Richtig schlechte Schachbücher

Die ganze Welt der Schachbücher.

Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Jupp53 » Do 24. Sep 2009, 14:24

Es gibt sie, und ein Beleg, wenn auch auf Englisch, ist folgende Besprechung:

http://www.chesshistory.com/winter/extra/worst.html

Mal abgesehen von T. Miles Verdict über Eric Schiller - von welchen Büchern sollte der (Un-)Kundige die Finger lassen und warum?
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Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon stoppelhoppler » Do 24. Sep 2009, 14:38

Vielleicht ist die Einteilung falsch.
Man sollte zielgruppenorientiert urteilen, um nicht ungerecht zu sein.

Vorschlag für ein anderes Bewertungssystem:

richtig bewertete Schachbücher, über- und unterbewertete.

Am wenigsten Freude machen mir die früheren Eröffnungsbücher und Broschüren, die einfach nur das Material zusammenstellten.
Doch das war früher schon durchaus eine Leistung ohne Datenbanken und nur mit anderen Quellen.

Ausnehmen möchte ich hierbei ausdrücklich fleißige Sammler und Arbeiter wie Rolf Schwarz.
Mögen seine Analysen und Bewertungen (bzw. die seiner Quellen) auch fehlerbehaftet sein, seine Materialsammlungen waren damals höchst umfangreich und sein Ordnungs- und Übersichtssystem mehr als brauchbar.

Hervorstechend im deutschen Sprachraum sind sicherlich die Schachgebilde und -gestalten des H.C. Opfermann. Ich habe einige seiner Bücher eigentlich nur aus Sammlerinteresse.
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Lestat » Fr 25. Sep 2009, 09:44

In some passages it is unclear whether the text was typed or something fell on the keyboard.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

ein buch, welches von vielen immer hochgejubeld wird ist "linksspringer" von Keilhack. Das buch ist sicher nicht schlecht, aber auf jeden fall überbewertet. Und ausserdem sind fast alle analysen falsch, das habe sogar ich ohne engine bemerkt...
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What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon klötzchenschieber » Fr 25. Sep 2009, 10:38

Theo Schusters Eröffnungsbücher! Abfolge von Zügen ohne Kommentar, hauptsache, zwei Großmeister waren beteiligt.
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Alois Schachownik » Fr 25. Sep 2009, 10:45

stoppelhoppler hat geschrieben:Hervorstechend im deutschen Sprachraum sind sicherlich die Schachgebilde und -gestalten des H.C. Opfermann. Ich habe einige seiner Bücher eigentlich nur aus Sammlerinteresse.


Ich auch! :lol: Opfermann ist Kult... Wenn man ihn aber "kritischen Auges" liest, also nicht mit der Absicht unbedingt derselben Auffassung zu sein, kann man doch evtl. manches interessantes bei ihm finden bzw. man kann sich ja zu dem dargebotenen Material die eigene Meinung bilden. Aber für Anfänger ist das m.E. eher nichts, mehr für schon "gefestigte" Schachspieler.

In seinem Buch über Schacheröffnungen zelebriert er "Wirkgewichte", das ist ähnlich einer Mobilitätsbewertung wie sie auch Computerschachprogramme machen, doch ist das bei ihm sozusagen nur statisch, auf Rechentiefe 1. Verdeutlicht aber immerhin trotzdem das Prinzip der Entwicklung in der Eröffnung, so gesehen hoffe ich daß mir die Lektüre nicht geschadet hat.

(Natürlich habe ich kein einziges Mal für irgendwelche Stellungen selber Wirkgewichte mühsam zusammengezählt... :lol: )
Gruß, Alois :-D
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Peloton » Fr 25. Sep 2009, 19:12

Mein mit Abstand in jeder Hinsicht schlechtestes Schachbuch ist "Spanisch - Das Abtauschsystem" von M. Thomas (kennt den jemand?) aus dem Münster-Verlag. Keine wörtlichen Kommentare. Jeder Informator erklärt einem mehr über Schach. Dürftige Analysen, Miese Material-Qualität. Ein paar mal durchblättern haben gereicht, dass daraus eine Loseblattsammlung wurde. Das Buch hat mich seinerzeit 23,80 DM(noch gut lesbar auf der Innenseite des Umschlags). Wert ist es neu etwa ein Zehntel davon. :)
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Jupp53 » Sa 26. Sep 2009, 10:26

Opfermanns Wirkgewichte bringen mich auf Orban. Letzterer ist sicher der stärkere Spieler. Seine Bücher sind in ihrer Zusammenstellung allerdings etwas eigenartig, wobei das Material oft gar nicht übel ist. Es geht aber völlig am Thema vorbei.

