Bastian neuer DSB-Präsident

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Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon linkinkev » Sa 4. Jun 2011, 20:04

Bei der Deutschen Meisterschaft landete Herbert Bastian, 1952 geboren, von Beruf Lehrer, Internationaler Meister, Präsident des Saarländischen Schachverbandes und Sprecher des Arbeitskreises der Landesverbände, mit 4,5 Punkten im Mittelfeld auf dem 17. Platz. Beim DSB-Kongress, der gleich im Anschluss an die Deutsche Meisterschaft in Bonn stattfand, kam er jedoch ganz an die Spitze und wurde von den Delegierten zum neuen DSB-Präsidenten gewählt. Mit 127 zu 78 Stimmen setzte er sich gegen den einzigen Gegenkandidaten Dr. Hans-Jürgen Weyer, langjähriger Präsident des Schachbundes NRW, durch. Der bisherige Amtsinhaber Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.


Quelle: http://chessbase.de/

Eure Gedanken dazu?
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon Cresspahl » Sa 4. Jun 2011, 20:07

Sehr überraschend, ich wusste nicht einmal, dass Herbert Bastian kandidiert. Vom anderen Kandidaten, Weyer, hatte man viel mehr gehört.
(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt
(18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon elvis » So 5. Jun 2011, 05:33

Zum Hintergrund, wie das alles kam:
Weyer war seit ca. zwei Jahren Vizepräsident (er bekam den Job im Rahmen der Aufräumarbeiten nach der Olympiade in Dresden und der damit verbundenen Beinahe-Pleite des DSB) und war der Kandidat des amtierenden Präsidiums.
Weizsäcker hat sich währenddessen mehr und mehr zurückgezogen - das war wohl von allen Seiten gewünscht - und Weyer das Feld überlassen.
Seit ungefähr einem halben Jahr (oder schon länger?) hat sich herauskristallisiert, dass einige Landesverbände einen radikaleren Schnitt im Vorstand wünschen. Diese Landesverbände haben einen Gegenkandidaten gegen Weyer gesucht. Zwischenzeitlich war der niedersächsische Landesvorsitzende im Gespräch; am Ende ist es dann aber auf Bastian hinausgelaufen.

Vor ein paar Wochen war im Schachwelt-Blog ein längeres Interview mit Bastian zu seiner Kandidatur und zu seinen Perspektiven für den Deutschen Schachbund. (Sorry, Link habe ich jetzt nicht parat.)

Über welches organisatorische Talent Bastian verfügt, weiß ich nicht. Bis jetzt war er nur Präsident des nicht ungeheuer großen Landesverbands Saarland, das kann man mit seiner zukünftigen Aufgabe nicht vergleichen.

Als 20-facher Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft ist Bastian das personifizierte Mittelmaß und ein Symbol dafür, dass Spitzenschach im DSB nicht stattfindet.
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon Bauerndiplom » So 5. Jun 2011, 08:51

elvis hat geschrieben:Vor ein paar Wochen war im Schachwelt-Blog ein längeres Interview mit Bastian zu seiner Kandidatur und zu seinen Perspektiven für den Deutschen Schachbund. (Sorry, Link habe ich jetzt nicht parat.)



http://www.schach-welt.de/blog/blog/deu ... olls-gehen

Weiter Infos zu den Wahlen bei Twitter : http://twitter.com/#!/Schachbund
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon linkinkev » So 5. Jun 2011, 09:09

elvis hat geschrieben:
Als 20-facher Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft ist Bastian das personifizierte Mittelmaß und ein Symbol dafür, dass Spitzenschach im DSB nicht stattfindet.


Diese Logik erschließt sich mir nicht. Kannst du das noch ein wenig ausführen?
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon klötzchenschieber » So 5. Jun 2011, 17:11

Herbert Bastian Sonntag, den 13. Februar 2011 um 22:22 Uhr
Zu diesem Beitrag möchte ich anmerken, dass die gesamte Öffentlichkeitsarbeit des DSB überdacht werden muss. Und der DSB muss sich von Grund auf erneuern. Seit Jahren schon lässt sich der Trend zu immer mehr Breitenschach erkennen, Schach wird immer mehr Konsumgut und Leistung viel zu wenig gewürdigt, wie es ja der allgemene Trend im Bildungswesen ist. Der Deutsche Schachbund sollte den Mut entwickeln, Leistung wieder mehr in den Vordergrund zu stellen.

Wie? Z.B. beste Partie eines deutschen Spielers prämieren, deutscher Schachoskar, Spieler des Jahres, ... . Da gibt es bestimmt noch viel bessere Ideen als diese paar Anregungen. Dann würden automatisch mehr deutsche Spieler bekannt werden. Dazu muss sich aber prinzipiell in der Führung etwas ändern.

http://www.schach-welt.de/blog/blog/kein-interesse-an-deutschlands-top10

Es gibt auch einen aktuellen Beitrag von Bernd Schneider im Schach-Welt-Blog, der sich sehr positiv zu Herbert Bastian äußert..

Bitte nicht direkt auf alles draufhauen, nur weil DSB darübersteht.
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon elvis » So 5. Jun 2011, 17:18

linkinkev hat geschrieben:
elvis hat geschrieben:Als 20-facher Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft ist Bastian das personifizierte Mittelmaß und ein Symbol dafür, dass Spitzenschach im DSB nicht stattfindet.

