von kladist » Do 21. Jan 2010, 02:25
Ich habe zusammenfassend aus den Beiträgen hier und privaten Gesprächen anderswo mal ein paar Punkte zusammengestellt. Vielleicht fällt euch dazu was auf oder ein. Danke! (Meine Frage war ja, was möchten Leser von Rezensionen über die DVD erfahren. Na ja, und natürlich auch, was ist für mich selbst wichtig bei der Beurteilung.)
Kriterien für Schach-DVDs
Allgemeine Merkmale: Was bieten DVDs im Vergleich mit CDs (z. B. von Chessbase: Datenbank plus ausführliche Datenbanktexte) und Büchern. (Dass der Autor qualifiziert sein sollte, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, merke aber diesen Punkt hier schon mal an)
Möglichkeiten des Mediums: Man sieht das Gesicht und hört die Stimme des Autoren. Die Präsentation rückt in den Vordergrund (Person, Sprache, Rhetorik und sogar Spannung werden wichtig). – (Gefahr: Autor kann nicht sprechen; Lockerheit gleitet in Oberflächlichkeit und Geschwätz ab)
Bequemlichkeit: Wie beim Fernsehen (bzw. bei manchen DVDs wirklich vorm Fernseher) bekommt man die Inhalte vorgeführt. – (Gefahr: Mindeststandards bei der Produktion werden nicht eingehalten, Augen und Geduld werden durch lange Pausen oder z. B. durch Trinken und Naseputzen beleidigt)
Motivation: Selbst beim passiven Zuschauen können DVDs motivieren, Lust machen sich mit einem Thema zu beschäftigen bzw. es zu vertiefen. (Beispiel: Crash-Kurse für bestimmte Eröffnungen mit Plänen, Ideen und Beispielpartien)
Didaktische Aufbereitung: DVDs sollten verständlich, lehrreich und unterhaltend sein. Die Einheiten sollten gut portioniert sein (weder zu kurz noch zu lang). – (Gefahr: schlechte Auswahl des Materials, mangelhaftes Konzept oder wenig Vorbereitung)
Training: Sowohl Computer als auch DVD-Player haben Pausentasten, so dass Trainingsaufgaben in die Videopräsentation eingebaut werden können (Trainingsfragen, Aufgaben während des Zuschauens oder für zwischen den Lektionen)
Zusatzmaterial: DVDs können medienbedingt nur wenig Inhalt in Wort und Bild präsentieren. Deshalb ist eine Ergänzung des Materials in Form von Datenbanken, Übungsaufgaben oder anderem Material sinnvoll.
Zielgruppe: Je nach Spielstärke sind die Erwartungen an DVDs sehr unterschiedlich. Z. B. in Bezug auf Eröffnungen werden Präsentationen, die stärkere Spieler für niveaulos halten, von schwächeren Spielern trotzdem als hilfreich eingeschätzt. (Dies ist auch bei Büchern so, aber bei DVDs nach meiner Vermutung in noch höherem Maße. Daher sollte bei DVDs eine Angabe der Zielgruppe selbstverständlich werden.)
Soweit erstmal.
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kladist am Do 21. Jan 2010, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.