1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0-0 Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 0-0 8. c3 d5 9. exd5 Sxd5 10. Sxe5 Sxe5 11. Txe5 c6 12. d4 Ld6 13. Te1 Dh4 14. g3 Dh3 15. Te4!?
Was ist die eigentlich Idee von 15.Te4?
Natürlich ist Schwarz zu g5 gezwungen, damit der Turm nicht nach h4 gelangt und die Schwäche h7 zu belagern.
Außerdem wird Lg4 verhindert, welches ein Typisches Angriffsmodell für Schwarz liefert.
Die eigentliche Idee von Te4 ist die Qualität für ein z.B. Starkes Bauernzentrum zu opfern und den schwarzen Angriff abzuschwächen.
Ein schönes Beispiel dafür bietet die Partie Anand gegen Svidler aus der WM-Partie in San Luis 2005:
15...g5 16. Df1 (De2 oder Df3 bilden die anderen Varianten) Dxf1+!? 17. Kxf1 Lf5 18. f3!
Wenn nun Schwarz 18... Lxe4?! spielt, bekommt Weiß für die Qualität ausreichendes Spiel und steht klar besser!
19. fxe4 Se7 (Sc7) 20. Lxg5 und die Zentrumsbauern sind eine Macht. Außerdem kommt Schwarz nicht zu aktivem Gegenspiel mit den Türmen.
In der Partie folgte 18... h6 19. Sd2 Lxe4 20. fxe4 Sc7 21. Kg2 c5 22. e5 Le7 23. Se4 a5 24. Le3 a4 25. Ld1 Sd5 26. Lf2 mit remis im 39. Zug.
Ein anderes Beispiel für das Qualitätsopfer ohne f3:
Motylev - Tkatchiev
16.De1!? Sf6 17. Sd2 Dh5 18.Dd1!? Dxd1 19. Lxd1 Sxe4 20. Sxe4
Nun gewinnt Weiß den Bauern auf g5 und hat 2 Bauern für die Qualität. Sehenswert ist, wie Motylev die Stellung geschlossen hält und den Springer auf e5 verplommt. Weiter ging es mit
20...Le7 21. Lxg5 Lxg5 22. Sxg5 h6 23. Se4 f5 24.Sc5 f4 25. Sd3 fxg3 26. hxg3 Lf5 27. Se5 Tac8 28. b4! Le4 29. a4 Tc7 30. f4 Ta8 31. a5!
und 1:0 im 62. Zug. Schwarz hat kein Gegenspiel und Weiß kann seine Stellung kontinuierlich verbessern.
Ich finde es eine sehr lehrreiche Partie und kann sie für die Verbesserung von Techniken im Mittel-Endspiel empfehlen.
Bitte um Anregungen bzw. Verbesserungen!
