Lehrwerke:
Klassiker sind die verschiedenen Ausgaben der Arbeitsgruppe um Awerbach (Maiselis, Tschechower, Kopajev...) in russischer, englischer, deutscher und weiterer Sprachen.
In deutscher Sprache gibt es eine ältere vierbändige Reihe "Lehrbuch des Endspiels" gefolgt von der 2-Bändigen Ausgabe gleichen Titels (Sportverlag).
Mitte bis Ende der 80er gab der Sportverlag dann wieder eine mehrbändige, erweiterte und aktualisierte Fassung heraus: Bauernendspiele, Damenendspiele, Turmendspiele 1 + 2, Läufer- und Springerendspiele sowie die Mischung Springer gegen Läufer und Turm gegen Leichtfigur.
(Auch von Awerbach gibt es Zusammenfassungen, z. B. "Erfolg im Endspiel" (Ullstein).)
Obwohl dies Klassiker und gewisser Standard sind, ist diese Reihe als Referenz von Dworetzkys "Endspieluniversität" abgelöst worden (und wohl auch von Müller/Lamprecht "Grundlagen der Schachendpiele", das ich leider nicht kenne
Didaktisch hat sich hier in der Darstellung Wesentliches getan, auch die Fehler bei Awerbach (es gibt sie!) dürften ausgemerzt sein und der aktuelle Wissensstand wird dargestellt (Bewertung der Turmendspiele mit einem entfernten Mehrfreibauern
Doch auch die Vergangenheit bietet noch weitere interessante Lehrwerke, von denen mir
Keres "Praktische Endspiele" am besten gefällt (gute Beschränkung des Materials und Darstellung!).
Auch Ludek Pachman hat sich mit Endspielen beschäftigt, doch besitze ich nur seine Taschenbuchzusammenfassung "Endspielpraxis im Schach".
Meines Wissens sollte es hier noch eine ausführlichere Darstellung vielleicht als Verlagskoproduktion Artia/Sportverlag geben.
Das kleine Taschenbuch bei Heyne ist auf jeden Fall ein Tip und gefällt mir besser als Teschners Taschenbuch bei Goldmann "Das Endspiel".
Von Portisch/Satközy gibt es "600 Endspiele" - Verlag Harri Deutsch - mit sicherlich gut ausgewählten Beispielen aber eher dürftiger Erläuterung und Variantendarstellung...
Das Lehrbuch "Das 1x1 des Endspiels" von Staudte/Milescu geht etwas anders an die Darstellung heran und ordnet weniger nach Endspielarten als nach Themen wie Zugzwang, Freibauer, Mehrbauer, Tempogewinn mit dann verschiedenen Endspielarten als Beispielen.
Das ist mal eine Abwechslung und fördert einen anderen Zugang zum Endpiel bei gleichzeitiger Vertiefung, wenn man nach der anderen Methode schon studiert hat
Die eher klassische Herangehensweise findet man bei Euwe "Endspieltheorie und -praxis" (de Gruyter", das ich beim Anblättern als solides Werk einschätze - es dürfte auch noch ein mehrbändiges Werk von Euwe analog zu seinem und Kramers "Mittelspiel" geben.
Enzyklopädien:
Hierzu rechne ich zuerst Cherons 4-Bänder "Lehr- und Handbuch des Endspiels".
Die didaktische Aufbereitung ist doch eher wissenschaftlich.
Als Enzyklopädie ist es ein Meisterwerk, als Lehrbuch muß man aber deutliche Abstriche machen.
Der Verlag Sahovski Informator (Schachinformator) hat in der bekannten Darstellungsweise ("Informatorsprache") mehrere Bände zu den verschiedenen Endspielarten herausgegeben - (sehr anspruchsvoll, aber gedruckt wohl eher etwas für Sammler, insbesondere nach dem Einzug der Datenbanken).
Besprechung praktischer Endspiele:
Darunter verstehe ich Werke, die Endspiele anhand kompletter Partien bzw. anhand von Fragmenten sehr ausführlich untersuchen. Die endspiele gehen erst allmählich in schon bekannte und bereits analysierte Strukturen über.
Aus dieser Kategorie kenne ich:
Chistopher Lutz "Endspieltraining für die Praxis" (Schach!!- Jürgen Daniel) - der Untertitel "Analysen und Übungen aus Grossmeisterhand" verspricht nicht zuviel. Dieses großartige Buch ist für den Endspielspezialisten und Meisterkandidaten eine Fundgrube und deswegen - leider - kein Verkaufsschlager für die Masse.
Botwinnik "Meine 25 interessantesten Endpiele": Eine Zusammenstellung der Analysekunst aus der Zeit der Hängepartien, ein Einblick in Botwinniks Endspiellabor (ohne Übungscharakter natürlich).
Smyslow "Die Kunst des Endpiels" (Verlag Bock & Kübler): Sammlung von interessanten Endspielsituationen Smyslows ohne ausführlichste Analysen aber mit 30 kompletten Partien.
Übungs- und Lehrbücher (hoher Übungsanteil):
Frank Röder "Endspiel - leicht gemacht" (Rau) ist wie ich finde ein äußerst gelungenes Buch.
Interessanter und prägnanter Lehrteil und dann anspruchsvolle, an der Praxis orientierte Aufgaben mit sehr guter Lösungsbesprechung. Das Punktesystem beim Selbsttest erscheint mir gut ausgearbeitet zu sein und die Lösungen wirklich leistungsgerecht zu bewerten.
Somit ist eine gute Selbsteinschätzung der erzielten Leistungen nöglich.
Beyer-Verlag Testreihe: Testbuch der Endspieltechnik, - taktik, des Endspielwissens, der kombinatorischen Endspiele, der Abwicklungen und Übergänge und vermutlich weiterer Titel zu Endspielen
Ich finde die gesamte Reihe sehr gut.
Wer selbst via Datenbanken und anderer Bücher keine eigenen "Trainingsstrecken" anlegen will, findet hier aufbereitetes Material.
John Nunn "Taktische Schachendspiele" (Falken) könnte man wohl auch in diese Rubrik aufnehmen. Ein Klassiker durch Nunns eigene Analysen und Entdeckungen und eben mal ein anderer Ansatz, sich dem Endspiel zu nähern.
Spezialliteratur:
Löwenfisch/Smyslow "Theorie und Praxis der Turmendspiele" (Teoria de Finales de Torre) diente etlichen späteren Werken als Fundgrube und Anleitung.
Leider entsprechen einige Ausführungen nicht mehr dem aktuellen Stand.
Földeak "Turmendspiele in Schachpartien": umfangreiche Sammlung interessanter Situationen, großartige Fundgrube mit eigener Systematik ähnlich Staudte/Milescu 1x1
Hinweis auf weitere Werke von Karsten Müller mit und ohne Frank Lamprecht sowie Jan Timman.
Endspielrubriken:
In der Zeitschrift Schach tauchten immer mal wieder einzelne Artikel auf, zumeist von Mikhail Marin, aber auch von anderen Autoren (Oliver Zierke sezierte Botwinnik-Bronstein 23. Partie 1950).
Früher war im "Schach-Report" die Kolumne von Hajo Hecht "Schach- und Turniertaktik" nicht selten eine Fundstelle für Endspielanalysen (Beispiel März 1983: Analyse von Polugajevski-Kavalek Luzern 1982).
Bei NewinChess wird man natürlich auch fündig, wie sollte es auch anders sein.
Ich bitte um Ergänzungen, Nachträge, weitere Einschätzungen.
Strateges Berichtigung habe ich schon eingearbeitet: "Endspieluniversität", natürlich
