Die Stellung wird ja in der Schachszene etwas breiter diskutiert...
Also kann man schmulen (auch ohne engine) und entdeckt ein paar interessante Aspekte und Zugvorschläge im Netz.
Alles eher Minipläne und keinen Masterplan, was gar nicht schlecht sein muß, da es den Masterplan vielfach gar nicht geben dürfte.
Zunächst ein paar subjektiv-psychologische Antworten:
Mir geht es eher so, daß ich mich für die Seite "einsetze", die entweder am Zug ist oder aus deren Perspektive ich das Brett betrachte. Von daher ist die Aufgabe für mich persönlich gut gewählt, da sie aus weißer Sicht eine Stellung mit Schwarz am Zug zeigt und somit meine (unter)bewußten Präferenzen gegeneinander ausspielt.
Als ich die ersten Stellungnahmen las, war ich schon etwas überrascht, wie positiv manche die Stellung für Schwarz einschätzten. Ich fragte mich, ob dies an "Schwarz zieht" lag und mußte feststellen, daß es tatsächlich handfestere Gründe gibt.
"Schachlicher":
Eigentlich gefiel (gefällt) mir die weiße Stellung ganz gut. Keine offensichtlichen Felder- und Bauernschwächen auf den ersten Blick, wenig Hebelansätze für die schwarze Gegenseite. Dazu ein Läuferpaar, bei dem ich mich frage, warum Meinungen auftauchten, es sei relativ wirkungslos. Nun ja, ich meine schon deutlich passivere Päarchen gesehen zu haben. Der Sc1 steht momentan inaktiv und auf Wanderschaft via d3, e2 auch den eigenen Kräften im Wege - kurzfristig. Mittelfristig sind solche Routen aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Wenn eine Stellung an der Schwäche nur einer Figur tatsächlich erheblich kranken kann, dann scheint mir die weiße Stellung jedenfalls nicht unheilbar oder siechend.
Schwarz auf der anderen Seite steht auch brauchbar harmonisch. Der eingeklemmte Tf8 ist in der geschlossenen Stellung nicht schädlich, weil er schon in Richtung e-Linie wirkt. Die beiden Springer (in Eselsstellung = gegenseitig deckend) können auch noch aktiver aufgestellt werden (Feld e4).
Was mir an der schwarzen Aufstellung aber nicht so behagt, ist die Frage, was noch zu verbessern ist und wie es geht.
Hinweise erhielte ich aus einzelnen "Feld"beiträgen. Tatsächlich sind die Felder e4 und d2 im weißen Lager gar nicht so gut geschützt, wie man (zu oberflächlich) auf den ersten Amateur-Blick wahrnimmt. Tatsächlich sind Züge wie Se4 oder Lb4 Minipläne, um Weiß evtl. zu kleinen Zugeständnissen in Struktur oder Koordination bewegen zu können. hier zeigt sich auch eine Funktion der Da5, die etwas abseits steht, aber gerade jetzt noch nicht Heim ins Körbchen nach c7, wie ein konkreter Gefühlsspieler schrieb, geführt werden muß.
Für mich strategisch unbrauchbar ist aus schwarzer Sicht derzeit ein Tausch e5xf4 - wurde von einigen auch schon kritisch erläutert: Öffnung für den La1 mit Druck gegen f6-g7, halboffene g-Linie für Weiß mit Druck gegen g7 und indirekt f6, mögliches Springerfeld g3 für den Sc1. e5xf4 kommt nur in Betracht, wenn (taktisch) etwas über die e-Linie funktioniert, vorher für mich nicht. Für Weiß bedarf f4xe5 auch weiterer Vorbereitungen auf der f-Linie.
Gibt es für Schwarz noch etwas größere Pläne?
Angeregt wurde die Verdopplung auf der e-Linie mittels Te7. Ich sehe aber noch nicht, wie man hier etwasüber d5-d4 oder e5xf4 zum Laufen bringen kann. Interessanter finde die Idee mittels h7-h5-h4 zu versuchen g3 und indirekt f4 zu unterminieren, doch frage ich mich, wie es für Schwarz weitergeht, wenn Weiß zu keiner schwächenden Reaktion gezwungen ist. Ein Tausch h4xg3 bringt ja eher nichts, wenn Weiß sich inzwischen mit Lf3, Kg2 aufstellen kann und dann selbst die h-Linie ausnutzt. Kann Schwarz mit dem h-Bauern-Vorstoß also weitere Drohungen verbinden? Ich sehe da nichts und bezweifle es daher.
Stellungsbewertung: Ein User bemühte schon die engine mit dem Fazit - nahezu ausgeglichen.
Ich mache es "menschlicher". Auch wenn die Chancen vermutlich noch ausgeglichen sein sollten, möchte ich lieber Weiß spielen. Verbesserungsmöglichkeiten in der Aufstellung (Türme e oder besser f oder sogar g, Lf3-e2) scheinen mir noch möglich. Eine gewisse schwarze Initiative könnte bei sensiblen weißen Gegenmaßnahmen ins Leere laufen und danach ließen sich die weißen Pluspunkte am Königsflügel (Aufrollung, Öffnung) einbringen.
In einer Fernschachpartie würde ich die engines aber konkret Abspiele mit 1 ... Lb4, 2.Te2 Se4 durchrechnen lassen. Im Kopf ist mir das jetzt (vllt aber auch grundsätzlich

) zu anstrengend.