Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

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Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon klötzchenschieber » So 28. Jun 2009, 20:22

Der Stratege und ich haben uns letzte Tage mal mit unserem großen Vorsitzenden unterhalten, wie wohl ein geeigneter Rhythmus bei Vereinsturnieren aussehen könnte, um alle Spieler langfristig bei der Stange zu halten. Bei uns werden derzeit gespielt:

- KO-Turnier
- Vereinsmeisterschaft (9 Runden Schweizer System)
- 1 - 2 offizielle Blitzturniere

Ein Schnellschachturnier ist angedacht. Monatliche Blitzturniere wurden mangels Interesse schon wieder gestrichen.
Die Turniere werden in einem Rhythmus von zwei bis drei Wochen je Runde gespielt.

Bislang ist die Beteiligung an den Turnieren erfreulich hoch, unseren Verein gibt es aber auch noch nicht so lange...

Unsere ungeklärte Frage war jetzt, wie man diejenigen, die beim KO-Turnier immer in der ersten Runde ausscheiden und bei der Vereinsmeisterschaft auf den Plätzen 15 - 20 (von 21) landen, langfristig zu einer Teilnahme motivieren kann, denn es erschien uns ziemlich wahrscheinlich, dass diese irgendwann frustriert aufgeben.

Ich hatte dem Strategen von meinem alten Verein erzählt (die können sich wahrscheinlich gar nicht mehr an mich erinnern, so lange ist das her), die heute noch wie damals ihre Turniere durchziehen - zwar ist die Rundenzahl etwas geringer geworden (die Teilnehmerfelder waren früher bei 12 - 16, heute je Gruppe bei 8 - 10), dafür sind Schnellschach, Blitz-Grand-Prix und ein KO-Turnier seit meiner Zeit hinzugekommen: http://www.schachclub-kevelaer.de/verein_2008.html

Wie sieht das bei Euch aus? Gibt es irgendwann Probleme die Leute noch für interne Turniere zu motivieren? Und wenn nein, warum nicht, wie habt Ihr das geschafft?
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon elvis » So 28. Jun 2009, 23:52

Wieviele und was für Turniere sinnvoll sind, kommt auf den Verein und die Interessen der aktiven Spieler an. Da kann man nichts generelles vorgeben.

Mein Verein hat knapp 30 aktive Mitglieder, von denen einige nur bei den Mannschaftsspielen mitmachen.
Für die übrigen haben wir einen vollgepackten Terminkalender:

interne Turniere:
Vereinsmeisterschaft (Rundenturnier, 2 Gruppen, 9-11 Runden)
Vereinspokal (KO, 4 Runden)
Blitzmeisterschaft (1 Rundenturnier - in den letzten Jahren waren es 4 Rundenturniere, am Ende mit deutlich nachlassender Beteiligung, deshalb verkürzt)
Nikolaus-Blitzturnier
"Dreikampf" (Kegeln, Skat, Blitzschach)

offene Turniere:
Stadtmeisterschaft (Schweizer System, 7 Runden)
Wochenend-Open (Schweizer System, 5 Runden)
Schnellschach-Open (9 x 15 Min.)
Schnellschach-GrandPrix (5 x 15 Min. / 5 Turniere - das ist unser Sommerferien-Programm, offiziell ein offenes Turnier, aber praktisch bleiben wir da weitgehend unter uns)
Schüler-Stadtmeisterschaft (Schnellschach, 7 x 15 Min.)
Oster-Blitzturnier

Das Programm könnte man auch hyperaktiv nennen ... :ugeek:

klötzchenschieber hat geschrieben:Unsere ungeklärte Frage war jetzt, wie man diejenigen, die beim KO-Turnier immer in der ersten Runde ausscheiden und bei der Vereinsmeisterschaft auf den Plätzen 15 - 20 (von 21) landen, langfristig zu einer Teilnahme motivieren kann

Rundenturnier mit 2 oder 3 Gruppen statt Schweizer System.

"Trostrunden" bzw. "Hoffnungsrunden" im KO-Turnier - die im KO-Modus ausgeschiedenen Spieler spielen untereinander weiter, z.B. im Schweizer System (mit Mitnahme der Punkte aus den KO-Runden).

