Vorzüge eines K.O.-Turnieres mit Schweizer System

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Vorzüge eines K.O.-Turnieres mit Schweizer System

Beitragvon linkinkev » Mo 12. Sep 2011, 17:08

Zunächst mal den Turniermodus erklären:

Der Unterschied eines K.O.-Turniers mit Schweizer System zu einem Standard-K.O.-Turnier ist, dass die unterlegenen Spieler jeder Runde das Turnier im Schweizer System weiterspielen.
Prominentes Beispiel ist hier das ZMD-Open in Dresden.

Meine Frage wäre nun:
Was sind die Vorteile des Modus?
Hat jemand mit dem Modus schon Erfahrungen gemacht?
Ist dieser Turniermodus dem normalen Schweizer System zu bevorzugen?
Bekommt man als Durchschnittsspieler (16-1800) schneller gleichstarke Gegner zugelost im Vergleich zu normalen Open, wo die Gegner-Spielstärke gerne mal stark schwangt?
Bietet sich das Turnier für Qualifikationsturniere oder Vereinspokale an?
„Du Lauch, aus dir wird nie etwas werden!“

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Re: Vorzüge eines K.O.-Turnieres mit Schweizer System

Beitragvon stoppelhoppler » Mo 12. Sep 2011, 18:37

Für ein Vereinspokalturnier eine beachtliche Alternative bzw. Ergänzung.

Warum? Die Teilnehmer haben sich teilweise die Pokaltermine freigehalten. Wer (zu früh) ausscheidet, freut sich evtl. an den freigehaltenen Tagen trotzdem noch ein Turnier zu haben.

Zu den weiteren Fragen fällt mir nichts ein. Pokal hat gegenüber Swiss eben die Zusatzfrage, was bei Remisausgang passieren soll. Manchmal gibts ne Wiederholungspartie mit vertauschten Farben, manchmal wird gleich über 2er-Blitzpartien das Weiterkommen ermittelt.

Etwas krass finde ich, so habe ich es jedenfalls gehört (hat sich etwas geändert?), daß beim ZMD die Turnierremispartie mit Null für das Swiss gewertet wird, wenn man den Blitzentscheid verliert. Umgekehrt gewinnt man einen halben Punkt, wenn diesen gewinnt. Finde ich auch unverdient.
Ich fände es besser, die Turnierpartien so zu bewerten, wie sie ausgehen und den Blitzentscheid eben nur für die KO-Selektion einzusetzen.
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Vorzüge eines K.O.-Turnieres mit Schweizer System

Beitragvon linkinkev » Mo 12. Sep 2011, 18:49

stoppelhoppler hat geschrieben:Etwas krass finde ich, so habe ich es jedenfalls gehört (hat sich etwas geändert?), daß beim ZMD die Turnierremispartie mit Null für das Swiss gewertet wird, wenn man den Blitzentscheid verliert. Umgekehrt gewinnt man einen halben Punkt, wenn diesen gewinnt. Finde ich auch unverdient.
Ich fände es besser, die Turnierpartien so zu bewerten, wie sie ausgehen und den Blitzentscheid eben nur für die KO-Selektion einzusetzen.


Selbstredend.

Ich sehe übrigens gerade, dass das ZMD-Schachfestival den Modus wohl zum normalen Schweizer System gewechselt hat.
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Re: Vorzüge eines K.O.-Turnieres mit Schweizer System

Beitragvon elvis » Mo 12. Sep 2011, 19:17

linkinkev hat geschrieben:Meine Frage wäre nun:
Was sind die Vorteile des Modus?
Ist dieser Turniermodus dem normalen Schweizer System zu bevorzugen?

KO-plus-Schweizer System ist eigentlich nicht als "Verbesserung" des Schweizer Systems gedacht, sondern als Ergänzung zum normalen KO-Modus.
Vorteil aus Sicht der Spieler: Sie bleiben auch nach einer Niederlage (oder zwei Niederlagen im Doppel-KO-Modus) im Turnier. Das Turnier wird damit leichter planbar (vergleiche dazu die Kommentare einiger Teilnehmer beim aktuellen World Cup nach unerwarteten Ergebnissen: "Jetzt muss ich mein Flugticket ändern").
Dass möglichst viele Spieler im Turnier bleiben und es nicht leer im Saal wird, ist normalerweise auch im Sinne des Veranstalters (solange er nicht die Kosten für eingeladene Teilnehmer selbst zahlen muss...).

KO-Modus sollte theoretisch mehr Spannung bringen; wie das auf höherem Level funktioniert, ist ja bekannt. Für den Veranstalter vielleicht interessant, dass es am Ende ein eindeutiges Finale zwischen zwei Leuten um den 1. Platz gibt - das kann man für die Öffentlichkeitsarbeit verwerten. Der Organisations-Aufwand ist etwas größer als beim "normalen" Schweizer System (Tiebreak-Partien bei Remis im KO-Modus).

linkinkev hat geschrieben:Bekommt man als Durchschnittsspieler (16-1800) schneller gleichstarke Gegner zugelost im Vergleich zu normalen Open, wo die Gegner-Spielstärke gerne mal stark schwankt?

Nicht generell. Es ist mehr Zufall im Spiel.

linkinkev hat geschrieben:Bietet sich das Turnier für Qualifikationsturniere oder Vereinspokale an?

Bei Qualifikationsturnieren habe ich Bedenken (auch wenn das aktuell im World Cup oder vor ein paar Monaten beim Kanidaten-Finale in Kasan so praktiziert wird). Für eine Bezirksmeisterschaft o.ä. würde ich das nicht machen.
Vereinspokal: Hängt ab vom Interesse der Teilnehmer, ob sie nach einer Verlustpartie weiter im Turnier bleiben wollen. (Bei manchen auch, ob sie ihre Gegner nur aus dem Rennen um den Turniersieg oder ganz aus dem Turnier "rauskegeln" wollen.)
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