Vorab: Ich bin seit sieben Jahren Leiter einer Schachabteilung in einem Mehrspartenverein.
(Wollte eigentlich nur Stellvertretender werden, fand aber keinen, der über bzw. unter mir den Job als Abteilungsleiter angenommen hätte.)Ich würde nie aus eigenem Antrieb einen eigenen Verein oder eine eigene Abteilung neu gründen. Und ich würde es dir persönlich auch nicht empfehlen.
Aber angenommen, du fragst nicht für dich selbst, sondern für irgendeinen anderen, der es partout nicht lassen will...
Beim Schachbund NRW bekommst du nicht nur Formulare, sondern auch Beratung und Hilfe, wenn du direkt anfragst.
Eine andere Adresse ist "VIBBS" (Link beim Schachbund NRW), mit einer umfangreichen (aber, als ich zuletzt etwas gesucht habe, schlecht sortierten) Website, und mit Experten für Vereinsrecht, Finanzen etc. Die Beratung ist für Sportvereine, die Mitglied im Landessportbund sind, kostenlos.
Für eine Abteilung innerhalb eines Vereins brauchst du keine eigene Satzung, auch keinen kompletten Vorstand, auch keine eigene Kassenführung. Ausgenommen wenn der Vorstand deines Hauptvereins meint, du solltest auf diese Formalitäten nicht verzichten.
(In meiner Abteilung wurde seinerzeit der Vorschlag einer eigenen schriftlich fixierten Satzung der Abteilung mit dem Argument vom Tisch gewischt: "Seid ihr bekloppt? Wenn wir eine Satzung haben, müssen wir uns auch daran halten!")Die Förderung des Schachsports muss nicht explizit in der Satzung deines Hauptvereins stehen, "Förderung des Sports" ganz allgemein (oder ausführlicher "Förderung des Sports in den im Verein ausgeübten Sportarten") reicht. Wenn dort nur "Förderung des Teakwondo / Kampfsports" steht, sollte der Hauptverein seine Satzung allerdings ergänzen.
Schach braucht nicht im Vereinsnamen vorzukommen, auch der Zusatz "Schachabteilung" ist nach außen hin nicht nötig. Der Vereinsname kann auch eine andere Sportart in den Vordergrund stellen.
(Nur innerhalb des Vereins solltest du klar machen, dass du die Schachabteilung vertrittst und nicht die Minigolf-, Tischfußball- oder Monopoly-Abteilung.)
Im speziellen Fall "Teakwondo-Team" bietet es sich vielleicht an, gegenüber anderen Schachvereinen, bei Turnieren etc. den Namen auf "TT Mülheim-Essen" zu verkürzen - das erspart gewisse Irritationen.
Um im Schachbund NRW Mitglied zu werden, muss dein Hauptverein Mitglied im Landessportbund sein. (Okay, wenn er "e.V." ist, ist er das wahrscheinlich auch, aber frag noch mal nach.)
Mitgliedschaft im Stadtsportbund ist eventuell nötig oder nützlich, um in die städtische Sportförderung zu kommen.
Außerdem muss deine Abteilung Mitglied in einem Bezirk und Verband des SB NRW werden. Verband ist Ruhrgebiet; beim Bezirk musst du zwischen Mülheim und Essen entscheiden, wenn dein Hauptverein sich in beiden Städten heimisch fühlt.
Die Adresse deines Spiellokals könnte den Ausschlag geben, in welchem Schachbezirk du spielst.
Sprich mal mit dem Vorstand des betreffenden Bezirks.
(Falls der Bezirksvorstand zufällig auch Vorstand deines jetztigen Vereins ist, willst du vielleicht lieber zuerst mit dem Vorstand des anderen Bezirks sprechen.)Die Mindestzahl an Mitgliedern in der Abteilung ist 1. (Es sei denn, der Vorstand deines Hauptvereins meint ...)
Die auf dem Meldeformular des Schachbunds vorgesehenen Vorstandsposten müssen nicht alle besetzt werden. Im Minimalfall reicht dem Schachbund ein Abteilungsleiter und Ansprechpartner für alles.
Der zuständige Kassenwart kann auch der Kassenwart des Hauptvereins sein, wenn deine Abteilung keine eigene Kasse führt.
Gegenüber anderen Vereinen, dem Schachbund etc. handelt der Abteilungsleiter, Jugendwart etc. einer Abteilung innerhalb eines Mehrspartenvereins genauso wie der Vorsitzende, Jugendwart etc. eines reinen Schachvereins.
Über die Vereins-interne Mitgliederverwaltung, Kassenführung etc. kann dir der Vorstand deines Hauptvereins mehr sagen.