Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon naphta » Do 7. Jan 2010, 16:07

Ich bin kein großer Freund von Schach-DVDs, da ich der Meinung bin, dass die beste DVD gegen ein gutes Lehrbuch (noch) keine Chance hat. Aber vielleicht ändert sich das ja mal. Wenn ich an alte DVDs, die mal zum kostenlosen Download bereitstanden denke, dann ist die Entwicklung positiv.

Ich erwarte von Schach-DVDs, dass die Trainingseinheiten nicht so lang sind. 10 min. sind ideal, sonst stürzt meine Konzentrationskurve auf 0.
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon TheKillerGrob » Do 7. Jan 2010, 19:41

Ich habe bisher zwei Schach-DVD's und eine Schach-CD:
Aljechin-Verteidigung von GM Luther hat mich arg enttäuscht.
Tschechisches Benoni von IM Martin: Die ist meiner Meinung nach sehr gelungen, aber ein paar mehr Partien hätten nicht geschadet.

Budapester Gambit von Dimitri Oleinikov (CD): Diese CD ist super und ich kann sie jedem nur empfehlen, der BG spielen will.
Das Tolle daran im Gegensatz zu den Video-DVD's ist, dass man eine interaktive CD hat, wo man sich in jedes Kapitel reinliest und dazu Beispielpartien mit den Plänen der jeweiligen Varianten anschaut; der Trainingseffekt ist dabei um ein vielfaches höher als bei den DVD's. Weiterhin enthält diese CD noch eine Fallen-Datenbank, eine Strategie- und eine Taktik-Datenbank, wo man sein Wissen über die Eröffnung testen kann (mit Punktesystem); zusätzlich enthält die CD noch eine Datenbank mit ca.120 kommentierten Partien und noch sehr viele unkommentierte (zum selber-schmökern), wobei bei den unkommentierten auch noch Partien mit dem Fajarowicz-Gambit erfasst wurden. Dies und der gute didaktische Aufbau (dank Oleinikov) machen diese CD zu einer der besten auf dem Markt überhaupt.
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon Orang_Utan » Fr 8. Jan 2010, 09:53

TheKillerGrob hat geschrieben:Budapester Gambit von Dimitri Oleinikov (CD): Diese CD ist super und ich kann sie jedem nur empfehlen, der BG spielen will.
Das Tolle daran im Gegensatz zu den Video-DVD's ist, dass man eine interaktive CD hat, wo man sich in jedes Kapitel reinliest und dazu Beispielpartien mit den Plänen der jeweiligen Varianten anschaut; der Trainingseffekt ist dabei um ein vielfaches höher als bei den DVD's.


Seine CDs sind allesamt sehr gut. Das beste, was ich bisher gesehen habe. :!:

Die Video DVDs sind durchwachsen. Es gibt sehr gute (z.B. PowerPlay) bis sehr schlechte (Luthers Aljechin ist ein prägnantes Beispiel).

Man sollte nicht zu viele Erwartungen an diese Sachen hegen. Ich sehe sie mir in der Regel an, um

a) Lust auf eine Eröffnung zu bekommen und

b) diese ggf. vertieft mittels Büchern anzusehen
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon Boxer » So 10. Jan 2010, 17:54

Hallo,

ich habe Schach-CDs (macht ja wohl kaum einen Unterschied zu DVDs ausser, dass mehr Speicherkapazität vorhanden ist). Da ich mich viel mit Schach beschäftige, bin Rentner und behindert, finde ich sie schon eine Bereicherung. Man muss allerdings sie so einsetzen, dass sie helfen und nicht schaden. Bei Internetpartien nicht zum Einsatz bringen. Vorallendingen habe ich CDs mit mit Schachaufgaben, das Trainieren macht einfach Freude und hält die grauen Zellen auf Trapp. Ausserdem kann sie nutzen um, Vereinspartien zu speichern. Das macht zwar Arbeit, aber beim Eintragen flucht man oder freut sich :D .

Gruss

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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon kladist » Do 21. Jan 2010, 02:25

Ich habe zusammenfassend aus den Beiträgen hier und privaten Gesprächen anderswo mal ein paar Punkte zusammengestellt. Vielleicht fällt euch dazu was auf oder ein. Danke! (Meine Frage war ja, was möchten Leser von Rezensionen über die DVD erfahren. Na ja, und natürlich auch, was ist für mich selbst wichtig bei der Beurteilung.)

Kriterien für Schach-DVDs

Allgemeine Merkmale: Was bieten DVDs im Vergleich mit CDs (z. B. von Chessbase: Datenbank plus ausführliche Datenbanktexte) und Büchern. (Dass der Autor qualifiziert sein sollte, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, merke aber diesen Punkt hier schon mal an)

Möglichkeiten des Mediums: Man sieht das Gesicht und hört die Stimme des Autoren. Die Präsentation rückt in den Vordergrund (Person, Sprache, Rhetorik und sogar Spannung werden wichtig). – (Gefahr: Autor kann nicht sprechen; Lockerheit gleitet in Oberflächlichkeit und Geschwätz ab)

Bequemlichkeit: Wie beim Fernsehen (bzw. bei manchen DVDs wirklich vorm Fernseher) bekommt man die Inhalte vorgeführt. – (Gefahr: Mindeststandards bei der Produktion werden nicht eingehalten, Augen und Geduld werden durch lange Pausen oder z. B. durch Trinken und Naseputzen beleidigt)

