EM 2011 und die Folgen

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EM 2011 und die Folgen

Beitragvon elvis » Sa 12. Nov 2011, 22:58

Gestern um ca. 17:17 Uhr (anderen Quellen zufolge 17:11) wurde die deutsche Mannschaft Schach-Europameister.

Der DSB hofft auf ein Medienecho größer als null und begeistert sich schon mal über eine Seite im ZDF-Videotext. (Schaut irgendjemand ZDF? Und liest gar den Videotext? Egal ...)
(Der DSB-Pressereferent gehört allerdings altersmäßig zur ZDF-Zielgruppe, vielleicht schaut der das wirklich.)
Der WDR hat es in den Radio-Nachrichten gebracht, jedenfalls in WDR 2 (das ist der Kanal, auf dem in NRW die Verkehrsmeldungen laufen, mit relativ großer Reichweite).
Meldungen auf den Online-Seiten einiger Zeitungen und Portale gab es schon am Freitag nach 18 Uhr. Links im Feld. Die FAZ ist dabei, aber Spiegel Online hat anscheinend nichts gemeldet.
Der Deutschlandfunk hatte heute in der Sportsendung viel Zeit (keine Fußball-Bundesliga ...) und ging da auch auf die Schach-EM ein. In der Anmoderation hieß es gleich, dass Schach "viel zu selten" in den Medien vorkommt, dann gab es ein 4:30-Minuten-Interview mit Bundesuwe Bönsch. Der durfte sich dann damit herumschlagen, Schach einem von keinem Vorwissen belasteten Publikum zu vermitteln, und nebenbei auch noch erklären, warum Rusland und die Ukraine nur 5. bzw. 15. geworden sind, und am Ende noch erzählen wie lange er schon beim Schach ist und was sein Vater ihm beigebracht hat ... Das Interview steht jetzt ein paar Tage im Archiv zum nachhören (MP3).
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon klötzchenschieber » Sa 12. Nov 2011, 23:09

T-Online hatte Schach heute morgen als Sportmeldung auf der Titelseite! :!:
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon linkinkev » So 13. Nov 2011, 00:26

Kurz Off-Topic:

(Schaut irgendjemand ZDF? Und liest gar den Videotext? Egal ...)
(Der DSB-Pressereferent gehört allerdings altersmäßig zur ZDF-Zielgruppe, vielleicht schaut der das wirklich.)


Für sowas wie Bundesliga-Tabelle nachschauen, wenn der Weg zum PC grade zu weit erscheint ist der Videotext durchaus gut. :D

On-Topic

Zeitung ist das eine; ich denke/fürchte, dass die meisten so einen Artikel sehen und ihn entweder sofort links liegen lassen oder ihn kurz überfliegen. Die einzigen, die Schach-Artikel wirklich interessiert lesen sind: Schachspieler!

Die einzige Chance wirklich Kapital aus so einem Erfolg zu ziehen, ist meiner Meinung nach, wenn die Spieler zu Talkshows (Stern-TV auf RTL, Jauch, Schöneberger, Maischberger etc.pp. bei den öffentlich-rechtlichen). Hier ist das Publikum größer und es werden eher Leute einen Bericht mit fertig aufbereiteten Interviews und ähnlichem Ansehen, als einen Zeitungsartikel zu lesen.

Fragt sich aber auch, was für den Verband "Kapital ziehen" bedeutet und was es für den gemeinen Vereinsspieler bedeutet.

Für den deutschen Schachbund geht es wohl schlicht und ergreifend um die Findung neuer potenter Sponsoren um die Nationalmannschaft auf diesem Niveau zu stabilisieren/sie zu verbessern. Hier kann man nur einen Absatz aus dem DSB Bericht zitieren:

[...]
Das ist die Schlussstellung, die ebenso Geschichte machen könnte für eine eindrucksvolle Teamleistung, was - sind wir ehrlich - im Vorfeld dieser EM wohl nicht gerade viele Schachfreunde in Deutschland erwartet hatten. Mit diesem unerwarteten aber jederzeit verdienten Titelgewinn, ist nicht nur die Schmach der Schacholympiade 2010 (Platz 64) endgültig vergessen, sondern ich behaupte einmal kühn: Die Schachnation Deutschland hat bewiesen, dass sie zur Weltspitze gehört, wenn das Umfeld stimmt!
[...]


