Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

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Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Stratege » Mo 24. Aug 2009, 10:42

Die 2. Bundesliga spielt jetzt mit der "FIDE-Bedenkzeit" 100 Min./40 Züge + 50 Min./20 Züge + 10 Min./Rest + 30 Sek. für jeden Zug, in NRW spielen die Oberliga und die NRW-Klasse ab dieser Saison auch mit dieser Bedenkzeit. Dazu las ich jetzt von Verbandsseite folgenden Hinweis:
Bezüglich der in der neuen Saison einsetzbaren Uhren möchte ich an dieser Stellen noch einmal auf folgendes hinweisen: Die FIDE lässt für die Auswertung von Titelturnieren nur noch bestimmte Bedenkzeiten zu. Der BSA hat daraufhin für die neue Saison den "langen Fischermodus" beschlossen. Nur die von der FIDE zertifizierten Uhren können derzeit regelgerecht diese Bedenkzeiten wiedergeben. Dies sind die Modelle DGT XL, DGT 2010 und SILVER. Alle anderen Modelle sind nicht zulässig. Daher hat der Leiter der Bundesliga noch einmal verdeutlicht, dass keine Kämpfe mit anderen Uhren bestritten werden dürfen.
Quelle: http://schach-nrw.de/

Uhren wie die recht weit verbreitete Game Clock von Saitek, die Garde Digital, etc. sind schon mal wegen dem fehlenden FIDE-Zertifikat nicht geeignet. Dazu kommt, dass die FIDE-zertifizierte DGT 2000 in genau diesem Zeitmodus fehlerhaft ist und auch nicht verwendet werden darf, siehe: http://www.schachschiedsrichter-nrw.de/ ... -geeignet/

Da werden einige Vereine, die sich mit den jetzt nicht zulässigen Digitaluhren für die Zukunft gerüstet sahen, jetzt Probleme bekommen. :?
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon JerryCotton » Mo 24. Aug 2009, 10:51

Frechheit. Die Verbandsmitglieder mit den eigenen Sponsorenverträgen zu erpressen. :x
Muss mir bei meinem Verein zwar keine Gedanken drüber machen. Aber solche Regelungen sollten boykottiert werden.
Können die anderen Uhren die geforderten Zeiten denn wirklich nicht darstellen, oder ist dass neben der auf die Uhren abgestimmten Bedenkzeit eine weitere Ausrede.
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Lestat » Mo 24. Aug 2009, 10:59

schweizer nationalliga ist zum glück immer noch 2h für 40 +1h rest, also gleich wie alle anderen ligen auch. Wir hatten letztes jahr unserer erste mannschaft in der NLB, und mit unseren DGT 2000 hätten wir da bei dieser regelung wirlich ein problem gehabt, vor allem sind die neuen uhren ja auch nicht gerade gratis, da hätten wir wohl gezwungenermassen den freiwilligen rückzug angeben müssen!
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What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Stratege » Mo 24. Aug 2009, 12:26

Den eigenen Verein trifft es gar nicht. Wir geraten so schnell nicht in Gefahr, so hoch spielen zu müssen und hätten im Zweifelsfall den richtigen Satz Digitaluhren (DGT 2010).

Aber die, die eigentlich alles richtig gemacht haben und sich frühzeitig FIDE-zertifizierte Uhren (DGT 2000) gekauft haben, sind jetzt echt gekniffen. Den Nachfolger DGT 2010 gibt es seit 2007. Wer sich z. B. 2006 noch DGT 2000 gekauft hat, wird jetzt garantiert nicht das Budget für neue Uhren eingeplant haben.

Wenn dann in einem Bereicht von von der letzen Verbandsversammlung zu lesen ist, dass im Verband (5. bzw. 6. Klasse von oben) auch über die Einführung von neuen Bedenkzeiten nachgedacht wird, sieht man schon mehr und mehr Probleme kommen:
Bedenkzeit: Der Schachbund NRW wird ab der kommenden Saison die Bedenkzeit für Turniere auf NRW-Ebene nach dem Fischer-Modus regeln. Das bedeutet 100 Minuten für 40 Züge, anschließend 50 Minuten für 20 Züge und danach 15 Minuten für den Rest der Partie, zusätzlich 30 Sekunden pro Zug. Sollte der SBNRW in dieser Spielzeit gute Erfahrungen mit der neuen Bedenkzeitregelung machen, so sei eine Einführung auf Verbandsebene ab der darauffolgenden Saison nicht ausgeschlossen, sagte der Verbandsvorsitzende. Das Hauptproblem für die Vereine liegt darin, dass sie gezwungen sein werden Uhren anzuschaffen, die die neuen Bedingungen umsetzen können. Für mechanische Uhren dürfte das das Ende sein.
Quelle: SC Sendenhorst

