Anlässlich des kurzen Austausches über eine Suzan-Polgar-Doku (siehe hier schachwelt-f22/aus-meinem-feed-reader-t545-s30.html) habe ich bemerkt, dass sich im Forum einige mit lernpsychologischen Fragen beschäftigen. Mich würde interessieren, was ihr von Schach als Schulfach (Motto: Schach statt Mathe in Grundschulen) haltet. Meistens wird dies ja nicht durch das Schachspielen selbst, sondern durch positive Effekte in anderen Bereichen (bessere Noten in z. B. Mathe oder Deutsch oder Testergebnisse) begründet. Das wären die so genanten „Transfereffekte“.
Als mögliche Bezugspunkte verweise ich mal zwei sehr entschiedene Positionen zum Thema:
1) Marion Kauke-Bönsch: Fördert Schach die Intelligenz?
http://www.schachbund.de/intern/referat ... igenz.html
Zitat: „Das methodisch gelehrte Schach – so wurde berichtet – habe bereits in sechs Monaten den Intelligenzquotienten der daran beteiligten Schulkinder und Lehrer angehoben.“
2) Elsbeth Stern: Intelligentes Wissen als Schlüssel zum Können
http://www.viel-wissen.de/cms/de/vielPr ... ation.html
Siehe etwa die Teile 4 – 9 des Vortrags (auf der Seite downloadbar)
Zitat zu Schach in der Sowjetunion (nicht wörtlich): „Es gibt keine Belege dafür, dass Schachunterricht sich positiv auf den Mathematikunterricht auswirkt. Allerdings gibt es eine bessere Mathematikdidaktik.“
Entschuldigung für die Zumutung, die externen Quellen zu lesen bzw. anzuschauen. Immerhin sind die Unterschiede deutlich: Während Bönsch-Kauke unter Berufung auf zahlreiche Untersuchungen mehr oder weniger behauptet, Schachunterricht erhöhe die Intelligenz (Stichwort: Klüger durch Schach), behauptet Stern unter Berufung auf zahlreiche Untersuchungen, es gebe keine Belege für solche Transfereffekte des Schachs (Stichwort: Mythos der formalen Bildung).
Was meint ihr dazu?
