kladist hat geschrieben:Ist eine Folge einer dreiteiligen Doku über "Genie" oder wie immer man das nennen möchte. Suzan Polgar ist das Beispiel für ein "gemachtes" Genie. Halt die Geschichte von Vater Polgar und seinen drei Töchtern. Die auch im Film erzählt wird. Aus der Perspektive der Hirnforschung wird einiges zum Chunking gebracht. Eine Pointe am Ende: Das ganze in der Kindheit systematisch gelernte Schachwissen von Suzan wird in den Hirnregionen lokalisiert, die auch beim Unterscheiden von Gesichtern aktiv sind. Fazit: Ich fand die Doku interessant und sehenswert.
Ich fand die Dokumentation etwas zu seicht, zu "Galileo"-artig und stellenweise eher ver- als erklärend. Etwa an der Stelle, wo lang und breit darüber berichtet wird, dass Suzan Polgar in der Lage ist, Schach ohne Ansicht des Brettes (also blind) zu spielen. Dem schachlich unbedarften Zuschauer wird so der Mythos Blindschach wieder vorgekaut und sozusagen als "Geniesymptom" präsentiert, ohne zu erwähnen, dass sehr viele Menschen - auch Amateure - durchaus in der Lage sind, blind zu spielen.
Die Geschichte mit dem Chunking ist auch nicht gerade eine revolutionäre Neuigkeit. An den zufällig aufgestellten Schachfiguren ist schon Adorjan in den 80ern beim Pfleger Helmut gescheitert.

Die Verbindung zu der gesichtsblinden Journalistin die daraus resultierenden Schlußfolgerungen fand ich einigermaßen interessant, ebenso wie den Teil über Intuition.
Ich wage mal zu behaupten, dass sich für Dich, Jupp, in Anbetracht Deines fachlichen Hintergrundwissens, der Beitrag eher nicht lohnt.