Hier kann ich mich natürlich zu Wort melden, ich spiele das System andauernd.
Von Schwarz gespielt werden fast ausnahmslos folgende drei Aufbauten:
a) c6 nebst Lg4 (meine Blitzpartie. Kommt sehr oft)
b) c6 nebst Lf5 (Kommt oft)
c) Sc6 Aufbau (Kommt auch vor: von vor allem guten Skandinavischspielern (ja, die scheint es zu geben

))
(d) a6 wie in der zweiten Nigel-Partie von Jupp angegeben, ist gar nicht so dämlich, aber besser mit der Absicht: 5.Ld2 Df5! nebst Le6! abtauschen usw. Das ist ein interessanter Plan für Schwarz, wenn er denn geht, da das Manöver leicht wacklig anmutet)
"a)" ist sehr nett für Weiß.
4.Lc4 Sf6 5.d3 c6 6.Ld2 Dc7 (Manche lassen die Dame provokant auf a5 stehen. 6. ...Lf5 7.De2 Sbd7?? 8.Sb5! 1-0. Ansonsten spielt man bei 7. ...e6 analog zur "b)" Variante, h3+g4 und f4 hinterherschieben und gut stehen)
7.De2 Lg4?! 8.f3 Lh5 9.g4 Lg6 10.f4. Gute Stellung! Beispiel:
10. ..h5? (10. ...e6?? 11.f5 1-0)
11.f5 Lh7 12.g5 Sg4 13.Lxf7+ usw.
"b)" ist genauso nett für Weiß. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der auf den ersten Blick zahm anmutende Lc4+d3 Aufbau die schwarze "Skandinavisch-Schablone" "verhindert"!! Du fragtest was der Unterschied zwischen d4 und d3 ist, nun, ohne ins Detail gehen zu wollen ist Augenscheinlich, dass ein Lf5-Lxc2 nie ein Thema ist hier. Zudem funktioniert das Caro-Kann-Skandinavisch-Zentrums-Anknabbern à la c5(e5) nicht, da Weiß anstatt direkter Bauernkontrolle mit d4 sich lieber fluffig mit d3 hingestellt hat

Der Plan von Weiß bei einer schwarzen Stellung mit c6, Dc7, Lf5 ist h3+g4 und f4 in einem Zug! Gute Stellung!
Oft kann Weiß nach Vorbereitung und guter Postierung der Figuren (Te1/de2 usw) auch an Opfer gegen e6 denken oder auf Brechstangen-f4-f5-Ideen hinarbeiten.
Will Schwarz also gutes Schach spielen, so muss er geschickter vorgehen.
Die Idee a6!? nebst Df5+Le6 fiel mir eben erst auf. Short-Cherniaev mit 5. ...a6 6.Ld2 c5 gefällt mir nicht, Nigel steht da einfach etwas besser. 6. ...Df5!? 7.Sge2 Le6 ist ein nettes Motiv. Etwas gekünstelt, weshalb fast niemand auf diesen Plan hinarbeitet, aber für mich sehr logisch. Langsam das Gift (Lc4) aus dem weißen Spiel rausnehmen. Muss ich hier selbst mal irgendwann ein bisschen reinschauen

Ich hatte immer das Gefühl, dass die cleveren Skandinavischspieler zu
5. ...Sc6 ("c") greifen. Und das aus gutem Grund. Denn der Plan Sc6, Lc8 raus, dann 0-0-0 und e5, Da5 schwenkt zum KF ("Wikingerplan" oder so. Whatever.)
Zudem: 5. ...Sc6 hier ist 6.Ld2 mit einem Nachteil verbunden. Richtig: 6. ...Df5 nebst Le6! 6.Sge2 ist flexibler, joa und dann mal selbst schauen und eine normale Schachpartie spielen.
Ach, du wolltest wissen was man gegen einen passiven Langweileraufbau spielt. Ich würde die Figuren großzügig entwickeln, an h3+g4+f4 denken, 0-0-0, Sf3. Sieht doch nett aus!
Soweit was mir grad spontan dazu einfiel. Ist keine Mega-Theorie-Variante sondern eher ein Entwicklungsschema, also genau das richtige für dich Linkinkev! Aber erzähl von dem System nicht so viel rum, sonst gehen irgendwann die Skandinavisch-Opfer aus

(23:37:13) linkinkev: keiner von diesen 3 honks [Svidler, Gashimov, Karjakin ] soll jemals in die Nähe des WM-Titels kommen!!!
(23:37:19) Latvian_Gambit: lol
(23:37:21) Latvian_Gambit: wieso?
(23:37:40) Peloton: weil da Schirow hingehört
wie wahr.