Die beiden O.s werden wohl immer wieder mit neuen Auflagen bedacht, weil bei den Verlagen die Druckvorlagen vorhanden sind und es für die Manager eigentlich egal ist, wer 'Schach für Ahnungslose und die, die es bleiben wollen' kauft.
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Tico » Sa 26. Sep 2009, 12:26

Jupp53 hat geschrieben:Opfermanns Wirkgewichte bringen mich auf Orban.


Stimmt, von Orban hatte ich mal vor langer Zeit (ich weiß nicht mehr, welchen Zufall ich das zu verdanken hatte) ein Taschenbuch über taktische Elemente besessen.
Ich glaube, ich habe es allenfalls überflogen, denn es hat mich zuallererst unsagbar genervt, dass sich über der e-Linie konsequent ein accent aigue befand. Der erste Zug von Weiß ist also 1. é2-é4 gewesen.
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Alois Schachownik » Sa 26. Sep 2009, 13:31

Orbans Bücher fand ich ganz gut... Ich kenne aber nicht alle, nur drei die bei Humboldt erschienen. Das mit dem "é", sowie Diagonalen unbedingt als "Schrägen" zu bezeichnen, ist natürlich ungewöhnlich und etwas eigensinnig, ist aber von ihm (zu) gut gemeint, um Lesefehler und Mißverständnisse zu vermeiden.

Das Schachtaktik-Buch ist möglicherweise sein bestes (sofern es während, oder bald nach der Anfängerphase gelesen wird). Die Idee ist, die typischen Elemente wie Gabel, Fesselung usw. zuerst in "Reinkultur" in Endspielstellungen zu zeigen, und dann mit Partiebeispielen zu illustrieren.

Sein Anfängerbuch finde ich auch nicht schlecht, falls man eine sehr langsame Einführung in vielen kleinen Schritten benötigt, vielleicht für kleinere Kinder oder so, oder wenn jemand "nicht zuviel auf einmal" lernen möchte. Doch die (wiederum ungewöhnlichen) Diagramme, wo die weißen Figuren rot statt weiß sind, haben mich gestört. Sowas ist keine gute Idee, weil jemand der das als erstes Schachbuch hat, sich an etwas gewöhnt das es sonst nirgends gibt. Dasselbe gilt leider für die "Schrägen" und die "é".

Ich glaube, gerade bei Einsteigerbüchern sollten Autoren bei solchen formalen, bzw. Gestaltungsdetails eher mit den Wölfen heulen, d.h. das Vokabular, Aussehen der Diagramme und der Notation möglichst klassisch halten. Denn sonst werden die Lernenden nicht gut auf die andere Schachliteratur vorbereitet.
Gruß, Alois :-D
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Re: Richtig schlechte Schachbücher

Beitragvon Jupp53 » Mo 2. Aug 2010, 10:08

Lästern ist eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse. Es kommt direkt nach Atmen, Essen, und Trinken. Deshalb muss dieses Thema aus seinem Schlaf geholt werden und die im Link zu findende Rezension von Tony Miles (Nein, es handelt sich nicht um die Zwei-Worte-Rezension) ist britischer Humor vom Feinsten. Womit bewiesen wäre, dass Schlechtes nicht nur als abschreckendes Beispiel nützlich ist. Nein, es dient auch als Anlass für hervorragende Verrisse. :D

http://www.chess.co.uk/kingpin/Kingpin/book_reviews.htm

P.S.: Wer die angesprochene Zwei-Worte-Rezension nicht kennt blättere zum Ende der Seite. Die Besprechung dazwischen hat auch was.
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