Räuberschach

Alles zu den Abkömmlingen und verwandten Arten des klassischen Schachspiels

Räuberschach

Beitragvon linkinkev » Di 4. Sep 2012, 13:02

Ich habe in letzter Zeit auf FICS mich mal öfter am Räuberschach (bzw. Suicide) versucht. Ich habe natürlich von Strategien oder ähnlichem keine Ahnung.

Bei allen Partien sah es für mich ziemlich schlecht aus und man verliert doch recht schnell die Lust, wenn man überhaupt keine Schnitte hat und restlos alle Partien verliert.

Habt ihr Tipps, auf was man grundlegend achten sollte, damit man nicht völlig chancenlos ist?

Ich kann grad meine Partien nicht posten, da die Fics-Datenbank offline ist, vielleicht hole ich das noch nach.
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Re: Räuberschach

Beitragvon Cresspahl » Di 4. Sep 2012, 13:09

Ich bin da auch immer völig chancenlos. Es ist einfach ein total unintuitives Spiel. Aber wie es richtig geht weiss ich halt auch nicht.
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Re: Räuberschach

Beitragvon LowScore » Di 4. Sep 2012, 13:36

Es gibt eine Einführung in das Räuberschachkonzept auf Englisch: http://poincare.matf.bg.ac.rs/~andrew/s ... /en002.htm
Das ist das Manuskript einer Lecturebot-Trainingseinheit auf FICS, dort kann man es sich also auch "live" angucken (--> finger lecturebot).
Materialvorteil ist definitiv wichtig, denn damit schränkt man die Mobilität und die Zugmöglichkeiten des Gegners ein. Mit großem Materialvorteil zwingt man den Gegner (z.B. wenn er nur noch den König hat) in eine Zugzwangsituation und gewinnt dann. Man zwingt ihn quasi, die eigene Armee Stein für Stein zu schlagen.
Spiel die Eröffnung wie ein Buch, das Mittelspiel wie ein Magier und das Endspiel wie eine Maschine. - Rudolf Spielmann
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Re: Räuberschach

Beitragvon Wolli » Di 4. Sep 2012, 21:21

Hallo,
meine Erfahrungen mit suicide waren auch teilweise frustrierend. Vor allem da es einige Eröffnungen gibt, auf die man hereinfallen kann. Ich spiele nur noch suicide960, aber auf fics geht das ja nicht.
Jedenfalls ist es von Vorteil, seine Läufer und Damen möglichst schnell abzutauschen. Vor allem Läufer können leicht ins Gegnerlager gelockt werden und müssen dort viel Material schlagen.
Damen und Türme wenn möglich von offenen Linien fern halten.
Bauernzüge geschickt wählen, sodaß nicht die eigenen Läufer plötzlich "zwangsentwickelt" werden müssen.
Im Endspiel sind Zugzwänge von besonderer Bedeutung.
Durchgelaufene Bauern, die umgewandelt werden, sind nicht unbedingt schlimm. Besonders einen Turm kann man schnell wieder von einem Gegnerbauern schlagen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Räuberschach

Beitragvon Wolli » Di 4. Sep 2012, 21:33




Ein kleines Beispiel.
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Re: Räuberschach

Beitragvon Wolli » Di 4. Sep 2012, 21:46



Voller Fehler aber anschaulich.
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Re: Räuberschach

Beitragvon Geck0tierchen » Mi 5. Sep 2012, 15:13

Um ein Gefühl für typische Fehler und bestimmte Konstrukte zu bekommen (so können erstaunlich viele Partien entschieden werden weil der Gegner sich z.B. mit einem Läufer durch das komplette Camp hacken muss und man diesen durch seine einfarbige Wirkung leichter leiten und Zurückschlagzwang verhindern kann), ist es meiner Ansicht nach sinnvoll, gegen eine Schachengine zu spielen. Ich habe das vor ein paar Jahren mit "Sjeng" exerziert, der einem sympathischerweise auch gleich immer sagt, wenn man auf Verlust steht (1.e3 This position is LOST)

BTW: Die Anfangszüge 1.e4 und 1.e3 verlieren aus ähnlichen Gründen. Instruktiv finde ich hierbei dass ein guter Schwarzspieler 1.e4? b5 2.Lxb5 Sf6! spielen wird, wonach er mit dem komplett harmlosen Gegenangriff mit Sxe4 usw. genug Zurückschlagmöglichkeiten bekommt und der weißfeldrige Läufer praktisch im Alleingang alle schwarzen Figuren wegholzt.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

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Re: Räuberschach

Beitragvon linkinkev » Mi 5. Sep 2012, 15:33

Geck0tierchen hat geschrieben:
Instruktiv finde ich hierbei dass ein guter Schwarzspieler 1.e4? b5 2.Lxb5 Sf6! spielen wird, wonach er mit dem komplett harmlosen Gegenangriff mit Sxe4 usw. genug Zurückschlagmöglichkeiten bekommt und der weißfeldrige Läufer praktisch im Alleingang alle schwarzen Figuren wegholzt.


So in etwa? :) (Erste Siegpartie auf FICS im Räuberschach, in der Revanche dann auf die Nuss bekommen)


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Re: Räuberschach

Beitragvon Geck0tierchen » Do 6. Sep 2012, 08:23

So in etwa.

Noch besser (nach Lxc8) ist Sxf2! (am Ende landet kein König sondern eine langschrittige Figur auf d2 - so wird man den g-bauern mit g7-g5 los)

Kxf2 einziger Zug Dxd2
Dxd2 f5
Lxf5 Tg8
Lxh7 a6!
Lxg8 e6
Lxe6 g5
Dxg5 Kf7
Lxf7 Le7 (hätte der Läufer auf d2 geschlagen, würde hier Sd7 folgen, um die Dame nach d7 zu zwingen)
Dxe7 a5
Dxc7 Sa6
Dxa5 Sb8
Dxa8 Sa6
Dxa6 0:1
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