Quelle: DSB

Hier wird darauf abgezielt: Mannschaft erfolgreich => Medienpräsenz => Sponsoren => Mannschaft wird besser trainiert/vorbereitet => Mannschaft erfolgreich => Medienpräsenz => Sponsoren

Man sieht an dieser einfach Gedankenkette aber schon, dass der Casus Knacktus die Medienpräsenz ist um weitere Ziele besser verfolgen zu können. Und ganz ehrlich: Eine Seite im Videotext und 2-3 Zeitungsartikel bringens da nicht. Defacto würde hier langfristig nur wieder eine eigene Schachsendung a la Pfleger/Hort helfen, doch seien wir realistisch: Dazu wird es nicht kommen.

Was mich in der Pressemitteilung des DSB dann etwas irritiert hat, ist folgendes aus der Beglückwünschung durch Präsi Bastian:

[...]
Das Schach ist wieder da! Unsere Spieler haben nach der Krise im letzten Jahr ihren Beitrag dazu geleistet, dass es im Deutschen Schachbund wieder aufwärts geht. Nun wünsche ich mir, dass die Basis mitzieht und wieder neuer Schwung in unsere Vereine kommt!" [...]


Quelle: DSB

(kurzer Grammatik-Ausflug: Hat "Schach" überhaupt einen Artikel? "Das Schachspiel" ist klar. Aber "Das Schach" hört sich seltsam an mMn.)

Wie stellt sich Herr Bastian ein "Mitziehen" vor?
Soll das gemeine Mitglied nun sich mehr über die National-"5" informieren? Einen höheren Beitrag abzwacken? Das kann und wird die Position von Schach in Deutschland nicht verbessern!

Soll nun vermehrt Anwerbearbeit geleistet werden? Sollten nun Amateurvereine Flyer erstellen und auf der Sraße verteilen, mit der Aufschrift "Wir sind Europameister, kommt mal in den Verein vorbei!" ? Der Erfolg von Werbemaßnahmen wird durch den EM-Titel nicht gesteigert! Neue Mitglieder werden nun höchstens durch die Medienerwähnung im "Mainstream" angelockt, was aber vom Verein nicht ausgeht. Auch würde ich bezweifeln, dass die Leute den Vereinen nun die Bude einrennen werden.
Wenn sich mal ein oder zwei neue Interessierte finden, dann sollte dies als Erfolg gewertet werden. Die Begrüßung und Betreuung der Neuankömmlinge liegt dann natürlich in der Verantwortung und Pflicht der Vereine. Aber auch hier ist der zentrale Punkt: Medienarbeit!

Ich lasse in den kommenden Wochen das "Mediengewitter" mal über mich ergehen, gehe aber vor allem davon aus, dass nichts Großes passieren wird. Und damit auch bei den Vereinen kaum etwas ankommt.
„Du Lauch, aus dir wird nie etwas werden!“

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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon elvis » So 13. Nov 2011, 02:07

linkinkev hat geschrieben:Der Erfolg von Werbemaßnahmen wird durch den EM-Titel nicht gesteigert! Neue Mitglieder werden nun höchstens durch die Medienerwähnung im "Mainstream" angelockt, was aber vom Verein nicht ausgeht. Auch würde ich bezweifeln, dass die Leute den Vereinen nun die Bude einrennen werden.
Wenn sich mal ein oder zwei neue Interessierte finden, dann sollte dies als Erfolg gewertet werden. Die Begrüßung und Betreuung der Neuankömmlinge liegt dann natürlich in der Verantwortung und Pflicht der Vereine. Aber auch hier ist der zentrale Punkt: Medienarbeit!