Ist eh schon die Frage, wieviele Vereine auf Verbandsebene noch mit Analoguhren spielen. Wenn dann auch noch die Vereine dazukommen, die falsche Digitaluhren (Saitek und DGT 2000 habe ich bei anderen Vereinen bisher am meisten gesehen) besitzen, dann wird das mit der Umstellung vermutlich so bald nichts. (Oder wir steigen mit unserer Bezirksklasse-Truppe wegen diverser Rückzüge in die Verbandsklasse auf. :D )
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon elvis » Mo 24. Aug 2009, 17:21

Einige Vereine haben ihre Erstausstattung mit der DGT 2000 damals durch Vermittlung des Schachbunds gesponsort bekommen (die Uhren hatten dann einen Werbe-Aufdruck einer Bank), z.B. für die Frauen-Bundesliga.
Das wäre jetzt natürlich auch eine Maßnahme, die man von den oberen Funktionärs-Etagen einfordern könnte. Solange die nicht genügend Sponsoren finden, muss eben weiter nach den alten Bedingungen gespielt werden. :roll:

Stratege hat geschrieben:Wenn dann in einem Bereicht von von der letzen Verbandsversammlung zu lesen ist, dass im Verband (5. bzw. 6. Klasse von oben) auch über die Einführung von neuen Bedenkzeiten nachgedacht wird, sieht man schon mehr und mehr Probleme kommen:

Bei uns im Nachbar-Verband Niederrhein sieht es ähnlich aus. Wozu ich sagen muss: Einige, die gerne im Voraus wissen, was kommen wird, waren sich schon absolut sicher, dass ab 2010/11 auf Verbandsebene und 2-3 Jahre später auf Bezirksebene der Fischer-Modus eingeführt wird. Das hat der Verbands-Spielausschuss mit einem "erst mal abwarten" quittiert.

Vorhandenes Material scheint bei diesen Überlegungen doch eine Rolle zu spielen. Als die Fischer-Bedenkzeit für die NRW-Oberliga und NRW-Klasse beschlossen wurde, war bekannt, dass 28 von 30 betroffenen Mannschaften schon mit digitalen Uhren ausgerüstet sind.
Auf Verbandsebene ist die Quote wesentlich geringer, und auf Bezirksebene wird ganz überwiegend mit mechanischen Uhren gespielt.

[edit] Nebenbei müsste der Verband meines Wissens auch in der Lage sein, angeblich nicht bundesliga-taugliche Uhren für die untere Ebenen zu genehmigen. [/edit]

Übrigens sieht man bei uns im Verband bei digitalen Uhren praktisch nur die DGT 2000 und 2010, je nach Datum der Anschaffung. Mein Verein spielt ab der kommenden Saison auch mit der DGT 2010 (die wir beim lokalen Händler mit 33% Rabatt bekommen haben).
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Stratege » Mo 21. Sep 2009, 20:36

Vorhin auf einer anderen Schachseite gesehen:

Lasker I verliert 0 zu 8 aufgrund einer Schiedsrichter Entscheidung wegen magelhaftem Material. Mehr zu dem Thema hoffentlich schon bald!
Quelle: http://www.lasker-koeln.de/

Als wir (Monheim II) heute in Köln gg. Lasker II gespielt haben, sollte zeitgleich in der NRW-Klasse gespielt werden (Lasker I - Porz II).

Es war aber offenbar nicht möglich, die Uhren auf diesen neumodischen Zeitmodus einzustellen. Der Schiedsrichter und ein paar Unerschrockene haben mehr als eine halbe Stunde Bedienungsanleitungen studiert - offenbar ohne Erfolg.

Jedenfalls wurde der Kampf gar nicht begonnen, Lasker hat vermutlich 0-8 (kl) verloren.

Dabei waren die Uhren angeblich sogar von Schachbund NRW empfohlen.
Quelle: http://www.levschach1919.de/index.php?m ... =0#pid6883

Wohl das erste DGT2000-Opfer? Wobei vorher eigentlich genug gewarnt wurde.
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Andrzej » Mo 21. Sep 2009, 21:25

Ich habe mir als privatmensch auch eine DGT 2000 gekauft. Ob ich die jetzt nicht mehr benutzen kann? Was ist wenn dieser modus auch auf verbandsebene eingeführt wird, oder auf turnieren wo man eine uhr mitbringen muss, dann kann ich sie nicht verwenden. OK verkaufe diese Uhr die ich erst vor einem jahr oder so gekauft um mir die DGT 2010 zu holen. Hat jemand interesse?! ^^ Bei einer uhr ist das ja noch vertretbar..
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Stratege » Mi 23. Sep 2009, 18:10