Motivation: Selbst beim passiven Zuschauen können DVDs motivieren, Lust machen sich mit einem Thema zu beschäftigen bzw. es zu vertiefen. (Beispiel: Crash-Kurse für bestimmte Eröffnungen mit Plänen, Ideen und Beispielpartien)

Didaktische Aufbereitung: DVDs sollten verständlich, lehrreich und unterhaltend sein. Die Einheiten sollten gut portioniert sein (weder zu kurz noch zu lang). – (Gefahr: schlechte Auswahl des Materials, mangelhaftes Konzept oder wenig Vorbereitung)

Training: Sowohl Computer als auch DVD-Player haben Pausentasten, so dass Trainingsaufgaben in die Videopräsentation eingebaut werden können (Trainingsfragen, Aufgaben während des Zuschauens oder für zwischen den Lektionen)

Zusatzmaterial: DVDs können medienbedingt nur wenig Inhalt in Wort und Bild präsentieren. Deshalb ist eine Ergänzung des Materials in Form von Datenbanken, Übungsaufgaben oder anderem Material sinnvoll.

Zielgruppe: Je nach Spielstärke sind die Erwartungen an DVDs sehr unterschiedlich. Z. B. in Bezug auf Eröffnungen werden Präsentationen, die stärkere Spieler für niveaulos halten, von schwächeren Spielern trotzdem als hilfreich eingeschätzt. (Dies ist auch bei Büchern so, aber bei DVDs nach meiner Vermutung in noch höherem Maße. Daher sollte bei DVDs eine Angabe der Zielgruppe selbstverständlich werden.)

Soweit erstmal.
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon project_chaos » Do 21. Jan 2010, 07:18

ja die angabe der zielgruppe wäre schon sinnvol.

neuestes beispiel, hab gestern die neue dvd von karsten müller (magic of chesstactics) bekommen.

muss sagen bin entäuscht, da er die stellungen zuschnell behandelt, wenig die wichtigsten merkmale der stellung erklärt.
auch wenn er immer wieder zum pause drücken und selberberechnen animiert. ist das für etwas schwächere spieler wie mich teilweise sehr entmutigend, wenn im ersten beispiel video (shirov - lautier) er sagt man solle den qualitäts gewinn selber berechnen, der dann 7 bis 10 züge später erfolgt.
finde ich zum einstig schon heftig.

des weiteren , hab ich auch noch nicht die datenbank mit der man die trainingsfunktion nutzen kann entdeckt, welche vorhanden sein soll. zumindest hab ich das so verstanden.
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon Anderssen » Do 21. Jan 2010, 11:37

Ich möchte mir in nächster Zeit einige Fritz-Trainer-DVDs zulegen, habe bislang aber noch keine dieser DVDs gesehen und kenne nur die Vorschau-Videos auf der Chessbase-Website.

Warum ich mich überhaupt für Schach-DVDs interessiere?
Ausschlaggebend war, dass ich mich nicht dazu motivieren kann, selbständig aus Endspiel-Büchern zu lernen. Diese Bücher verstauben leider im Regal. Hier benötige ich offenbar etwas persönliche "Ansprache" und Fremdmotivation, die ich mir von den Endspiel-DVDs erhoffe. Chessbase wirbt ja genau damit, dass diese DVDs geeignet sind für die Leute, denen das Lernen aus Büchern zu "trocken" ist. Vermutlich ist der Trainingseffekt eines Video-Lehrgangs (selbst wenn man die DVD mehrfach anschaut) wesentlich geringer als beim Durcharbeiten eines guten Buches, aber sicherlich besser als nichts.

Beim ersten Überblick über die Fritz-Trainer-DVDs haben mich auch einige Eröffnungs-DVDs gereizt.
Hier erwarte ich allerdings mehr als eine Einführung in Grundideen einer Eröffnung, da ich mich in der Regel mit den entsprechenden Eröffnungen bereits beschäftigt habe. Wenn ich hier in dem Thread lese, dass die Alapin-DVD von Tiviakov lediglich auf Grundideen der Eröffnung eingeht, finde ich das schade. Ich hätte erwartet, dass ein Experte in der jeweiligen Eröffnung mehr bietet als lediglich Basiswissen.

Deshalb auch von mir die Empfehlung: Man sollte NICHT versuchen, alle Zielgruppen zugleich zu bedienen, sondern klar unterscheiden, ob die DVD Grundlagenwissen oder Aufbauwissen vermittelt.
Sonst sind sehr schnell BEIDE Zielgruppen enttäuscht: Die stärkeren Spieler werden unterfordert und die schwächeren überfordert. Langfristig verliert man so Kunden.

Also meine Anregung via Kladist an Chessbase: Ich würde mir eine strikte Trennung zwischen Einführungs-DVDs und Aufbauwissen-DVDs wünschen. Die Einführungs-DVDs sollten von didaktisch kompetenten Trainern gestaltet werden, die nicht unbedingt Großmeister-Spielstärke haben müssen. Von den weiterführenden DVDs erwarte ich, dass hier Experten anspruchsvollen Unterricht machen.
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Re: Was erwartet ihr von Schach-DVDs?

Beitragvon project_chaos » Do 21. Jan 2010, 18:20

so hab jetzt auch die dvd von weteschnik bekommen, und muss sagen, bringt mir mehr wie karsten müller.

ok ist wohl eher für schwächere spieler als zielgruppe
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