Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

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Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

Beitragvon stoppelhoppler » So 5. Jul 2009, 15:18

Unfälle finden zumeist breite Beachtung.
In der Diskussion werden Ursachen, Hintergründe, Konsequenzen und Verbesserungen abgeklopft.

Es bleiben auch Fragen übrig oder tauchen auf -

siehe z. B. hier: viewtopic.php?f=20&t=377

Perspektive?, Blickwinkel?, Verhaltensmuster?, innere Zwänge?, Neigung zur Gefahr?, Stereotype?

Fragen über Fragen ...

Schachunfälle haben ihren Bezug meist zum Geschehen auf dem Brett. Einige Unfälle neben dem Brett werden recht häufig anekdotisch aufgearbeitet.

Ich möchte hier einige krasse schachliche Unfälle zur Warnung, zur Abschreckung, zum Amusement, zur Erbauung, zwecks Kondolenz, zur Lehre, zur Wiederholungsanregung aber auch zur Vermeidung vorstellen.

1. Beispiel:

Finale der russischen Meisterschaft 1997 zwischen Svidler und Bareev (erstmalig im KO-Modus entsprechend dem neuen WM-Format ausgetragen):

Die regulären Partien (2) und die Schnellschachpartien (4) erbrachten ein 3:3, das allerdings nicht durch energiesparende GM-Remisen sondern nur durch ausgekämpfte, entschiedene Partien erreicht wurde.

Es folgt der Meisterschaftsentscheid durch 2 Blitzpartien und danach Armageddon.

Die erste Blitzpartie ergab folgende Situation bei einer Restbedenkzeit von 25 sec für Bareeev und schmalen 9 sec für Svidler:

Bild

Die zum Thema passende Aufgabe lautet hier mal nicht "Welches ist der beste Zug?" sondern "Welcher unfallträchtige Zug geschah tatsächlich - quasi meisterschaftsentscheidend?".
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Re: Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

Beitragvon Jupp53 » So 5. Jul 2009, 15:47

Da ist ein Hilfsmatt in 1 drin mit 1.Kh2 Th1#
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Re: Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

Beitragvon stoppelhoppler » So 5. Jul 2009, 15:51

In Schach 11/1999 berichtet Wolfgang Uhlmann von einem Turnier mit Hindernissen in Marienbad 1965.

Während eines Besuchs des Speisewagens im Zug wurden ihm neben so ersetzbaren Sachen wie Koffer, Mantel, Aktentasche auch die einzig unersetzbare Sache gestohlen :evil: :

Seine Schachkartei mit jahrelangen eigenen Ausarbeitungen :!: :!:

Trotz dieses Mankos gelang es Uhlmann bereits in der 2. Runde den starken Russen Schamkowitsch eröffnungstheoretisch zu überspielen, bis er mit der Zeitkontrolle im 40. Zug auch schon wieder an seine "Kartie" - also weniger an die "Partei" - dachte.

Szenenbild vor dem 40. Zug von Weiß:

Bild

Diese Aufgabe scheint mir jetzt schon etwas schwieriger zu sein:

Durch welchen unerwarteten Zug Uhlmanns erreichte Schamkowitsch letztendlich sogar eine GM-Norm?

Da sieht man mal wieder, wie viele kleine Zufälle große Auswirkungen haben können.

Uhlmann erklärte diesen Fehler in der Art von gepäckbedingten vorweggenommenen Restabbildern.
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Re: Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

Beitragvon Jupp53 » Mo 6. Jul 2009, 11:08

Zweiter Zug vor erstem Zug? Also gerechnet Txg5 Txg5 hxg5 und gezogen hxg5 wonach der Turm futsch ist?
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Re: Unfälle ... Folgen ... Ursachen (?!)

Beitragvon stoppelhoppler » Mo 6. Jul 2009, 13:25

Nachgedacht und mitgemacht :!:

Es folgte tatsächlich mit 40. h4xg5?? der 2. Zug vor dem 1.

Einen weiteren Unfall von sportlich ganz entscheidender Auswirkung beschreibt W. Uhlmann beim Stand von 1,5:1,5 in seinem Kandidatenmatch gegen Bent Larsen 1970 wie folgt:

"Genüßlich betrachtete ich die Stellung und überlegte, ob ich mit 31. Sc6 oder 31. Sxe6 gewinnen sollte. Vor lauter Genugtuung vergaß ich völlig meine knapp gewordene Bedenkzeit und reagierte, als ich ihrer gewahr wurde, in Panik mit dem schrecklichen Fehler 31. Sf3??"

Ein sehr bitterer Moment, der die Partie von +- etwas überraschend sogar auf -+ drehte (Larsen gewann 5,5:3,5):
Bild

Stellung vor Uhlmanns 31. Sf3??
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