Bezüglich der Uhren in Köln ist Folgendes zu lesen:
der Verein Lasker Köln hatte die richtigen Uhren und zwar die Marke: Silver Timer, die deutlich billiger ist als die DGT 2010. Weder der Schiedsrichter, noch die Mannschaftsführer konnten die Uhren so einstellen, dass der Mannschaftskampf ordnungsgemäss durchgeführt werden konnte. Daraufhin hat der Schiedsrichter den Kampf für Köln als verloren gewertet. Die Kölner haben zwar Protest eingelegt, doch wird dieser Protest schwerlich Erfolg haben, weil der Veranstalter, also Köln, verpflichtet ist, funktionierendes Material zur Verfügung zu stellen. Es hätte ja auch der Schiedsrichter zu spät kommen können, dann sind die Mannschaftsführer die Turnierleiter und die Vertretung des Schiedsrichters.
aus http://www.sk-herne-sodingen.de/?p=791#comments

Bei der Silver gibt es doch auch mehrere Entwicklungsstufen, wobei nur die aktuelle von der FIDE zugelassen wurde? Gibt es da vielleicht Probleme mit älteren Exemplaren? Aber auch gut möglich, dass die Uhr nicht eingestellt werden konnte, weil alle Beteiligten ungeübt waren. Dass das Modell nicht leicht einzustellen ist, stellte ich auch schon mal fest, als ein Vereinskamerad die Uhr, die er günstig bei einem Turnier erstand, mal mitbrachte und wir die Uhr ausprobierten.


@andrzej: Du wirst die Uhr schätzungsweise noch lange in den meisten Turnieren einsetzen können. Und zur Not ist sie auch als Blitzuhr nicht schlecht. Wegen des im Vergleich zum Nachfolger sehr lautem Klacken und kleinem Display kannst du die Uhr sehr gerne selber behalten.
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon Funkmaus » Mi 23. Sep 2009, 20:11

Wie kann es sein, dass 17 Leute nach dem 30-Min. Studieren der Bedienungsanleitung nicht in der Lage sind, die Uhr auf 100 Minuten 40 Züge, 50 Minuten 20 Züge, 15 Minuten Rest bei einem Bonus 30 Sekunden ab dem 1 Zug einzustellen. :roll:
Oder waren es nur 9 Leute, da die gegnerische Mannschaft gar nicht interessiert war, dass der Kampf stattfindet?

Ich habe am Sonntag mit dieser Bedenkzeit in Letmathe (gegen die Mannschaft von French Magician) gespielt. Als wir kamen, waren die Uhren schon eigestellt, und in der einzigen Partie, die über die Zeitkontrolle ging, gab es keine Probleme...
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Re: Wer die falschen Digitaluhren besitzt hat ein großes Problem

Beitragvon elvis » Do 24. Sep 2009, 01:54

Bezüglich der Uhren in Köln:
Über die "Silver" habe ich öfters Schlechtes gehört; diese bizarre Geschichte passt ins Bild.
Ein Problem ist, die Uhr hat einfach zu wenig Knöpfe. Alle Einstellungen müssen mit zwei Knöpfen gemacht werden, die als "Mode" und "Prog" beschriftet sind. Und wie das läuft, ist absolut nicht intuitiv. Ohne Anleitung hast du kaum eine Chance.
(Die DGT-Uhren sind in dieser Hinsicht eindeutig besser! Auch die alte DGT 2000. Als ich die zum ersten Mal einstellen musste, - okay, das war ein einfacher Modus, ohne Inkrement - habe ich ohne Anleitung weniger als ne Minute gebraucht, um herauszufinden, wie das geht.)

Die andere Sache ist, dass anscheinend niemand Bescheid wusste.
Das Unwissen des Schiedsrichters ist blamabel. Der sollte eigentlich besser vorbereitet sein.
Und dass der Verein Uhren anschafft und dann beim Mannschaftskampf, wo es drauf ankommt, niemand anwesend ist, der damit umgehen kann, das ist mir absolut unverständlich.

Zumal: Auf der Website der Schachschiedsrichter NRW wurden Ende August, ein paar Wochen vor Saisonbeginn, detaillierte Anleitungen veröffentlicht, wie man welche Uhr für die Bedenkzeit in der NRW-Klasse/Oberliga einstellt. Darauf wurde auf der Homepage des Schachbund NRW und an verschiedenen anderen Orten extra hingewiesen. Wer sich ein bisschen um die Organisation des Spielbetriebs kümmert, sollte das rechtzeitig mitbekommen haben.
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