diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

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diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon Stratege » So 25. Apr 2010, 21:52

Wenn man aktuell mal so durch die Ergebnisse schaut, trifft man immer wieder auf diese 4:4-Ergebnisse mit meistens acht Remisen. Wenn es für beide Mannschaften um nichts mehr geht müsste man sich doch eigentlich freuen, dass die Mannschaften mal frei von allen Zwängen aufspielen können. Eigentlich spielen alle 16 beteiligten Mannschaftsspieler doch gerne Schach und müssten sich auf genau so einen Mannschaftskampf freuen?

Sobald auch nur eine der beiden Mannschaften sich noch im Auf-/Abstiegskampf befindet und sich dadurch Vorteile verschafft, ist so ein 4:4 schon ziemlich unsportlich.


Aber wie verhindern oder sanktionieren?
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon linkinkev » So 25. Apr 2010, 23:10

Bei jedem Spiel ohne offiziellen Schiedsrichter lässt sich das aufgrund fehlender Beweise wohl kaum verhindern.
Die Burg wird das Feld in Sachen Output in einem Jahr überholen! 5.9.2011 (Auch wenns nur in der Spielhalle ist, accomplished)
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon JerryCotton » So 25. Apr 2010, 23:27

ich denke es wäre recht simpel das zu verhindern. Notation einsammeln würde doch schon helfen!?
Absprachen sind natürlich immer noch möglich.
Meist haben die Absprachen denke ich den Zweck Fahrtkosten zu sparen, oder liege ich hier falsch?
"So ist Fussball, manchmal gewinnt der bessere." (dürfte auch fürs Schach gelten :))
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon elvis » Mo 26. Apr 2010, 00:49

Von Sanktionen halte ich nicht viel.

Vor einigen Jahren hatte ich darüber eine Diskussion mit einem badischen Spielleiter, der scharf darauf war, die abgesprochenen Schlussrunden-Remise zu verhindern, und nach passenden Sanktionen oder Sonderregeln suchte. Er meinte, es gebe Fälle, wo selbst ein Schiedsrichter oder ein neutraler Beobachter nichts von einer Absprache erkennt, aber er (der Spielleiter) sei sich trotzdem sicher, dass da gemauschelt wurde, und er wolle dagegen rigoros durchgreifen.
Mannschaften, die am letzten Spieltag ein ausgekämpftes 4:4 spielen, hätten da womöglich "Pech".

:ugeek:

Dass man spritsparend zu Hause bleibt, kenne ich eher nicht.
Zwei praktizierte Varianten:
a) Nach 10-15 Zügen greift das Remis-Anbieten und Annehmen um sich; wer dann weiter spielen möchte, tut dies ganz entspannt außerhalb der Wertung.
b) "Hat jemand Lust auf ein Blitzturnier?" :mrgreen:
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon Cresspahl » Mo 26. Apr 2010, 07:58

Ich kann diese Remisschieberei am letzten Spieltag auch nicht verstehen. Es ist Sport und dementsprechend sollten sich die Spieler auch verhalten. Zentrale Endrunden würden die Schiebereien sicher eindämmen, da man dann halt alle Mannschaften an einem Ort versammelt hat.
(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt
(18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon Orang_Utan » Mo 26. Apr 2010, 08:23

JerryCotton hat geschrieben:Notation einsammeln würde doch schon helfen!?


Leider hilft das nicht. :(

Unsere 2. Mannschaft ist verdient abgestiegen, allerdings hat sich ein Mitkonkurrent durch ein (geschobenes?!) 4-4 mit der geografisch nächstgelegenen Mannschaft gerettet. :?
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon Jupp53 » Mo 26. Apr 2010, 08:51

Leute, das ist ein Hobby. In den Mannschaften spielen viele Spieler aus Treue zu ihrem Verein in Lebensphasen, in denen Schach irgendwo auf Platz 5 und später kommt. Da freut man sich über ein schnelles Ende des Wettkampfes und die sonnigen Stunden mit der Frau.

