Was lehrt uns Schach?

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Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Kiffing » Sa 3. Jan 2009, 03:46

Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Kinder und Jugendliche in die Schachvereine strömen. Das Interesse an Schach ist bei den Jüngeren gewachsen. Dies liegt auch an den Eltern, die immer mehr den Wert erkennen, den Schach für die Persönlichkeitsentwicklung besitzt. Doch was sind eigentlich die Fähigkeiten, die durch das Schach vermittelt werden? Laßt uns darüber diskutieren.

Da sind zum einen Kreativität und Phantasie zu nennen, die durch das Schach gefördert werden. Denn im Schach muß man in unbekannten Stellungen Wege finden, wie man den Gegner vor Probleme stellen kann. So wird gleichzeitig auch das strategische und logische Denken geschult. Ebenso wird das räumliche Vorstellungsvermögen durch das Schach weiter entwickelt, denn vor allem beim Variantenrechnen muß man in der Lage sein, Positionen im Geiste weiterzuspielen, die noch nicht auf dem Brett stehen. Schach ist vor allem in der Eröffnungstheorie ein streng wissenschaftliches Spiel. Es gibt Myriaden an Eröffnungsbüchern, und derjenige, der im Schach gut sein will, muß sehr viele Varianten auswendig lernen. Dies schult das Gedächtnis. Während wir spielend zahlreiche Varianten in ihren Gedanken erzeugen, erforschen wir neue Ideen, versuchen ihre Ergebnisse vorauszusagen und die überraschenden Ereignisse zu interpretieren. Wir entscheiden uns für eine Hypothese und dann machen wir unseren Zug und testen das Ganze.

Neben den kognitiven Fähigkeiten werden auch wichtige Persönlichkeitsmerkmale durch das Schach trainiert. So lehrt Schach unabhängiges Denken, weil man selbständig Entscheidungen am Brett zu fällen hat, für die man am Ende geradezustehen hat. Es lehrt wissenschaftliches Denken und den sportlichen Wettkampf, es lehrt Ausdauer und Zielstrebigkeit, wie einen einmal gefassten Plan auch bis zum Ende zu führen. Und es lehrt die Fähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen und diese produktiv dazu zu nutzen, aus den Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen und sich so weiterzuentwickeln. Wer es im Schach zu etwas bringen will, der braucht einen scharfen Verstand, klares Unterscheidungsvermögen und die Fähigkeit, sich auf die wesentlichen Dinge auszurichten. All das wird durch die Auseinandersetzung mit der Materie Schach gefördert.

Was fällt euch noch ein zu dem Wert der Persönlichkeitsbildung durch Schach?
Kiffing
 

Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Fritz7 » Sa 3. Jan 2009, 19:56

Ich würde sagen die meisten anderen Sportarten (Fussball, Wandern, etc.) sind der Persönlichkeitsentwicklung eher zuträglich, sie lehren einem
sich selbst einzuschätzen, bauen Stress ab (was man vom schach nur begrenzt behaupten kann) und sind gut für den Körper.
Schach hingegen kann sogar für Stress sorgen.
Und das lernen von Schachtheorie kann ebensogut von wichtigeren Dingen ablenken wie gut für das Gedächtnis sein.

Allerdings gibt es wissenschaftliche Belege nach denen Schach wirklich gut fürs Gehirn sei. E gibt Fälle von Profi-Schachspielern die mit
Demenz im Endstadium noch ganz normal denken und sogar Schachspielen konnten, wenn auch mit eingeschränkter Rechenfähigkeit (die trotzdem noch weit über der des Durchschnittsmenschen lag). Selbiges lässt sich interessanterweise bei Musikern feststellen.

