Wolli hat geschrieben:...
Es sehen sicher einige nicht gern, aber der einfachste Weg, das dauerhaft zu umgehen, ist Chess960. Und die, die das strikt ablehnen, sollten sich mal fragen, warum sie das tun. Keine Lust auf richtiges Schach ab dem 1. Zug? ...
Das traditionelle europäische Schach einschl. seiner Eröffnungstheorie, die auch sehr viel zum Verständnis der Spielstrategien des Spiels insgesamt beitragen, ist für mich ein Kulturgut.
Da ich das Spiel, so wie es ist, für mich interessant und immer noch "unfaßbar" finde, werde ich mich der Variante nicht zuwenden.
Wer meint, 960 sei richtiges Schach, der sollte erst einmal zeigen, daß er das klassische Schach wirklich verstanden und "gelöst" hat. Zu richtigem Schach gehört auch Wissen und Erforschung von Eröffnungsmethoden, die nach etlichen Jahrhunderten, intensiver erst seit knapp 200 Jahren, teilweise eine beachtliche Tiefe erreicht haben, aber bei Weitem noch nicht ausgelutscht sind.
Bei vielen Bindfadeneröffnungen sind "wir" nach 50 Jahren 1-2 Halbzüge weiter und die Bewertung des Aufbaus beider Seiten ist immer noch schemenhaft.
In einigen Stellungen beginnen die Spieler heute auch schon da zu spielen, wo es vor 50 Jahren losging. Man ist immer noch im Versuchsstadium ohne gesicherte Erkenntnisse. Und einige Erkenntnisse werden hin und her revidiert. Manchmal in tagen, manchmal in Jahr(zehnt)en, von Plus nach Minus und umgekehrt.
Mancher, der für 960 plädiert, kommt im klassischen Schach nicht weiter, weil er eben nicht die Voraussetzungen, die Energie und den Zeitvorrat wie andere hat.
Dann wird dann gern 960 vorgeschlagen, um das Handicap auszugleichen. Erstaunt werden manche feststellen, daß sie immer noch ein Handicap trotz 960 haben.