@anbaho
Ok, ich beiße mal in den Köder und antworte auf Deine Frage.

HWS hat einiges für das Schach in Deutschland getan, das ist unbestritten und soll ihm auch nicht genommen werden.
Aber man sollte sich doch nichts vormachen: hinter all dem steckt doch in erster Linie wirtschaftliches Interesse. HWS ist Geschäftsmann und sieht im Schach - neben seiner Leidenschaft - eben auch das dicke Geld. Ich weiß nicht, ob Du damals (vor etwa 2 Jahren) das verbale Scharmützel zwischen Schmitt und Schelz-Brandenburg mitbekommen hast. Da hat HWS auf chessbase wieder mal etwas von "Schach braucht Leute mit Visionen" und "Kernprozessen" gefaselt und wie toll das doch alles wäre, wenn man dem Publikum bei Bundesligaveranstaltungen per Software immer genau mitteilen könnte, wie es denn in den Partien so steht (ähem... natürlich nur Software aus einem allseits bekannten Hause in Hamburg... klar, oder?). In seiner Replik auf die schmittschen Visionen hat Till Schelz-Brandenburg dann relativ scharf den Finger in die Wunde gelegt, indem er auf der einen Seite die narzisstische Selbstdarstellungstendenzen des HWS herausgestellt, und zum anderen - an diese Formulierung erinnere ich mich noch sehr gut - das "Frätzchen des Gschaftlhubers" in HWS beschrieben hat. Leider ist die Kritik von Till Schelz-Brandenburg nicht mehr online, so dass ich sie nicht mehr verlinken kann. Wer googeln kann, ist also nicht immer im Vorteil.

Dies nur mal zu der Theorie, "dass das Ganze nicht zur persönlichen Bereicherung von HWS erfolgt ".
Was mich
persönlich an HWS stört, ist zum einen seine Versessenheit auf Chess960 und die verschwurbelten Argumente, mit deren Hilfe er sein Patenkind an den Mann bringen will. Eben dieses Gebrubbel über "Wenigzeithaber" und "Vielzeithaber" und dass doch Chess960 so eine Art Messias des Amateurschachs darstellt. Wenn ich sowas lesen muss, und darüber hinaus auch noch sehe, wie eine seriöse Zeitschriften wie "Schach" ihm mehrfach und seitenweise Raum für diese Volksverdummung gibt, dann kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wann immer man etwas von HWS liest, wird man von einem unerträglichen Schwall an Worthülsen, leeren Phrasen, Slogans und sonstigem Marketingblabla, so wie im vorliegenden Fall Euphemismen erfasst. "Kernprozesse dynamisieren, ist die Losung" ...sorry, wer so etwas veröffentlicht, denn kann ich nicht ernst nehmen.
Das ist meine (subjektive) Meinung und auch wenn Du es schade findest, werde ich mich nicht davon abhalten lassen, sie zu vertreten. Genauso, wie Du dich sicher nicht davon abhalten lassen wirst, weiter am Heiligenschein des Mannes zu polieren.