Exakt. Idealerweise läuft die Schiene so:
Großereignis >> Erfolg >> Medienpräsenz >> erzeugt vages Interesse >> parallel dazu: lokales Angebot (Verein, Turnier) >> auch mit Medienpräsenz >> doppelte Medienpräsenz verstärkt das Interesse >> führt zu konkretem Kontakt beim lokalen Angebot

Die Vereine müssen nicht die EM zu ihrem Thema machen.
Wenn man einen guten Draht zur Regionalzeitung hat und da dem Sportredakteur auf den Fuß treten kann, damit der einen Artikel zur EM bringt - und weil der Redakteur von der Sache keine Ahnung hat, gibt man ihm am besten noch alle nötigen Infos oder einen halb-fertigen Artikel an die Hand - ist das natürlich hilfreich. Aber das ist nicht die originäre Aufgabe der Vereine. (Ihr in Mülheim müsst natürlich mehr machen, mit einem Europameister vor Ort muss die ganze Medienschiene vollgeballert werden, Zeitung, Lokalfernsehen und was es nicht alles gibt, mit richtig großen Aufmachern ... Ein Europameister in einer Randsportart muss mindestens soviel wert sein wie Speldorf in der NRW-Liga. Und da ist der Verein auch in der Pflicht, das Thema zu pushen, die Redaktionen zu "füttern", Interviews arrangieren, etc. etc.)
Nur: Wenn die EM irgendwie Interesse erzeugt, dann sollen die Vereine bereit sein und mit ihrem eigenen Angebot auf den Zug aufspringen, damit aus dem vagen Interesse ein konkretes Tun wird.

Soweit die Theorie. In der Praxis hat das bei der Dresdner Olympiade 2008 überhaupt nicht funktioniert. Damals gab es keinen deutschen Erfolg, und die Medienarbeit des DSB (Lais und Kohle im gemischten Doppel) war grauenhaft bis nicht vorhanden. Diesmal gibt es den Erfolg, und die Medienarbeit des DSB scheint mir dilettantisch.

So oder so: Ein oder zwei neue Interessierte wären für den Verein schon ein gutes Ergebnis.
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon Milian » So 13. Nov 2011, 10:48

Keine Frage! "Gusti" und "Naidi" müssen in den nächsten BB-Container! Und wenn sie da dann Schach spielen, merken die Leute, wie cool und aufregend Schach ist und dann wollen sie es auch alle spielen.
Einer könnte sich auch in irgendeine anwesende Frau verknallen und ihr das Spiel gleich beibringen; dadurch wären auch bei 2 Millionen hochintelligenten Fernsehzuschauern die Regeln schnell bekannt und somit die Grundlagen für ein florierendes Wachstum unserer Sportart gelegt.
Auf geht's!

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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon linkinkev » So 13. Nov 2011, 11:07

elvis hat geschrieben: (Ihr in Mülheim müsst natürlich mehr machen, mit einem Europameister vor Ort muss die ganze Medienschiene vollgeballert werden, Zeitung, Lokalfernsehen und was es nicht alles gibt, mit richtig großen Aufmachern ... Ein Europameister in einer Randsportart muss mindestens soviel wert sein wie Speldorf in der NRW-Liga. Und da ist der Verein auch in der Pflicht, das Thema zu pushen, die Redaktionen zu "füttern", Interviews arrangieren, etc. etc.)

.


Wir haben recht guten Kontakt zur Redaktion der WAZ, sodass es sicherlich einen ausgedehnten Artikel und eventuell ein Interview geben wird.
Man muss aber auch sagen (ohne Arrogant wirken zu wollen), dass sich Mülheim Nord in der Region bereits jetzt eine Ausnahmestellung erarbeitet hat. Zu jedem Spieltag der 1. Mannschaft gibt es üblicherweise bereits am Montag direkt eine Seite nach dem Nimbus Fußball aber vor Feldhockey einen großen Artikel; es wird über das Schulschach regelmäßig berichtet, was nur mit unserem Verein verbunden wird; selbst unser Spass-Mülheimer Urlaubsopen findet Erwähnung.