Die Auf- und Abstiegsphase hat ein solides Team vor dem letzten Spieltag erledigt, wie Herta.
Mein Schachblog: http://patzer53.wordpress.com

Fußball ist nicht nur Dong. Es ist Ding-Dang-Dong. (G. Trappatoni)
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Re: diese unsäglichen 4:4 bei 8 Remisen am letzten Spieltag

Beitragvon Riddler » Mo 26. Apr 2010, 09:26

Ich empfinde das Problem als weniger relvant. Oder besser gesagt: ihr sucht nach dem falschen Schuldigen.
Mal ein paar Anmerkungen dazu:

1. Gemeinsame Endrunde
...ist eine prima Sache. Zum einen erzeugt sowas meist eine tolle Atmosphäre, zum anderen ist es einfach nett, wenigstens einmal im Jahr alle bekannten Gesichter zu sehen und zu grüßen. Am Problem der 4:4 ändert das allerdings nichts. Wenn Vereine nicht kommen wollen, weil sie die Leute nicht mehr motivieren können oder einfach lieber was anderes machen wollten, dann kommen sie halt nicht, verlieren kampflos und zahlen das Nicht-Antritts-Geld in die Verbandskasse. In meinem Verband sind das - auf die Mannschaft hochgerechnet - knapp 7 Euro für jeden.
Wenn sie kommen und 4:4 verabreden, dann gibt es immer noch genug Mittel und Wege, dies am Brett zu erreichen.

2. Die Beweggründe
Aus der Erfahrung in meinem Verband kann ich sagen, dass es in den meisten Fällen nicht die Spritkosten sind, die Mannschaften zu einem 4:4 bewegen. Viele Vereine haben einen Stammkader von 5-6 Leuten, plus ein Heer an Veteranen, die "wenn´s mal wichtig ist" vielleicht nochmal ans Brett kommen. Wenn es um nichts mehr geht, lassen sich wohl die meisten Ersaztspieler nicht mehr motivieren und genau dann brechen oft auch viele Stammspieler mit "och nö... mit nur 6 Leuten? Da mach ich mir den Sonntag nicht kaputt" weg. Es gibt halt Leute, die Schach nicht (mehr) als so wichtig betrachten, dass sie sich auf jede Partie eifrig vorbereiten und freuen. Wenn man nun mit allen Mitteln versucht, diese Vereine ans Brett zu prügeln, dann läuft man Gefahr, dass diese Leute in der nächsten Saison auf ihren Startplatz verzichten und den ohnehin schon siechenden Spielbetrieb im Amateurbereich noch weiter abbröckeln lassen.

3. Zur grundsätzlichen Ethik der Spielvereinbarungen
Schach bietet beiden Spielern die Möglichkeit, die Partie zu jedem beliebigen Zeitpunkt als Remis zu beenden, sofern keine Sonderregeln (Sofia oder was auch immer) in Kraft sind. Ob das nun im 3. oder 82. Zug geschieht, ist völlig egal, beides sind legale Spiele mit legalen Ergebnissen. Und da der Mannschaftsführer in einem Mannschaftskampf durchaus Direktiven für das Spiel seiner Mannschaft geben darf, kann man diese Möglichkeit der Einzelpartie auf die Mannschaft übertragen. Das ist weder unmoralisch, noch unsportlich, denn es wird den Amateuren ja praktisch in jeder Profiveranstaltung vorexerziert. Wenn Kramnik Vlad und Gelfand Boris am Ende des Turniers keine Chancen mehr auf den Sieg haben (und z.T. auch WENN sie noch Chancen haben), dann spielen sie halt 10 Züge Russisch und schütteln sich die Hände. Und genau dieses Recht sollte dann doch auch den Amateuren zugestanden werden. Daran können weder übereifrige badische Schiedsrichter, noch under cover Agenten etwas ändern.

Wenn man das Problem angehen will, dann muss man viel weiter unten an der Wurzle des Baums ansetzen und die Spielmechanik des Remisangebots überdenken. Versuche in diese Richtung gab es ja schon einige, allerdings sind die meist nicht für den Amateurbereich geeignet, da es eben Schiedsrichter an jedem Spielort voraussetzt, die die Einhaltung der Regeln durchsetzen.
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