Ich glaube für die Persönlichkeit ist das Schachspiel einfach als geselliger Vereinssport am förderlichsten
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon brokkolibube » So 11. Jan 2009, 21:30

Und als schachspielender Musiker bin ich nun das Superhirn? ;)

Ich denke, man sollte Schach nicht überbewerten. Schach ist ein Brettspiel für zwei Spieler, deren Ziel es ist, den gegnerischen König mattzusetzen. Mehr auch nicht.
Und wenn man sich mal bei Schachturnieren umschaut, dann wird man sehen, dass dort weder die geballte menschliche Intelligenz, noch der nächste Mr. Universe finden wird ;)
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon DrHouse » So 11. Jan 2009, 21:33

Ich denke, Schach ist gut für Phantasie, Kreativität, das Gedächtnis.
Wobei Schach nat hier auch kein Wundemittel ist, im Groben stimme ich brokkoli schon zu


Gruß
DrHouse
 

Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Kiffing » Mo 12. Jan 2009, 14:38

Ich denke, daß Schach mehr ist als nur ein gewöhnliches Brettspiel. Denn Schach hat eine Jahrtausende alte Tradition und Kultur, hat eine überaus spannende Geschichte, und es gibt über dieses Spiel Mythen und wissenschaftlich ausgerichtete Bücher wie in keinem anderen Brettspiel. Eine Partie Schach stellt dabei einen schier unerschöpflichen Kosmos mit eigenen Gesetzmäßigkeiten dar, Schach ist ein eigener Mikrokosmos, in dem man all das ausleben kann, wozu man im Reallife vielleicht nicht in der Lage ist oder sich nicht dazu traut.

Allerdings war mein Eingangsbeitrag ja nicht darauf ausgerichtet, daß Schach ein besonderes Spiel ist, was es in meinen Augen ganz gewiß ist. Sondern es geht darum, die Bereiche festzulegen, die durch die Auseinandersetzung mit der Materie Schach gefördert werden können, damit man sich dieses Nutzens besser bewusst ist und noch stärker davon profitieren kann. Daß Schach viele intellektuelle Bereiche, aber auch den Charakter, fördern kann, halte ich für einen Axiom, auf den aufgebaut werden sollte.
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Fritz7 » So 18. Jan 2009, 18:11

Kiffing hat geschrieben: Eine Partie Schach stellt dabei einen schier unerschöpflichen Kosmos mit eigenen Gesetzmäßigkeiten dar, Schach ist ein eigener Mikrokosmos, in dem man all das ausleben kann, wozu man im Reallife vielleicht nicht in der Lage ist oder sich nicht dazu traut.


Wie soll das gehen?
Wie kann man Dinge an die man im Leben nicht kommt durch Schach ersetzen?
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Kiffing » So 18. Jan 2009, 22:16

Fritz7 hat geschrieben:Wie soll das gehen?
Wie kann man Dinge an die man im Leben nicht kommt durch Schach ersetzen?

Schach sollte nur in eine abstrakte Beziehung zum wahren Leben gesetzt werden. Von daher ist es kein Surrogat, wohl aber ein Organon. Wenn man jetzt all das auslebt, wozu man sich im Reallife nicht traute, dann kann man dies im Rahmen der 64 Felder machen. Wer zum Beispiel im Reallife Scheu hat, jemandem klar seine Meinung zu geigen, der kann dies im Spiel im übertragenen Sinne tun, indem er dem Gegner mit seinen Figuren schwer zusetzt. Schach bietet wegen seiner abstrakten Natur eine wahre Fülle an Interpretationsmöglichkeiten.
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Krennwurzn » Mo 19. Jan 2009, 14:26

Wie im Reallife gibt es im Schach keine "Rückgängig"-Taste, dh. getroffene Handlungen können nicht mehr zurückgenommen werden. Man lernt daher spielerisch die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen - also zuerst denken, dann prüfen, dann handeln! Eine Vorgehensweise, die auch für das Reallife nicht die schlechteste zu sein scheint. Ansonsten ist Schach einfach ein wunderbares Spiel, das oftmals sehr einfach zu sein scheint und dennoch für fast alle von uns eine Tiefe hat, die wir wohl nie ergründen werden können!
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon WilhelmHH » Mo 19. Jan 2009, 18:17

Kiffing hat geschrieben:[Von daher ist es kein Surrogat, wohl aber ein Organon.

Bist du aufs humanistische Gymnasium gegangen, Kiffing?

Surrogat ist Latein.
Organon griechisch.
Ich würde gern die Welt verbessern, doch Gott gibt mir den Quellcode nicht!
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Re: Was lehrt uns Schach?

Beitragvon Cresspahl » Mo 19. Jan 2009, 19:31

Ich denke Schach lehrt uns ueberhaupt nichts. Es ist ein Spiel wie viele andere auch.
(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt
(18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
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