So können wir auch ohne einen Europameister oft genug neue Mitglieder begrüßen (Ein Weltmeister Vachier-Lagrave hat auch nicht explizit jemanden hinterm Ofen hergeholt). Ich bin mir aber bewusst, dass es für die kleineren Vereine (die wohl auch nochmal ein Stück mehr die angesprochene "Basis" sind als ein BL-Verein) wesentlich schwieriger ist, neue Mitglieder anzuwerben.


milian hat geschrieben:Keine Frage! "Gusti" und "Naidi" müssen in den nächsten BB-Container! Und wenn sie da dann Schach spielen, merken die Leute, wie cool und aufregend Schach ist und dann wollen sie es auch alle spielen.
Einer könnte sich auch in irgendeine anwesende Frau verknallen und ihr das Spiel gleich beibringen; dadurch wären auch bei 2 Millionen hochintelligenten Fernsehzuschauern die Regeln schnell bekannt und somit die Grundlagen für ein florierendes Wachstum unserer Sportart gelegt.
Auf geht's!


Es gibt einen Unterschied zwischen 22 Uhr Talkshows und 15:30 Uhr Gafferfernsehen. Bei solchen Auftritten sollte immer ein wenig Würde für das Schachspiel vermittelt werden.
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon Riddler » So 13. Nov 2011, 13:46

Gemessen am Stellenwert, den Schach ansonsten in den Medien einnimmt, empfinde ich den Umfang der Berichterstattung zur EM sogar als relativ positiv. Wenn man das mal mit anderen (Rand-)sportarten vergleicht wie z.B. Pool, Snooker, Bowling, Bogenschießen oder was auch immer... auch da sind deutsche Erfolge in der normalen Presse nicht mehr als eine Randnotiz wert. Wir sollten unsere rosafarbene Brille mal ablegen und ins klar machen, dass Schach nun mal (fast) keine Sau interessiert.
Der erhoffte Boris-Becker-Effekt wird also wohl trotz des Erfolges der deutschen Mannschaft wohl weitgehend ausbleiben. Und das ist im Grunde genommen auch ganz gut so, weil es sich nämlich schon öfter gezeigt hat, dass so ein Boom eben auch genau so schnell wieder abebben kann, wie er gekommen ist.
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon elvis » So 13. Nov 2011, 18:15

linkinkev hat geschrieben:Wir haben recht guten Kontakt zur Redaktion der WAZ, sodass es sicherlich einen ausgedehnten Artikel und eventuell ein Interview geben wird.
Man muss aber auch sagen (ohne arrogant wirken zu wollen), dass sich Mülheim Nord in der Region bereits jetzt eine Ausnahmestellung erarbeitet hat. Zu jedem Spieltag der 1. Mannschaft gibt es üblicherweise bereits am Montag direkt eine Seite nach dem Nimbus Fußball aber vor Feldhockey einen großen Artikel; es wird über das Schulschach regelmäßig berichtet, was nur mit unserem Verein verbunden wird; selbst unser Spass-Mülheimer Urlaubsopen findet Erwähnung.

Okay, das muss auch so sein. (Ohne arrogant wirken zu wollen. Aber wenn ein Verein sich engagiert und seine Sache nach vorn bringen will, dann will man auch eine solche Präsenz bekommen.)

WDR Fernsehen? Und wenn es nur die Lokalzeit Essen ist ...

(Und vergiss den Vergleich mit Vachier-Lagrave. VL ist "nur" Junioren-WM, die Altersgruppen werden in keiner Sportart für voll genommen; und vor allem: er ist nicht in Mülheim lokal verortet, da fehlt der Identifikationsfaktor.)
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon klötzchenschieber » Mo 14. Nov 2011, 00:45

Die erste Aufgabe wird sein, den Erfolg der Nationalmannschaft in die Vereine zu kommunizieren. Was scheren uns 80 Mio. Deutsche, wenn es uns nicht gelingt, selbst 93.000 Schachspieler in den Vereinen für die Nationalmannschaft zu interessieren?

