Schach-WM 2012

interessante Turniere der (großen) Meister

Wer gewinnt?

Viswanathan Anand
17
85%
Boris Gelfand
3
15%
Unentschieden (Anand behält den Titel)
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt : 20

Re: Schach-WM 2012

Beitragvon patzer78 » Mo 21. Mai 2012, 14:29

Nunja, sogar diese sind zu richtigen Beochbachtungen fähig:

So weit Kasparow. Man könnte seinen Auftritt auch anders zusammenfassen: Ich, Garri Kasparow, war der Größte und werde immer der Größte gewesen sein.


Genau deshalb kann ich diesen kerl ausserhalb des Schachbrettes auch nicht ausstehen.
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Re: Schach-WM 2012

Beitragvon elvis » Mo 21. Mai 2012, 18:05

8. Partie, Anti-Grünfeld-goes-KI, eine scharfe Abwicklung, Anand gewinnt in nur 17 Zügen.

Keine Ahnung, was das für die WM-Chancen von Svidler bedeutet. :geek:

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Re: Schach-WM 2012

Beitragvon Riddler » Mo 21. Mai 2012, 20:14

Bemerkenswerte Partie... wohl die kürzeste in der Geschichte der Weltmeisterschaften (oder kennt jemand eine noch kürzere, entschiedene Partie?).
Ich habe ein paar Sachen nicht kapiert. Vielleicht kann mir ja jemand hier weiterhelfen.

Warum hat Gelfand 8. ... Bf6 gespielt? Ok, nach Abtausch öffent Schwarz die e-Linie und bekommt ein nettes Feld auf e5 für seinen Springer. Trotzdem ist der Zug nach meinem (zugegebenermaßen sehr bescheidenen) Schachverständnis fragwürdig.
Warum hat Gelfand das relativ einfache Qf2 mit Damenfang übersehen? Die Abwicklung begint natürlich mit Qf6 und ich denke, Gelfand wird nach 15. gxh5 schon gewusst haben, dass er gepatzt hat, aber dennoch: sowas sollte man doch als Super GM berechnen können.
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Re: Schach-WM 2012

Beitragvon elvis » Mo 21. Mai 2012, 22:28

Riddler hat geschrieben:Warum hat Gelfand 8. ... Bf6 gespielt? Ok, nach Abtausch öffent Schwarz die e-Linie und bekommt ein nettes Feld auf e5 für seinen Springer. Trotzdem ist der Zug nach meinem (zugegebenermaßen sehr bescheidenen) Schachverständnis fragwürdig.

Die Entscheidung beginnt schon mit 7...Sh5. Danach ist Gelfands 8. Zug die einzig konsequente Fortsetzung. Wenn ich hier mal den Kommentar von Malcolm Pein (TWIC) heranziehen darf: Zum 7. Zug von Schwarz: "A move to make the opponent fall off his chair", und zum 8. Zug: "Boris had evidently decided Vishy was potentially vulnerable".
7...Sh5 ist in dieser Stellung (die ohnehin sehr selten gespielt wird) anscheinend neu; in ähnlichen Stellungen ist das Manöver aber seit längerem bekannt, Pein verweist auf Beliavsky - Nunn 1985. Die Idee ist, dass Schwarz sich schneller entwickelt und Weiß zumindest vorläufig nicht zur Rochade kommt. Das ist jedenfalls nicht ungefährlich, nach der Öffnung der e-Linie gerät der weiße König unter Beschuss. Im Live-Kommentar empfahl Leko dann auch, Weiß solle nicht auf f6 tauschen sondern den Läufer nach e3 zurückziehen, um Komplikationen aus dem Weg zu gehen.

Riddler hat geschrieben:Warum hat Gelfand das relativ einfache Qf2 mit Damenfang übersehen? Die Abwicklung beginnt natürlich mit Qf6 und ich denke, Gelfand wird nach 15. gxh5 schon gewusst haben, dass er gepatzt hat, aber dennoch: sowas sollte man doch als Super GM berechnen können.

Anscheinend hatten beide schon im 10.-11. Zug die gesamte Abwicklung bis zum 17. Zug berechnet, aber mit 17.Df4 statt Df2, wonach Weiß Kompensation für die geopferte Qualität hätte.
Merkwürdigerweise haben auch Peter Leko und Ian Nepomniachtchi im Live-Kommentar 17.Df2 völlig übersehen.
Pein gibt zwei Stellen an, wo Gelfand abweichen konnte: 11...Dh4+ 12.Kd1 Lxf5 13.g4 "scharf und unklar", und 14...Sf6 15.Kc2 mit bequemem Spiel und leichtem Vorteil für Weiß. Wenn Gelfand schon aus der Eröffnung heraus (7.-8. Zug) Anand unter Druck setzen wollte, ist psychologisch verständlich, dass er diese Varianten vermeiden wollte.
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Re: Schach-WM 2012

Beitragvon Tarrasch » Do 24. Mai 2012, 12:13

Schöes Statement von Gelfand auf der Pressekonferenz nach der 9. Partie:

Boris Gelfand hat geschrieben:When Boris Gelfand was asked if Anand and he were friends or enemies in this match, he explained that they should rather be called opponents, but he was pleased with the fair play. “We all remember the toilet scandals that marred the reputation of chess. Fortunately, this hasn’t happened in this match, and it won’t happen,” said the challenger.


Gruß
Tarrasch,
rechnet fest mit dem Krawattenbrecher (=Tie-Break)
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Re: 7. Partie

Beitragvon Geck0tierchen » Do 24. Mai 2012, 21:24

Peloton hat geschrieben: Gelfand spielte sicher und ließ keine Verwicklungen zu (zB Lg2 anstelle Lxf6, was die Engine vorschlägt, von Karpov und von Leko bei der Kommentierung ebenfalls abgelehnt worden ist).


Short, Huschenbeth und Kasparov wollten Lxf6 spielen. Fällt was auf ?

In diesem Match fehlt einfach der hungrige Spieler. Kramnik hat mal Slawisch-Abtausch gespielt, aber möchte ansonsten den vorbereitungsfight nicht verlieren. Davon abgesehen ist er ein Fighter und nudelt alles aus! Topalov ist auch mit Monstervorbereitungen und kämpferischem Elan gesegnet gewesen, auch in seinen Partien gegen Kramnik und Anand sah man kaum farblose Remisen. Es ist unglaublich, wie wenig BEIDE Spieler aus dem Anzugsvorteil machen. Gelfand tauscht immer alle Zentrumsbauern ab und bietet dann remis, Anand spielt farbloses, unambitioniertes Klammeraffenschach, vor dem sich selbst Mickey Adams schämen würde.

Es wirkt einfach so, als wollten beide nicht.

Es gab bis jetzt in meinen Augen nur eine einzige halbwegs interessante Partie mit zunächst guten, durchdachten Konzepten, nämlich Anands Gewinnpartie - aber hätte ich hier nicht gewusst wer gegeneinander spielt, hätte ich wohl gedacht es war ein Fight zwischen zwei 2200ern in der Oberliga. Es ist einfach nicht zu erklären, warum Gelfand Df6??? entkorkt. Davon abgesehen war gerade das von Elvis kritisierte Lf6 für mich DER Zug des Matches, nach Gelfands exf6! war ich sehr angetan von der schwarzen Stellung.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson
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