere hat.

Das stimmt genau.

stoppelhoppler hat geschrieben:Dann wird dann gern 960 vorgeschlagen, um das Handicap auszugleichen. Erstaunt werden manche feststellen, daß sie immer noch ein Handicap trotz 960 haben.

Das Gegenteil ist der Fall (bei mir). Ich mag Mittel- und Endspiele.

Mit freundlichen Grüßen

Wolli
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon stoppelhoppler » Mi 14. Sep 2011, 10:18

Wolli hat geschrieben:...
Diesen wissenschaftlichen Anspruch habe ich nicht, ich möchte gern Spaß haben und gewinnen.

Und genau das ist es, was Schach so frustrierend machen kann. Für wen ist das wirklich relevant?...


Das ist schön, Wolli. Andere wollen das zumeist auch. Es gibt aber noch mehr Facetten.
Manche wollen etwas Neues entdecken oder etwas Altes verbessern.
Da ist immer die bisherige Basis die Grundlage.

Und wenn man die Basis fast ins Unendliche ausdehnt, dann sehen diese Leute zu Recht den Zweck und den Nutzen ihrer Pionierarbeiten und der Pionierarbeiten anderer verloren.
Ist ganz so, als würde man in wissenschaftlichen Gebieten auf einmal groß streichen und sagen, hier wird nicht mehr geforscht oder nur mit deutlich reduziertem Aufwand (damit man anderswo mehr Spaß haben kann). Wenn es dafür keine gute Begründung gibt, dann wirst Du Antworten in der Art von Riddler erhalten und ich schließe mich dieser im Tenor an.

Du möchtest im Schach gewinnen und hast als Basis Mittelspiel und Endspielwissen und -können entsprechend Deinen Interessen und Deinem Spaß. Das kann ich gut nachvollziehen. Meine Interessen liegen auch weniger in der Eröffnung.
Trotzdem möchte ich Schach nicht verändert wissen, weil ich bei meiner bescheidenen Spielstärke mit dem rudimentären Eröffnungswissen trotzdem spielbare Stellungen erhalte, die mich fordern.
Das möchte ich nicht missen, indem ich bei 960 nach 4-5 Halbzügen schon irgendetwas eingestellt habe. Dafür reicht meine Energie tatsächlich nicht mehr aus, bereits mit dem 1. Zug eigenständig schachlich denken zu müssen und nicht auf Wissen zurückgreifen zu können. Mit dem 8.-10. Zug wäre ich dann wohl leer im Kopf für das Mittelspiel. Vom Endspiel gar nicht zu reden.

Du siehst Wolli, die Interessen und der Spaß sind recht vielfältig, und Du wirst einige spieler finden, mit denen Du 960 spielen kannst. Höchstwahrscheinlich nicht mit riddler und mir. :lol:
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon Lestat » Mi 14. Sep 2011, 10:22

Spiels, wenn es Dir Spaß macht.
Aber verschone bitte wenigstens diesen thread mit dem HWS-schen Chess960-Allheilmittel-Gebrabbel.

Bitte ein wenig auf den tonfall achten, jeder hat das recht seine meinung zu sagen!
e^(i*pi) + 1 = 0

What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon Orang_Utan » Mi 14. Sep 2011, 10:27

Wolli hat geschrieben:Es sehen sicher einige nicht gern, aber der einfachste Weg, das dauerhaft zu umgehen, ist Chess960. Und die, die das strikt ablehnen, sollten sich mal fragen, warum sie das tun. Keine Lust auf richtiges Schach ab dem 1. Zug?


Ich bin mit klassischen Ansätzen im Schach groß geworden, d.h. das Spiel ist in drei Phasen (Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel) aufgeteilt. Diese gibt es bei Chess960 selbstverständlich auch, aber klassisches Schach ist dort nur 1 von 960 Startaufstellungen. Das ist mir zu dürftig. Und langweilige Eröffnungen auf 2700+ Ebene sind für mich nicht wirklich am eigenen Brett relevant. Da kommen immer andere und spannende Sachen heraus. Ich spiele Chess960 gerne, aber für mich ist es Variante wie Tandem, Räuberschach, usw.

Ich persönlich analysiere gerne Eröffnungen. Zur Zeit wesentlich mehr als Mittel- und Endspiele zusammen. ;)
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Re: Remistod - Dichtung oder Wahrheit?

Beitragvon Riddler » Mi 14. Sep 2011, 10:43

Bitte ein wenig auf den tonfall achten, jeder hat das recht seine meinung zu sagen!


Seine Meinung habe ich ihm nicht abgesprochen und die meinige zum Ausdruck gebracht.

Ganz schön aggressiv, oder?

Na jedenfalls unterstützt der Artikel, den hier jemand im Chat verlinkt hat, ja die Aussage, daß es keinen solchen Remistod aktuell gibt.
http://www.chessbase.com/newsdetail.asp?newsid=7499

Was ich meinte, war eher mit meiner persönlichen Langeweile an den Topspielen in der Eröffnung verbunden. Und ich bin mir sicher, daß nur sehr wenige die Spiele vor dem Mittelspiel ernsthaft ansehen/analysieren. Deswegen bis dahin Langeweile und die von mir genannte Alternative.
Riddler, hast Du Chess960 eigentlich schon mal probiert?

Mit freundlichen Grüßen


Meine Antwort auf Deinen Beitrag mag etwas zu aggressiv rübergekommen sein, sorry deswegen.
Mir geht es halt einfach auf den Zeiger, dass in jeder Diskussion über das klassische Schach irgendjemand unausweichlich die chess960 Messias-Karte ausspielt. Aber seis drum...

Ich habe schon öfter chess960 gespielt und finde es interessant und nett. Aber es ist halt nur eine Variante des echten Schachs, wie Räuberschach oder Tandem. Und ich sehe einfach nicht ein, für diese Variante mal eben 500 Jahre Schachkultur über Bord zu werfen. Denn wie stoppelhoppler geschrieben hat, hat Schach eben auch einen kultulrellen und auch einen (halb-)wissenschaftlichen Aspekt. Dass Dich das nicht interessiert, ist ja in Ordnung (deshalb auch mein flapsiges "dann spiels"). Andere Leute haben halt im Schach doch andere Prioritäten als "nur" Spiel und Spaß.
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