Schachspieler und Kleidung

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Schachspieler und Kleidung

Beitragvon Kiffing » Di 30. Dez 2008, 14:23

Was habt ihr eigentlich für Ansprüche, wie sich Schachspieler kleiden sollen?

Es gibt da ja unterschiedliche Standpunkte. So gibt es die einen, die von einem Schachspieler erwarten, daß sie die Gilde der Schachspieler gut vertreten und sich seriös und gepflegt kleiden. Außerdem wird vor allem bei Spitzenspielern argumentiert, daß diese durch ihr seriöses und gepflegtes Erscheinungsbild Sponsoren anlocken, die so eher bereit wären, in den Schachsport zu investieren, wovon dann alle was haben.
Die anderen kritisieren dieses Prinzip und stellen in Frage, daß sich Schachspieler vor Sponsoren „prostituieren“ müssen. Für sie geht dadurch, daß die Schachspieler sich in ihrem Erscheinungsbild zunehmend äußerlich gleichen, etwas von der Urtümlichkeit, der Authentizität der Spieler verloren. Sie wollen echte Typen sehen und nicht wie aus dem Ei gepellte Vertreter. Sie wollen sich nicht einem äußeren Druck unterwerfen, der ihnen abverlangt, feine Kleidung zu tragen.

Ich sehe das ähnlich. Für mich ist es wichtig, daß jeder das tragen kann, was er mag und das zu seiner Persönlichkeit passt, die durch die Kleidung ja zu einem guten Teil ausgedrückt wird. Dieser Druck für die Spitzenspieler, feine Anzüge mit Krawatte zu tragen, führt zu einer amorphen Masse, was auf mich einen ähnlich abschreckenden Charakter hat wie etwa Schuluniformen in der Schule. Für mich geht durch diesen Anpassungsdruck etwas von der Authentizität des Schachspiels verloren. Denn gerade Schachspieler haben den interessanten Ruf, exzentrische oder zumindest nonkonformistische Charaktere zu sein, die nicht nur im Schach anderen ihren Stil aufzwingen, sondern auch im Alltag durch Originalität und Urtümlichkeit glänzen. Tony Miles oder Robert Hübner fallen mir da als echte Typen ein. Sie in feine Anzugsuniformen zu pressen wirkt auf mich so, als wolle man Paradiesvögeln ein Korsett aufzwingen, das sie am Fliegen hindert. Wie denkt ihr darüber?
Kiffing
 

Re: Schachspieler und Kleidung

Beitragvon DrHouse » Mi 31. Dez 2008, 15:16

Ich denke auch, jeder sollte das anziehen was im gefällt und fertig. Mir egal, ob ich gegen ein im Anzug oder gegen einen Punk spiele, ich spiel gegen Figuren
DrHouse
 

Re: Schachspieler und Kleidung

Beitragvon zirkeldreher » Do 28. Jul 2011, 16:23

DrHouse hat geschrieben:Ich denke auch, jeder sollte das anziehen was im gefällt und fertig. Mir egal, ob ich gegen ein im Anzug oder gegen einen Punk spiele, ich spiel gegen Figuren


Das Problem, man beachtet die Figuren dann anders, wenn sich jemand schön oder hässlich kleidet. Die Kleidung geht in die Figuren über ;)
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Re: Schachspieler und Kleidung

Beitragvon linkinkev » Do 28. Jul 2011, 17:03

Es geht doch letztendlich nicht um die Kleidung, wen man vom Erscheinungsbild spricht.

Wer sich wäscht und ein wenig pflegt, der kann auch einen graumelierten Pulli oder als Punker rumlaufen.

Ein Beispiel:
Ich habe bei meinem ersten Post-Open einen Mann getroffen, der eine ordentliche Wampe vor sich her trug, einen brustlangen, schwarzen fettigen Vollbart hatte, schulterlange, ebenso fettige Haare bis zu den Schultern und eindeutig nach Katzenfutter roch.

Die Wampe war natürlich kein Problem, auch Frisur und Vollbart sind jedermanns eigene Sache, aber eine gewisse Hygiene darf man in der Öffentlichkeit erwarten. Duschen und Kämmen wäre das mindeste Gewesen. Selbst das schönste Hemd übertüncht keinen Körpergeruch...
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Re: Schachspieler und Kleidung

Beitragvon Riddler » Do 28. Jul 2011, 17:18

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Re: Schachspieler und Kleidung

Beitragvon klötzchenschieber » Do 28. Jul 2011, 20:16

Auf meinem Niveau: völlig egal, hauptsache kein Maurerdekolleté und alle wesentlichen Körperregionen sind bedeckt (es gab da mal einen etwas umfangreicheren Spieler, dessen T-Shirt nicht ganz den Gürtel erreichte, pfui.). Ach ja, sauber wäre gut.

Im Spitzenschach: Wir wollen doch alle Sponsoren, oder? Wenn ich dann manches Mal sehe, wie die Jungs bei den Siegerehrungen in der Rochade angezogen sind, frage ich mich schon, ob wir nicht besser vom Almosengeben sprechen sollten.

Und dann unsere Profis: Gusti finde ich oft sehr grenzwertig (zu schlabberig), Iwantchuk kann sich wohl alles leisten (Pullover und Jogging-Anzug) und Herr Meier hat ja gerade in Dortmund wohl zu spät vom Pressetermin mit Fotoshooting erfahren... Für Profis gehört sich ein sauberes und gepflegtes Äußeres, was nicht bitte mit "amorpher Masse" zu tun hat: Hemd und Hose reichen doch auch - und für die Siegerehrung und das Photo wird das Hemd halt in die Hose gestopft...
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