Die Welt des HWS

Neues, Interessantes, Lustiges & Skurriles aus der Welt des Schachs.

Die Welt des HWS

Beitragvon Riddler » Di 20. Apr 2010, 16:27

Auf chessbase findet man ein Interview mit Hans-Walter Schmitt, in dem er unter anderem zu der Frage Stellung nimmt, warum die Chess Classics in Mainz in diesem Jahr nur drei Tage statt wie üblich eine Woche dauern werden. Kernige Worte (im wahrsten Sinne)...

"Aus der Not eine Tugend machen, bedeutet nicht kleiner und schlechter werden, sondern schlanker und effektiver, ohne den Anspruch auf Einmaligkeit zu verlieren. Die Kernprozesse dynamisieren, ist die Losung."

Das ist schon fast Signaturmaterial!

:lol:
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon Stratege » Di 20. Apr 2010, 17:01

Das schreit ja schon fast nach einer HWS-Bullshit-Bingo-Version. :)
"Die Tromp- und Colorado-Quote steigt wieder an, genauso wie die Anzahl der gekauften, aber ungelesenen Schachbücher im Schrank (das Zeichen schlechthin für einen ewigen Verlierer!)" IM Ilja Schneider auf schachzoo.twoday.net
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon Krennwurzn » Di 20. Apr 2010, 18:05

Die Chesstigers sind ja Stofftiger, wie am Foto ersichtlich:

Bild

Um nicht Papiertiger sagen zu müssen ... :lol:
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon elvis » Di 20. Apr 2010, 19:04

Also wenn man ausnahmsweise den Marketing-Sprech-Anteil nicht abzieht (hm, darf man behaupten, dass es etwas anderes als Marketing ist, wenn der Chess-Tigers-Chef sich vom Chess-Tigers-Redakteur interviewen lässt? Schwierig...), sondern das Gesagte für bare Münze nimmt, und auch noch andere Passagen aus demselben Interview dazu nimmt, wie die geniale Feststellung: "Auch bei den Amateuren zeichnet sich mehr und mehr ab, dass sie begeistert sind von der Konzentration auf drei Tage", dann kommt man zu dem Umkehrschluss, dass die Chess Classics in den letzten Jahren aufgeblasen, zu groß, zu lang, überfrachtet, unübersichtlich und/oder uneffektiv waren - und keiner hat's gemerkt, die ganzen Jahre über, nicht mal der große Hans-Walter Schmitt selber.

:ugeek:

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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon anbaho » Do 22. Apr 2010, 15:07

Ich finde es sehr schade wie hier über jemanden geredet wird, der sich wie kaum ein anderer für seinen Lieblingssport einsetzt.

Was genau stört Euch eigentlich an HWS ?

Wenn sich mir in der Vergangenheit die Möglichkeiten zur Ausrichtung der CCM geboten hätten, hätte ich da auch schwer wiederstehen können. Wer das Turnier schon länger verfolgt wird erkennen, was das in den letzten 10 Jahren für eine Eigendynamik bekommen hatte. Warum das Turnier künstlich klein halten ?
Mal ganz abgesehen davon, dass das Ganze nicht zur persönlichen Bereicherung von HWS erfolgt und er als Vorstand der Chesstigers auch eine Menge Risiko nimmt, wenn die Sache mal finanziell schief geht.
Die Chesstigers sind ein Förderverein und als solcher gemeinnützig. Wer sich die Mühe macht etwas zu suchen findet auch die Satzung hier: http://www.chesstigers.de/satzung.php

Ich glaube kaum, dass es Euch bekannt ist dass HWS u.a. ehrenamtlich eine Schachgruppe in einer Grundschule aufgebaut hat und mit CT-Methoden traininert.

Oder ist das CTTC der Stein des Anstosses ? Wer googeln kann ist auch hier im Vorteil. Dies ist in Rechtsform einer GmbH aufgebaut und hat nichts mit dem e.V. zu tun. Es sein hier aber gesagt, dass erst einmal jemand den Spass vorfinanzieren muss. Equipment, Miete, Trainer etc. sind auch nicht umsonst und da bei Schachspielern anscheinend alles nichts kosten darf, wird anfänglich sicherlich kein Riesengewinn hängen bleiben.

Ich persönlich bewundere wie sich HWS hier reinkniet und was er für Türen schon für unseren Sport geöffnet hat. Deshalb bin ich auch seit einiger Zeit Mitglied der Chesstigers - nicht weil ich oder mein Verein persönlich was davon hat sondern weil ich der Meinung bin dass der Schachsport im Allgemeinen etwas davon hat.
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon Riddler » Do 22. Apr 2010, 16:40

@anbaho

Ok, ich beiße mal in den Köder und antworte auf Deine Frage. :)