M.E. interessieren sich max. 20.000 Spieler in den Vereinen für die Nationalmannschaft oder die Schachbundesliga (Spieler über 2000 DWZ = ca. 10.000 + nochmal so viele unter 2000 DWZ). Zunächst mal muss man an diese Leute herankommen und denen nahebringen, dass die Nationalmannschaft oder auch die Bundesliga was Cooles und Spannendes sind, für das man auch mal Geld ausgeben kann. Dabei hätte man mit dem Mitropa Cup (hießen die Kaffeemaschinen bei Hape Kerkeling nicht Mitropa? Oder war das die Catering-Gesellschaft der DDR-Bahn?) schon mal anfangen können - davon haben ja sogar von den 20.000 nur 2.000 was mitbekommen..

Man sollte kein Wolkenkuckucksheim aufbauen und hoffen, mit so einem einmaligen Ereignis die Massen bewegen zu können - aber intern könnte man doch vielleicht schon ein bisschen bewegen. Z.B. Bulletins in die Vereine schicken, die Jungs zum Simultan, Schulungen und Vorträgen über Land schicken oder vermitteln, etc..

Nächstes Ziel wären die Ehemaligen, die früheren Schüler und Studenten, die heute als Akademiker etc. das Rückgrat der Gesellschaft bilden und sich nicht trauen oder nicht die Zeit haben, zur Jugendliebe zurückzukehren. Hat jemand schon mal für diese Zielgruppe was gemacht? HW Schmidt nannte sie die Wenigzeithaber und wollte ihnen mit Chess 960 die Angst vor der Eröffnungstheorie nehmen. Aber wer möchte denn quer einsteigen in ein Spiel, dass ihm noch komplizierter vorkommt, als das komplizierte Spiel, das man wegen seiner Komplexität und der geringen zur Verfügung stehenden Zeit nicht wieder anfassen möchte. Ich gehörte lange zu dieser Gruppe, bei mir war es Zufall, dass ein kleiner Dorfverein gegründet wurde, der dankbar für jeden Einäugigen war und in dem keine Großkopferten auf die Gurken herabblickten.

Kann man diese Gruppe mit Ligabetrieb locken? Oder müssen die Vereinsabende und Strukturen verändert werden? In welchem Verein wird man denn in Ruhe gelassen, wenn man nur mal eine Partie spielen oder einfach nur zuschauen möchte? Man wird angesprochen und gedrängt, an Turnieren teilzunehmen oder in Mannschaften zu spielen - vielleicht wollen das viele nicht. Vielleicht braucht jeder Schachverein auch ein angeschlossenes Schachcafe, in dem es ruhig mal lauter zugehen kann? Und vielleicht kann man diese Gruppe doch mit der Nationalmannschaft oder der Bundesliga locken - wenn neben der Meldung auch die Einladung zum Schachcafe gefunden wird.

PS: Grandios daneben heute Helmut Pfleger in der Welt am Sonntag: Nichts. Gar nichts. Weder im Sportteil, noch in der Kultur. Ja, bei der Welt am Sonntag ist Schach noch Kultur - dort findet man die Schachecke. Direkt neben Sudoku.
Herr Pfleger hat es nicht für nötig angesehen hat, seine Redaktion auf so ein Ereignis einzustimmen. Der weiß Wochen vorher, dass jetzt Europameisterschaft ist - und macht in seiner Spalte irgendwas anderes.
Ich hatte die Redaktion vor Jahren schon mal aufgrund der Qualität der Schachecke angeschrieben, Pfleger hat damals grundsätzlich Analysen aus SM 64 oder der Schach rezitiert. Aktuell ist er immer noch nicht, über Turniere wird mit zweiwöchiger Verspätung berichtet - anstatt mal den aktuellen Link zur Bundesliga hereinzuschreiben.
Ilja, übernehmen Sie!
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Re: EM 2011 und die Folgen

Beitragvon naphta » Mo 14. Nov 2011, 09:56

Die Sonntagsausgabe der FAZ sieht das sehr nüchtern in ihrer Überschrift: "Deutsche siegen bei Schach-EM" - Nicht etwa "Wir sind Europameister!"
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
naphta
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