"Handicap-Turnier": Das macht ein benachbarter Verein manchmal als Blitzturnier. Jeder Spieler bekommt je nach Spielstärke mehr oder weniger Punkte als Vorgabe. Wer als erster eine festgelegte Punktzahl erreicht, gewinnt das Turnier. Die Vorgaben sind so abgestuft, dass die schwächsten Spieler nur 2-3 Gewinnpartien brauchen, um das Turnier zu gewinnen. Die stärksten Spieler (mit der geringsten Vorgabe) müssten für einen Turniersieg fast alle Partien gewinnen, was ihnen erfahrungsgemäß selten gelingt.
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon Lestat » Mo 29. Jun 2009, 09:44

Wir haben 2 interne turniere pro jahr, im herbst ein 7 rundiges rapid-turnier (pro runde 2 partien), im frühling ein 7 rundiges standard-turnier (fischer-uhr, 90'+30'' + 15' bei zug 4=). am abend der preisverteilung gibt es immer noch ein blitzturnier, aber ohne preise (nur rangliste). was man bei uns verbessern müsste meiner meinung nach sind die preise, z.bsp. ein wanderpokal für den turniergewinner oder zumindest medaillen für die 3 besten + sonderpreise für junioren (damit die auch endlich mal mitmachen), im moment gibts einfach cash auf die hand, erstens nicht besonders viel und zweitens hat eine medaille oder ein pokal doch viel mehr reiz finde ich.

Unsere ungeklärte Frage war jetzt, wie man diejenigen, die beim KO-Turnier immer in der ersten Runde ausscheiden und bei der Vereinsmeisterschaft auf den Plätzen 15 - 20 (von 21) landen, langfristig zu einer Teilnahme motivieren kann, denn es erschien uns ziemlich wahrscheinlich, dass diese irgendwann frustriert aufgeben.

das ist bei uns abs. kein problem, im gegenteil, all die "anfänger" die jedes jahr teilnehmen schrecken die besseren spieler ab. hier die rangliste des diesjährigen internen turniers (ich bin auf platz 3 :) ).
http://www.gelchess.ch/tournoi_printemps_2009.php
wie ihr seht hat der stärkste spieler 1860 elo, unser club hat aber über 10 spieler mit mehr als 2000 elo! der eingeschriebene spieler mit 2020 elo hat nach der erste runde das turnier aufgegeben da er sich doch ein wenig stärkere gegner versprach...
e^(i*pi) + 1 = 0

What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon Stratege » Mi 1. Jul 2009, 00:32

Als neuer Turnierleiter im Verein, in dem auch Klötzchenschieber spielt, darf ich mich gerade mit den Turnieren für die nächste Saison rumschlagen.

Die Vereinsmeisterschaft wird auch wieder im Schweizer System gespielt werden, da es bei bisher vier von fünf Turnieren relativ gut lief. Im letzen Jahr gab es ein Intermezzo mit mehreren kleinen Vorgruppen und danach zwei Hauptgruppen. Die Vorgruppen und die Hauptgruppe, die um die Vereinsmeisterschaft spielte, liefen super, nur die zweite Hauptgruppe war eine Katastrophe. Einige Teilnehmer sahen sich wohl als ausgeschieden an und beendeten das Turnier (allerdings teilweise auch nicht ohne erst mal ausgelost zu werden und den Gegner kampflos gewinnen zu lassen), andere nahmen die Sache auch nicht so ernst. Von mehr als 10 Teilnehmern (genaue Zahl weiß ich nicht mehr) wollten nur zwei (Frustrierte) wirklich noch um die Plätze kämpfen.

Bei einem Vereinsturnier, welches am Anfang des Jahres in festen Gruppen nach DWZ eingeteilt wird, werden die Leute, die so gerade eben nicht in die erste Gruppe passen, am ehesten wegbrechen, das sie auch gerne mal gegen Stärkere spielen wollen. Systeme mit Auf- und Abstieg haben auch immer den Nachteil, wenn starke Leute mal ein Jahr nicht mitspielen und dann wieder von unten starten müssten, was sie dann vielleicht nicht tun. Neue relativ starke Spieler im Verein wollen wohl auch nicht erst nur gegen deutlich schwächere Gegner spielen.

"Trostrunden" bzw. "Hoffnungsrunden" im KO-Turnier - die im KO-Modus ausgeschiedenen Spieler spielen untereinander weiter, z.B. im Schweizer System (mit Mitnahme der Punkte aus den KO-Runden).

Das ist eine gute Idee, damit hätte man zwei recht vollwertige Turniere, wobei es beim Pokal auch nur max. 5 Runden geben wird.


"Handicap-Turnier": Das macht ein benachbarter Verein manchmal als Blitzturnier. Jeder Spieler bekommt je nach Spielstärke mehr oder weniger Punkte als Vorgabe. Wer als erster eine festgelegte Punktzahl erreicht, gewinnt das Turnier. Die Vorgaben sind so abgestuft, dass die schwächsten Spieler nur 2-3 Gewinnpartien brauchen, um das Turnier zu gewinnen. Die stärksten Spieler (mit der geringsten Vorgabe) müssten für einen Turniersieg fast alle Partien gewinnen, was ihnen erfahrungsgemäß selten gelingt.

