Rigaer Variante

Rigaer Variante

Beitragvon Stratege » Di 7. Apr 2009, 14:12

Hallo,
Hab mir aus Interesse mal kurz ein bisschen was zu Rigaer Variante im offenen Spanier angeschaut. Diese beginnt mit den Zügen
1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0-0 Sxe4 6. d4 exd4!? (6... b5 führt zur Hauptvariante des offenen Spaniers)
Bild
7. Te1 d5 8. Sxd4 Ld6 9. Sxc6 Lxh2+
Bild
Die Hauptfortsetzungen sind nun:
a) 10. Kxh2 Dh4+ 11. Kg1 Dxf2+ mit Remis. Daher sollte Schwarz die Rigaer-Variante nur spielen, wenn er auch mit einem Remis zufrieden ist.
b) 11. Kf1
und
c) 11. Kh1, was wohl der beste der drei Züge ist.

Speziell zu b) und c) gibt natürlich einiges an Varianten, muss noch nachgetragen werden. Was ist von der Variante zu halten - vielleicht als Überraschung gut geeignet oder auch unter "Normal-Bedingungen" gut spielbar?

Ganz kurz zur Historie:
Die Rigaer Variante wurde zuerst in einer Fernschach-Partie zwischen der Berliner Schachgesellschaft und des Rigaer Schachvereins zwischen 1906 und 1908 gespielt, daher auch der Name. Ebenfalls 1906 gab es in München eine Partie Przepiorka gegen Nimowitsch, siehe: http://www.chessbase.de/2006/muenchen19 ... animzo.htm
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Re: Rigaer Variante

Beitragvon Jupp53 » Di 7. Apr 2009, 22:44

Wurde das in Fernpartien vom jungen Keres mal gespielt?

Jedenfalls sollte der Weiße es kennen, wenn er sich auf offenen Spanier einlässt - tut er aber oft nicht. ;) Weiter geht es mit:

11. Kh1 Dh4 und nun kommt 12.Te4:+

Bild

Schwarz muss 12. - de4: spielen. 13.Dd8+ Dd8: 14.Sd8:+ gefällt mir Weiß ganz gut, ohne jetzt von Gewinn zu reden. Jedenfalls lässt sich damit der Remisvariante mit gutem Spiel ausweichen.
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Re: Rigaer Variante

Beitragvon Stratege » Di 7. Apr 2009, 23:49

Jupp53 hat geschrieben:Wurde das in Fernpartien vom jungen Keres mal gespielt?

Chessgames.com findet da nichts. Es gibt da nur ein paar Partien von ihm in der HV des offenen Spaniers. Im Gegensatz zu den "Hexern" Tal und Shirov kommt er nicht aus Riga, ist ja noch nicht mal Lette gewesen. Von den beiden gibt es auch Partien im offenen Spanier, aber nix zur Variante aus der eigenen Stadt. :(

In "open Ruy Lopez" gibt GM Glenn Flear folgende Partie an:

[Event "Germany Bundesliga "]
[Date "1980.??.??"]
[White "Westerinen, Heikki M J"]
[Black "Geisdorf, Herbert"]
[Result "1-0"]
[ECO "C80"]
[PlyCount "53"]

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Nxe4 6.d4 exd4 7.Re1 d5 8.
Nxd4 Bd6 9.Nxc6 Bxh2+ 10.Kh1 Qh4 11.Rxe4+ dxe4 12.Qd8+ Qxd8 13.Nxd8+
Kxd8 14.Kxh2 Be6 15.Be3 f5 16.Nd2 Ke7 17.f3 b5 18.Bb3 exf3 19.Nxf3 h6
20.Bc5+ Kf7 21.Re1 Rhe8 ??
( 21...Bxb3 {ist besser} )
22.Rxe6 Rxe6 23.Nd4 Re8 24.Nxe6 Rxe6 25.Bf8 Kxf8 26.Bxe6 f4 27.b4 1-0

Eine Stellung mit solch ungleichem Material finde ich sehr interessant, auch wenn man es mit Schwarz nach 6... b5 vielleicht einfacher haben kann. Aber Weiß muss erst einmal die Variante kennen und dann auch noch das Endspiel richtig behandeln.
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Re: Rigaer Variante

Beitragvon Jupp53 » Mi 8. Apr 2009, 16:58

Vielleicht ist in der Datei ein bisschen was zum Stöbern für Dich. ;)
Dateianhänge
Riga.pgn
(46.41 KiB) 18-mal heruntergeladen
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Re: Rigaer Variante

Beitragvon WilhelmHH » Mi 15. Apr 2009, 22:49

Stratege hat geschrieben:
Jupp53 hat geschrieben:Wurde das in Fernpartien vom jungen Keres mal gespielt?

, ist ja noch nicht mal Lette gewesen.

Este war er.

10.Kh1 Dh4 11.Txe4+ dxe4 12.Dd8+ Dxd8 13.Sxd8+ Kxd8 14.Kxh2 Le6 15.Le3 f5 16.Sc3 Ke7 17.g4 g6 18.g5 Tag8
ist wohl Hauptvariante.
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