Wendeschach als Trainingsmittel

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Wendeschach als Trainingsmittel

Beitragvon Andrzej » Sa 1. Jan 2011, 23:30

Ich bin eben im internet auf einen Tischlermeister gestoßen, der ein Wendeschach erstellt.
Für alle die den Begriff nicht kennen:
Im Endeffekt ist ein Tisch mit einem Schachspiel, welches man wenden kann. Die Figuren sind magnetisch. So kann man z.b. eine (halb-) Blindschachpartie spielen.



Auf der Vertriebsseite des Wendeschachtisches steht:

Dieses Schachbrett ist von beiden Seiten gleichzeitig bespielbar.

Das Spielfeld kann um die eigene Achse gewendet werden. Es wird mittels Magneten in der waagerechten Position gehalten. Jeder Spieler spielt auf seinem eigenen Spielfeld, nach jedem Zug wird das Brett um die eigene Achse gewendet. Die Spieler sehen immer nur die Figuren dessen, der gerade am Zug ist, sie müssen sich die Stellung auf der anderen Seite merken. Die Figuren sind magnetisch, sie halten auch kopfüber. Die Beine werden angeschraubt, sind abnehmbar und so ist das Spiel Platz sparend im Karton zu verstauen.

Das Spiel ist eine große Herausforderung an das Gedächtnis und ein wunderbares Training.

Quelle:http://wendeschach.de/seite7.html

hier gibts noch ein Video: http://wendeschach.de/Video.html

Meine Frage lautet:
Kannte das von euch jemand vorher? Ob ja oder nein, wie findet ihr das?

Ich habe ein starkes Defizit in der Spielstärke und das heißt "Vorstellungsvermögen". Die Züge und varianten kann ich mir schwer vorzustellen. Das fängt schon damit an, dass ich mir Namen schlecht merken kann wenn ich sie nicht lese, ich habe einen starken optisch ausgepräkten Wahrnehmungssinn. Andererseits habe ich es in Kindheitalter auch geschafft zwei sprachen zu lernen ohne sie zu "sehen".. aber der mensch ist ja auch so konzipiert, dass er es im kindesalter schafft.
Vielleicht kann mein sein "Rechenvermögen von verschiedenen Variantenbäumen" ja noch im späten alter durch Taktik üben. Was ich mir aber überlege ist, ob nicht vielleicht dieses Schachspiel dabei behilflich sein kann?!
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Re: Wendeschach als Trainingsmittel

Beitragvon Riddler » So 2. Jan 2011, 00:08

Nettes Gimick, aber ich denke, dass sich sowas - für Trainingszwecke - per Software einfacher regeln lässt.
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Re: Wendeschach als Trainingsmittel

Beitragvon Andrzej » So 2. Jan 2011, 00:15

Also ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber ich finde das sich vorstellungskraft des spiels für mich einen rießen Unterschied macht ob es auf einem bildschirm in 2D ist, oder in 3D im rl.
Also auch taktikaufgaben baue ich lieber auf einem holzbrett auf, weil das für mich zwei verschiedene welten sind von der auffassungsgabe.
Fasse halt alles wie gesagt stark optisch auf und ein Brett ist was anderes als ein digital animiertes 2D Bild.
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Re: Wendeschach als Trainingsmittel

Beitragvon Riddler » So 2. Jan 2011, 00:29

Wenn´s für Dich so besser ist, ist es ja ok.
Allerdings kannst Du auch am Bildschirm ein 3D Brett darstellen, wenn Dir die Diagrammdarstellung nicht gefällt.

Großer Nachteil bei einem "echten" Brett ist immer, dass Du jede Menge Zeit beim Auf- Weg- und Zurückstellen der Figuren verlierst.
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Re: Wendeschach als Trainingsmittel

Beitragvon elvis » So 2. Jan 2011, 05:33

Ich habe so ein Teil mal am Rande des Ramada-Cups gesehen, und habe zugeschaut, wie andere damit gespielt haben.
Ich halte es auch für einen Gimmick, mehr nicht.

Natürlich kannst du es zweckentfremden, um damit deine Visualisierung zu trainieren.
Einen ähnlichen (vielleicht noch etwas besseren) Effekt erreichst du, wenn du zwei normale Bretter nimmst, eines in der Küche aufstellst und darauf die weißen Figuren aufbaust, das andere im Badezimmer mit den schwarzen Figuren. Dann setzt du dich in dein Zimmer und versuchst erst, ohne Ansicht beider Bretter zu spielen, und wenn du nicht mehr sicher bist, wo die Figuren stehen, läufst du zu dem einen oder anderen Brett und siehst dir die (halbe) Stellung an.
Entweder lernst du dabei, die Stellung möglichst vollständig auswendig im Kopf zu "sehen", oder du lernst nix und wirst nur rammdösig vom Hin- und Herlaufen, eins von beiden.

Empfehlen würde ich das aber nicht.
Bei der Variantenberechnung im normalen Schach musst du, ausgehend von der aktuellen Stellung, Bewegungen der weißen und der schwarzen Figuren "sehen", wobei der Blick aufs Brett sowohl hilft (du siehst, wo die Figuren aktuell stehen) als auch hinderlich ist (was du siehst, ist ein wenig anders als die Stellung, wie sie in 1, 2, 3, ... Zügen sein wird; du musst dir also sämtliche Veränderungen gegenüber der aktuellen Brettstellung hinzudenken).
Beim Wendeschach musst du dagegen zwei verschiedene Aufgaben gleichzeitig lösen: die Bewegungen der eigenen Figuren als Veränderung gegenüber der sichtbaren Brettstellung visualisieren, und die Stellung der Gegenseite "blind" berechnen.
Zudem ist es ziemlich umständlich, wenn du zur Kontrolle (die brauchst du vermutlich) beide Stellungen zusammen auf ein Brett bringen willst.
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