Zum einen: Ich spiele gern Schnell- und Blitzschach, und bin in den schnellen Formaten im Durchschnitt ein wenig erfolgreicher als in Turnierpartien. Und das, obwohl (oder weil?) ich Schnell- und Blitzpartien nicht wirklich ernst nehme.
Als Training, um Zeitnotfehler zu vermeiden, eignet sich das Schnellschach kaum. In Schnellpartien werden die gleichen Fehler gemacht, eher noch mehr als in Zeitnot-geplagten Turnierpartien. Vielleicht der größte Unterschied ist, dass man weniger über die Fehler nachdenkt, analysiert und Feherquellen sucht, sondern einfach die nächste Partie spielt.
In einer Hinsicht kann Schnell- oder Blitzschach allerdings eine brauchbare Übung sein: Man bekommt Routine darin, komplizierte Stellungen auf dem Brett und nur wenige Minuten auf der Uhr zu haben. Die Routine hilft gegen aufkeimende Nervosität.
Zum anderen:
Zauberlehrling hat geschrieben:Kennt ihr vielleicht „effektive“ Mittel um zumindest die fatalen Einsteller zu vermeiden?
Der übliche Fragenkatalog (jeder hat da seine eigene Checkliste, mit kleinen Unterschieden, aber in etwa läuft es zumeist auf dasselbe hinaus):
- Wie hat sich die Stellung durch die letzten Züge (sowohl des Gegners als auch meine eigenen Züge) verändert?
- Was ist angegriffen?
- Sind Schachgebote möglich?
- Können eigene Figuren geschlagen werden, und wenn ja, welche wichtigen Aufgaben haben diese Figuren?
- Kann eine Figur andere Felder erreichen als vorher, oder bestimmte Felder nicht mehr erreichen?
- Droht ein Abzug, eine Gabel, ein Doppelangriff, eine Fesselung, ein anderes einfaches taktisches Motiv?
usw.
Diese Fragen kann man in 5-10 Sekunden durchgehen.
Wenn man ca. 1 Minute pro Zug hat, sollte das reichen, um ein- oder zweizügige Einsteller zu vermeiden.