Diese Logik erschließt sich mir nicht. Kannst du das noch ein wenig ausführen?

Zur Ausführung:
Herbert Bastian ist ein mittelprächtiger Oberliga-Spieler, von der Sorte gibt es in Deutschland viele. DWZ 22xx, Tendenz fallend. In besseren Zeiten hat er mal den IM-Titel geschafft, aber die Zeiten sind lange her.
In seinem kleinen Landesverband (ca. 1100 Mitglieder) gibt es nicht ganz so viele Spieler dieser Sorte, da ist er einer der besten. Und bei der Saarländischen Landesmeisterschaft ist er regelmäßig auf einem der vorderen Plätze, auch wenn er nicht jedes Jahr Landesmeister wird.
Über die Landesmeisterschaft bekommt Bastian regelmäßig einen Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft. Offenbar auch in Jahren, in denen er nicht Landesmeister wird - vielleicht haben die anderen Saar-Spieler keine Zeit oder keine Lust, zur "Deutschen" zu reisen. (Nur als die DM in Saarbrücken stattfand, waren mehrere saarländische Teilnehmer dabei.)
Das ist nämlich der Punkt, wo die Funktionäre ihre Hand im Spiel haben. Viele Landesverbände legen Wert darauf, dass ihre Landesmeister einen Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft bekommen - die größeren Landesverbände mindestens zwei Plätze. Das Ziel der Übung ist offensichtlich nicht, dass die besten Schachspieler Deutschlands unter sich den Meister ausspielen, sondern dass die besten Teilnehmer der Landesmeisterschaften für ihren Erfolg belohnt werden. Ob bei der Deutschen Meisterschaft gutes Schach gespielt wird, ist zweitrangig - Hauptsache der Landesverband ist vertreten.

Bei der Frauenmeisterschaft ist dieses Prinzip jetzt auf die Spitze getrieben worden - übrigens von Bastians Landesverband Saarland. Weil die Landesmeisterin (die im Mittelfeld der schwach besetzten Frauenmeisterschaft hätte mithalten können) auf die Teilnahme verzichtet hat, reiste die Zweite der Landesmeisterschaft nach Bonn: eine Dame im Rentenalter, die früher mal eine 1600er DWZ hatte und jetzt nur noch bei 1400 herumdümpelt. Sarah Hoolt, die bei der Frauenmeisterschaft an Nr. 1 gesetzt war, beklagte in einem Interview vor dem Turnier, dass andere starke Spielerinnen explizit deshalb nicht bei der Deutschen Meisterschaft spielen, weil das Teilnehmerinnenfeld zu schwach ist. Den Funktionären scheint es egal zu sein - Hauptsache der Landesverband ist vertreten.
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon linkinkev » So 5. Jun 2011, 17:40

Soll es aus deiner Sicht also Einladungsturniere geben, wo der "wahre" deutsche Meister herausgespielt wird, während die "Normalos" gar keine Chance haben? Die starken Leute haben doch jetzt schon die Chance einen Freiplatz zu beantragen. Damit sollte den starken Spielern doch wohl die Tür offen stehen.

Dieses Jahr hat im Männerfeld doch eigentlich nur Naiditsch gefehlt (Meier ist ja Schachrentner !?).

Bei den Frauen sah es jetzt natürlich extremer aus. Aber wenn ich mir anschaue, dass in NRW z.B. eine Zoya Schleyning nicht an der NRW-Meisterschaft teilnimmt, wo die Frauen bei den Männern mitgespielt haben und daher auch genügend stärkere Spieler mitgespielt haben, damit das Turnier "attraktiv genug" ist, dann finde ich es befremdlich, sich auch noch über die schwachen Spieler zu beschweren, die sich ganz normal qualifiziert haben. Gerade bei den Frauen ist ja eigentlich keine Spielerin völlig vorne weg, oder auf dem Niveau der männlichen Topspieler, dass eine Landesmeisterschaft nicht in irgendeiner Form für sie attraktiv wäre.
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon klötzchenschieber » So 5. Jun 2011, 17:59

@elvis: Wäre im Umkehrschluss alles prima, wenn Herbert Bastian 2500+ hätte? Ist das nicht ein wenig zu kurz gesprungen? Und - by the way - sagt das nicht viel über Dich selber aus, der Du Menschen auch außerhalb des Brettes anhand der DWZ/ELO bewertest?

Und was ist dagegen zu sagen, dass er regelmäßig an der DEM teilnimmt, wenn diese im vorliegenden Modus ausgetragen wird? Nach seinen Äußerungen habe ich nicht den Eindruck, dass er hier seine eigenen Privilegien verteidigt. Oder hast Du andere Quellen?

Herbert Bastian ist nicht in die Nationalmannschaft gewählt worden, sondern zum Vorsitzenden des DSB. Der hat andere Aufgaben als Schachspielen. Ich verweise nochmals auf den Beitrag von Bernd Schneider im Schach-Welt-Blog, in dem herausgestellt wird, was für Erfahrungen Herbert Bastian mitbringt.

Aber natürlich muss man ihn später an seinen Interviews im Vorfeld messen.
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Re: Bastian neuer DSB-Präsident

Beitragvon Funkmaus » So 5. Jun 2011, 20:12

Ich habe Herrn Bastian bei der Deutschen Meisterschaft in Bonn als Mensch kennengelernt und freie mich über das Wahlergebnis.
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