Ich weiß nicht wieso ich, wenn ich auf zwei Resulte spielen ,1-0 und 0-1 wählen sollte, das mal vorne weg.

Über die Eröffnung wird sich ja im Amateurbereich gerne ausgelassen und dieser auch häufig die Schuld gegeben. Kein Wunder wenn man in Turnierbeichten immer wieder auf Berichte stößt in denen Phrasen vorkommen wie "Spieler
bla hat hier eine starke Neuerung gebracht und überzeugend gewonnen oder "Spieler
uff zeigte sich deutlich besser vorbereitet und schlug seinen Gegner souverän". Ganz ehrlich, wer will denn nicht auf so eine Art und Weise gewinnen ? Die Beschäftigung mit der Eröffnung ist somit erstmal verlockend, da einem der schnelle und auch vermeintlich einfache Sieg winkt, aber und jetzt kommt das
große aber: Wie sieht es auf Bezirksniveau wirklich aus ?
Partien werden zu 90% durch taktische Fehler verloren und sei es nur ein Bauer, der irgendwann mal flöten geht. Soll man sich meiner Meinung nach also gar nicht mit Eröffnungen beschöftigen ?
NEINEröffnungen bilden nun einmal die Grundlage jedes Spiels und wer hier
schlecht herauskommt, hat auch zunächst einmal während des Mittelspiels eine schlechte Stellung. Die Betonung liegt hier allerdings deutlich auf dem Wort "schlecht". Wieso ? In unseren Bereichen passieren immer noch viele Fehler, mal mehr und mal weniger, es genügt also vollkommen diese auszunutzen !!
Wie oben aber schon versucht zu beschreiben, scheint es anstatt sein Spiel grundlegend zu verbessern, immer wieder attraktiver stattdessen lieber an Eröffnungen herumzuwerkeln und vermeintlich tolle "Waffen" (wie es so schön in Eröffnungsbüchern heißt) in sein Repertoire aufzunehmen. Der Gegner kann ja patzen und man selber kennt ja die Theorie und so und wenn nicht kann man ja noch Schach spielen.
Wie sollte man also auf Sieg spielen ? Meiner Meinung ganz einfach Züge machen, die regelkonform sind (

)und die dem eigenen Stil entsprechen und sich nicht von anderen polarisieren lassen. Wenn du gerne aktiv spielst und nicht vor Bauernopfern zurückschreckst, dann probier doch mal Gambits aus (so eine Gambitphase durchläuft sowieso jeder mal). Dadurch lernst du viel im Zusammenhang mit Initiative, Figurenetwicklung, taktischen Motiven, und und und. Damit meine ich nicht wie schon oben von wem angesprochen auf Teufel komm raus auf Sieg zu spielen und Stellungen reihenweise zu überziehen, sondern einfach Stellungen zu
spielen ( wie oben schon erwähnt wollen wir ja meistens gewinne und nicht spielen).
Ein Beispiel füge ich zum Schluss noch ein, das ich vielleicht mal als eine Art Beispiel angebe, wie sich mein Repertoire mit der Zeit entwickelt hat:
Mit Weiß spiele ich seit längerer Zeit 1.e4, nur fehlt mir echt die Zeit sich intensiv dort mit Theorie zu beschäftigen, was also gegen Sizilianisch machen ? Meinen Spieltyp kann ich nicht so richtig einschätzen, aber ich mag es schon mit Weiß etwas Initiative zu haben, das bringt mir mehr als irgendein += was in irgendwelchen Büchern steht. Seit langer Zeit spielte ich steht die folgenden Nebenvarianten:
1.e4 c5 2.Sf3
2...Sc6 3.Lb5 ohne Theoriewissen und meiste frühen Kloppen auf c6 und möglichen Spiel gegen den Doppelbauer
2...d6 3.Lb5+ was mir nach einiger Zeit nach 3...Ld7 zu zahm erschien, sodass ich zu 3.d4 + 4.Dxd4 wechselte
2...e6 3.b3 mehr aus Verlegenheit, als aus Überzeugung und leider auchohne grpße Theoriekenntnisse
Diese Saison entschied ich mich, mich etwas mit der Theorie auseinander zusetzen, da mit steigender Spielstärke sich auch die Gegner beswser präpariert zeigten. Doch gerade die letzten beiden Varianten erschienen mir arg überarbeitunsfähig zu sein, da ich hier kaum Grundlagenkenntnisse besaß, sodass ich beschloss das es Zeit wäre zu 3.d4 zu wechseln, was sehr zeitintensiv ist, aber im Hinblick darauf, dass ich sonst kein Wissen zu den anderen Varianten hatte, mir als bessere Möglichkeit erschien. Habe ich dabei darauf geachtet, auf welche Ergebnisse ich spiele ? Nö. Keine großen Killervarianten im Repertoire, stattdessen grundlegende Ideen und aber auch Stellungen, die vielleicht etwas mehr Spiel versprechen, als das ehemalige Repertoire. Meines Erachtens ist es nicht gut mit einer zu krassen Einstellung ans Brett zu gehen vonwegen "ich spiele auf Sieg und Schluss". Es ist natürlich immer schön zu gewinnen, aber wenn man diese Einstellung zu verbissen verinnerlicht, kann diese Einstellung eine gesunde rationale Denkweise blockieren. Man spielt nicht mehr die objektiv stärksten Züge, die vielleicht zum Remis führen, sondern den objektiv riskanteren Zug, der eben auch verlieren kann.
Diese Einstellung kann man natürlich im Mannschaftskampf vertreten oder wenn man in einem Turnier mal zocken will. Insgesamt wird man allerdings je höher man kommt leider auch immer mehr prügeln einstecken müssen.
Kompromisslos auf Sieg zu spielen kann ich persönlich nicht empfehlen. Suche dir Eörffnungen, die dich interessieren und die dir spannende Stellungen versprechen und probier sie aus. Manch einer mag das Wolgagambit, ich persönlich würde es wirklich nie spielen

"Auch wenn die schachbezogene Entwicklung im Forum zweifelhaft ist, der Off-Topic-Bereich holt konsequent die Kastanien aus dem Feuer."