Plant die FIDE en passant für Figuren ?

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Plant die FIDE en passant für Figuren ?

Beitragvon Peloton » Mo 16. Mai 2011, 12:35

Per Zufall habe ich folgenden Satz von Grischuk auf der PK gefunden:
Grischuk: FIDE wanted the opposite, for pieces to also be able to capture en passant.

Weiß jemand darüber näheres? Oder war das nur ein Joke von Grischuk? Interessant, dass Kramnik diese Regel als nicht so schwerwiegenden Eingriff in die Schachregeln hält (ebenfalls in diesem Interview) als z.B. chess 960. Ich würde das eher umgekehrt einschätzen. Naja, zumindest genauso schwerwiegend.
In dieser Pressekonferenz schlägt Kramnik vor, Rochaden nicht vor dem 10. Zug zu erlauben, um die derzeitige Praxis , sehr viel Vorbereitung in den Partien zu haben, einzudämmen. Meines Erachtens wird das doch nur vorübergehend das Problem beheben. Nach 10-20 Jahren sind wieder am gleichen Punkt. Wie sieht Ihr das?
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Re: Plant die FIDE en passant für Figuren ?

Beitragvon elvis » Mo 16. Mai 2011, 15:28

Kurz und schmerzlos: Vergiss es.

Dieses Interview würde ich nicht allzu ernst nehmen.
(Und wenn, dann die Situation berücksichtigen: Das war nach einer schnellen Remis-Partie, Kramnik ist frustriert, weil er nur seine Vorbereitung herunterspult und nicht dazu kommt, Schach zu spielen, und Grischuk ist frustriert, weil Kramnik mal wieder seine Vorbereitung herunterspult. Da kommen nicht nur bei den Zuschauern Zweifel auf, was das Ganze eigentlich soll.)

Seitens der FIDE ist mir nichts derartiges bekannt.

Wenn man die Rochade erst nach dem 10. Zug erlaubt, würde das in manchen Eröffnungen die Theorie umkrempeln, nicht mal in allen. Das gäbe dann ein paar Jahre Arbeit, um die Theorie neu zu erarbeiten und die Bücher umzuschreiben.
Wirklich praktikabel ist das aber nicht. Man kann schließlich nicht bei jeder Schnellschach- oder Blitzpartie jemanden danebenstellen, der die Züge zählt, damit keiner versucht, schon im 9. Zug zu rochieren. :roll:
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Re: Plant die FIDE en passant für Figuren ?

Beitragvon linkinkev » Mo 16. Mai 2011, 15:50

Ich versteh eh das Prinzip nicht.

Kann der Turm dann von h1-h8 gehen und auf dem Weg alle gegnerischen Figuren plätten? Oder darf der Springer dann alle Figuren im "L"-Schritt schlagen?

Das wär ja dann eher Räuberschach als alles andere :D:D
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Re: Plant die FIDE en passant für Figuren ?

Beitragvon schachfreakdave » Mo 30. Mai 2011, 21:49

Wenn Kramnik wirklich meint, dass es all diese Regeln geben sollte, dann soll er eine neues Spiel erfinden!
Ich glaube nicht, dass die FIDE das wirklich machen will, dass wäre doch zu verändernd
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Re: Plant die FIDE en passant für Figuren ?

Beitragvon Tarrasch » Di 31. Mai 2011, 10:58

Peloton hat geschrieben:In dieser Pressekonferenz schlägt Kramnik vor, Rochaden nicht vor dem 10. Zug zu erlauben, um die derzeitige Praxis , sehr viel Vorbereitung in den Partien zu haben, einzudämmen. Meines Erachtens wird das doch nur vorübergehend das Problem beheben. Nach 10-20 Jahren sind wieder am gleichen Punkt.

Exakt!
Schon Capablanca hat vor dem Remistod des Schachspiels gewarnt. Er wollte m.W. das Brett vergrößern und zwei neue Figuren einführen.
Wie Du schon sagtest: Solche Modifikationen verschieben das Problem nur in die Zukunft.
Vor allem: Sie basieren auf einem Rückschritt, weil sie quasi ein neues Spiel einführen, das erst noch wissenschaftlich untersucht werden muss. Damit wird sich zunächst die Eröffnungsbehandlung notwendigerweise auf einem niedrigeren Niveau bewegen. Wollen wir wirklich schlechtere Partien sehen?

Ich glaube nicht, dass Kramnik und Grischuk die Aussagen ernst meinten.

Gruß
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