HWS hat einiges für das Schach in Deutschland getan, das ist unbestritten und soll ihm auch nicht genommen werden.
Aber man sollte sich doch nichts vormachen: hinter all dem steckt doch in erster Linie wirtschaftliches Interesse. HWS ist Geschäftsmann und sieht im Schach - neben seiner Leidenschaft - eben auch das dicke Geld. Ich weiß nicht, ob Du damals (vor etwa 2 Jahren) das verbale Scharmützel zwischen Schmitt und Schelz-Brandenburg mitbekommen hast. Da hat HWS auf chessbase wieder mal etwas von "Schach braucht Leute mit Visionen" und "Kernprozessen" gefaselt und wie toll das doch alles wäre, wenn man dem Publikum bei Bundesligaveranstaltungen per Software immer genau mitteilen könnte, wie es denn in den Partien so steht (ähem... natürlich nur Software aus einem allseits bekannten Hause in Hamburg... klar, oder?). In seiner Replik auf die schmittschen Visionen hat Till Schelz-Brandenburg dann relativ scharf den Finger in die Wunde gelegt, indem er auf der einen Seite die narzisstische Selbstdarstellungstendenzen des HWS herausgestellt, und zum anderen - an diese Formulierung erinnere ich mich noch sehr gut - das "Frätzchen des Gschaftlhubers" in HWS beschrieben hat. Leider ist die Kritik von Till Schelz-Brandenburg nicht mehr online, so dass ich sie nicht mehr verlinken kann. Wer googeln kann, ist also nicht immer im Vorteil. ;)

Dies nur mal zu der Theorie, "dass das Ganze nicht zur persönlichen Bereicherung von HWS erfolgt ".

Was mich persönlich an HWS stört, ist zum einen seine Versessenheit auf Chess960 und die verschwurbelten Argumente, mit deren Hilfe er sein Patenkind an den Mann bringen will. Eben dieses Gebrubbel über "Wenigzeithaber" und "Vielzeithaber" und dass doch Chess960 so eine Art Messias des Amateurschachs darstellt. Wenn ich sowas lesen muss, und darüber hinaus auch noch sehe, wie eine seriöse Zeitschriften wie "Schach" ihm mehrfach und seitenweise Raum für diese Volksverdummung gibt, dann kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wann immer man etwas von HWS liest, wird man von einem unerträglichen Schwall an Worthülsen, leeren Phrasen, Slogans und sonstigem Marketingblabla, so wie im vorliegenden Fall Euphemismen erfasst. "Kernprozesse dynamisieren, ist die Losung" ...sorry, wer so etwas veröffentlicht, denn kann ich nicht ernst nehmen.

Das ist meine (subjektive) Meinung und auch wenn Du es schade findest, werde ich mich nicht davon abhalten lassen, sie zu vertreten. Genauso, wie Du dich sicher nicht davon abhalten lassen wirst, weiter am Heiligenschein des Mannes zu polieren. :)
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon LowScore » Do 22. Apr 2010, 16:58

Riddler hat geschrieben:In seiner Replik auf die schmittschen Visionen hat Till Schelz-Brandenburg dann relativ scharf den Finger in die Wunde gelegt, indem er auf der einen Seite die narzisstische Selbstdarstellungstendenzen des HWS herausgestellt, und zum anderen - an diese Formulierung erinnere ich mich noch sehr gut - das "Frätzchen des Gschaftlhubers" in HWS beschrieben hat. Leider ist die Kritik von Till Schelz-Brandenburg nicht mehr online, so dass ich sie nicht mehr verlinken kann. Wer googeln kann, ist also nicht immer im Vorteil. ;)

Der Artikel ist noch online und ich kann ihn auch verlinken: Zuschauer-Anwälte
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon Riddler » Do 22. Apr 2010, 17:08

Oh.. ich hatte ihn nicht gefunden bzw. überall nur Hinweise, dass er nicht mehr online ist. Wobei ich mich allerdings bei der Suche auch nicht sonderlich angestrengt habe.
Wer googeln kann, ist also anscheinend doch im Vorteil. :D
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon anbaho » Do 22. Apr 2010, 17:13

Riddler hat geschrieben:
Dies nur mal zu der Theorie, "dass das Ganze nicht zur persönlichen Bereicherung von HWS erfolgt ".



Dann empfehle ich Dir Mitglied zu werden und Dir bei der Jahreshauptversammlung die Kassenabrechnung des e.V. anzuschauen. Dann würde sich Deine Meinung ändern.

Zu der Sache mit Till Schelz-Brandenburg. Die Vermarktung der Schachbundesliga lag vor 2 Jahren als die Diskussion losgetreten wurde total am Boden und wurde erst nachdem von vielen Seiten der Aufschrei nach Verbesserungen kam auf das heutige Niveau verbessert.
Was aber nicht heißen soll, dass man es nicht noch ein bißchen besser machen könnte ;-) Gute Vorschläge gibt es immer noch genug die an manchen Wasserköpfen scheitern, wobei ich ausdrücklich Till Schelz-Brandenburg hier nicht zu diesen Wasserköpfen zähle. Auch er hat einiges für die Sportart getan und sich getraut in einem Umfeld von Scheuklappenträgern unbequem zu sein.

Ich poliere sicherlich nicht am Heiligenschein oder bin ein HWS-Jünger, aber man sollte einfach mal anerkennen was der Mann geleistet hat oder es selbst in die Hand nehmen und versuchen es besser zu machen.
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Re: Die Welt des HWS

Beitragvon Krennwurzn » Do 22. Apr 2010, 20:15

anbaho hat geschrieben:...bei der Jahreshauptversammlung die Kassenabrechnung des e.V. anzuschauen...


Die steuerschonende Vorgangsweise mit gemeinnützigem Verein in Verbindung mit GesmbH benutzen hier in Österreich u.a die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC, die Gewerkschaften, der Konsumentenschutzverein, etc ... das wird in D nicht anders sein.

Die Kassenabrechnung des e. V. ist daher von Nullinteresse - so schlechte Buchhalter werden die sicherlich nicht beschäftigt haben!
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