Das ist eine eher auflockernde Veranstaltung für zwischendurch. Hab auch schon mal von einem etwas anderen Handicap gelesen, bei dem die stärkeren Spieler entsprechend weniger Zeit bekommen.

Beim Blitzen gab es auch ein Jahr (2007?) lang ein Monatsblitz mit eigentlich passabler Beteiligung. Wurde aber abgestellt, da es auch so schon sehr viele Termine gibt. Statt dessen gibt es immer mal wieder spontan kleine Spaß-Blitzturniere mit ein paar Mann, oder abunzu auch mal Tandem.
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon elvis » Mi 1. Jul 2009, 12:01

Stratege hat geschrieben:Bei einem Vereinsturnier, welches am Anfang des Jahres in festen Gruppen nach DWZ eingeteilt wird, werden die Leute, die so gerade eben nicht in die erste Gruppe passen, am ehesten wegbrechen, das sie auch gerne mal gegen Stärkere spielen wollen.


In der abgelaufenen Saison haben wir eine flexible Einteilung nach dem Vorbild von Open mit A- und B-Turnier probiert: A-Gruppe ab DWZ x oder höher; B-Gruppe bis DWZ y oder niedriger; die Spieler im mittleren Bereich dürfen wählen, in welcher Gruppe sie spielen.
Das lief beim ersten Mal sehr gut. Ist sicher nicht universell übertragbar, es kommt dabei sehr auf die Einstellung der einzelnen Spieler, besonders der "Wahlberechtigten" an.
Bei einer überschaubaren Größe von 20-25 Teilnehmern, die sich im Verein untereinander gut genug kennen, kann man abschätzen, was für diese Spieler in Frage kommt und was nicht. Oder einfach die Leute fragen, was sie interessant fänden.
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon stoppelhoppler » Do 2. Jul 2009, 10:37

Man könnte auch eine gut ausgearbeitete Frageaktion bei den Mitgliedern starten und ihnen 3 Turnierformen mit der Möglichkeit eigener weiterer Vorschläge vorlegen, um zu sehen, welche Art zumindest theoretisch erst einmal die beste Resonanz hat.
Für die Spielstärkegruppen, die dann nicht so gut repräsentiert sind, wie sich die vereinsführung vllt. erhofft, könnte man weiter Überlegungen anstellen.

Die Mischung von Pokal/Schweizer System ist ein guter Kompromiß und sollte getestet werden.

In besonders geeigneten Fällen ist auch mal ein gemeinsames turnier mit einem befreundeten, benachbarten Verein zu erwägen, um andere, neue Anreize zu setzen.
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon anbaho » Di 11. Aug 2009, 16:31

Wir werden bei uns (knapp 30 Mitglieder) dieses Jahr ein Vereinsturnier in Form eines Rundenturniers spielen da sich nicht allzuviel Leute angemeldet haben.
Ansonsten gibt es den Vereinspokal (KO-Modus) sowie die Vereinsblitzmeisterschaft (Best of 6/8). Letztere findet immer freitags vor der Verbandsrunde statt da die Blitzturniere immer traditionell den besten Besuch eines Spielabends bringen.
Letzlich werden wir dieses Jahr noch einen Vereinsblitzpokal im Double-Knock-Out-System ausspielen, d.h. man scheidet erst nach dem Verlust von 2 Partien aus dem KO-Turnier aus.
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon Cresspahl » Di 11. Aug 2009, 18:00

anbaho hat geschrieben:Wir werden bei uns (knapp 30 Mitglieder) dieses Jahr ein Vereinsturnier in Form eines Rundenturniers spielen da sich nicht allzuviel Leute angemeldet haben.
Ansonsten gibt es den Vereinspokal (KO-Modus) sowie die Vereinsblitzmeisterschaft (Best of 6/8). Letztere findet immer freitags vor der Verbandsrunde statt da die Blitzturniere immer traditionell den besten Besuch eines Spielabends bringen.
Letzlich werden wir dieses Jahr noch einen Vereinsblitzpokal im Double-Knock-Out-System ausspielen, d.h. man scheidet erst nach dem Verlust von 2 Partien aus dem KO-Turnier aus.


Wird euer vereinsturnier auch für externe zugänglich sein - wenn nicht, reicht eine passive Mitgliedschaft?

VG
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(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt
(18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
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Re: Wieviele interne Turniere sind gut für den Verein?

Beitragvon anbaho » Di 11. Aug 2009, 18:14

Klar ist unser Vereinsturnier auch für externe offen. Als Stammgast bei uns kann man Dich aber nicht mehr als extern bezeichnen ;)
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