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Schulung der strategischen Fähigkeiten.

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Beitragvon Lestat » Do 11. Aug 2011, 15:52

Die idee ist es, mehr oder weniger dogmatische richtlinien zu sammeln wie man in gegebenen stellungen vorgehen sollte. Es ist klar, dass man nicht stur nach diesen richtlinien spielen kann,aber es hilft auf jeden fall, so viele wie möglich zu kennen.
Hier mal 3 richtlinien, damit klar ist, um was es geht:

Endspiel
Türme gehören hinter freibauern, die eigenen wie die gegnerischen.

Mittelspiel
Hat man eine Qualität mehr ist es von vorteil, den gegnerischen turm abzutauschen.

Mittelspiel
Hat man einen Raumvorteil, soll man figuren auf dem brett behalten.
There are three kinds of people in this world,
those who can count and those who can't.
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Re: Richtlinien

Beitragvon linkinkev » Do 11. Aug 2011, 20:00

Eröffnung
Zentrum besetzen, Leichtfiguren entwickeln, rochieren.

Mittelspiel

Lass das Schlafzimmer des Königs (f2-g2-h2) solange wie möglich stehen.

@ Lestat, Groß- und Kleinschreibung ist erlaubt. :D :D
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Re: Richtlinien

Beitragvon Riddler » Do 11. Aug 2011, 21:58

Eine Schwäche beim Gegner reicht i.d.R. nicht, die Partie zu gewinnen. Man muss versuchen, eine zweite Schwäche zu schaffen.

Bei heterogenen Rochaden entscheidet der Spieler die Partie für sich, der "schneller" mit seinem Angriff ist.

Im Sizilianer hat der Weiße 30 Züge lang Zeit, Schwarz matt zu setzen. Schafft er das nicht, gewinnt Schwarz. :twisted:

Alle Turmendspiele sind Remis, außer denen, die nicht Remis sind. :twisted:

Bauern auf der Grundreihe bedeuten in (insbesondere Bauern-)endspielen ein Extra-Tempo.

Schlechte Läufer... gute Läufer.
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Don´t wake up the Dead
Change what you´re saying
Don´t change what you said

~Eels~
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Re: Richtlinien

Beitragvon klötzchenschieber » Do 11. Aug 2011, 23:04

Bad bishops protect good pawns. (John Watson = Credo für Französischspieler!)

Loose pieces drop off! (John Nunn, Sinngemäß: Ungedeckte Figuren fallen weg = sind ein typisches Motiv, was mit Kombinationen ausgenutzt werden kann).

Bei mehr als 20 min Bedenkzeitverbrauch für einen Zug kommt meistens ein schwacher Zug heraus! (Nunn´sche Regel - immer blöd, wenn diese einem erst nach 21 Minuten einfällt...).

Aber mein All Time Favourite:

E = G/n² - O (William Hartston, How to cheat at chess)

E = Erfolgsaussichten der Kombination
G = Gewinn bei der Kombination
n = Anzahl der Züge
O = Opfereinsatz für die Kombination

Ist E > 0 spiele die Kombination! Ist E < 0 ist das Risiko zu groß, dass Du Dich verrechnet hast!

Viel Spaß beim Rechnen!
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Re: Richtlinien

Beitragvon stoppelhoppler » Fr 12. Aug 2011, 10:06

Nach einer zugegeben groben Überschlagsrechnung scheinen mir fast nur 1-2 Züger dann möglich.

Oder "Mattkombinationen", wenn man dort G als unendlich oder erdnäher mit der Stehgreifzahl 100 definiert.
Welchen Wert gibt Cheetahh Hartston dem Matt :?:
Der Chat, der Chat hat nicht immer Recht.
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Re: Richtlinien

Beitragvon klötzchenschieber » Fr 12. Aug 2011, 12:33

@stoppel:

Das hast Du schon richtig erkannt, ein Bauernopfer, um im nächsten Zug mindestens eine Figur oder in zwei Zügen die Dame zu gewinnen, ist fast schon alles, was zulässig ist. Es handelt sich um "Hartston´s Rule for testing the soundness of the Average Club Player combination". Ich denke, Hartston traut dem "Average Club Player" einfach keine Mattkombination zu...

Bei Hartston gibt es auch die "Rules of Physiognomic Chess":

Hat der Gegner weit auseinander stehende Augen, übersieht er oft etwas im Zentrum!

Eng beieinander stehende Augen führen zu Einstellern auf den Flügeln!

Lange Arme verteidigen nicht gern!

"Short arms hate to play for mate" (niedlicher Reim!)

Also: Guckt Euch Eure Gegner genau an!
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Re: Richtlinien

Beitragvon naphta » Fr 12. Aug 2011, 15:14

Mittel-/Endspiel: Im Spiel gegen Springer muss man den gegnerischen Pferdchen die Stützpunkte wegnehmen. Umgekehrt muss die Springerpartei versuchen Stützpunkte zu schaffen.

Allgemein: Wenn du was mehr hast, musst du Figuren tauschen, keine Bauern.
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
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Re: Richtlinien

Beitragvon naphta » Sa 13. Aug 2011, 12:20

klötzchenschieber hat geschrieben:Lange Arme verteidigen nicht gern!

"Short arms hate to play for mate" (niedlicher Reim!)



Ich habe die von dir angegebene Quelle nicht gelesen, aber könnte man das vielleicht auch anders übersetzen? Arms im Sinne von Waffen übertragen auf Schachfiguren kann das bedeuten, dass Figuren mit kurzer Reichweite (z. B. Springer) nicht gern matt setzen und die mit langer Reichweite (z. B. Läufer) nicht gern verteidigen. - Nur so ein Gedanke.
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