74th Tata Steel Turnier vom 14.01.2012 - 29.01.2012

interessante Turniere der (großen) Meister

Re: 74th Tata Steel Turnier vom 14.01.2012 - 29.01.2012

Beitragvon klötzchenschieber » So 29. Jan 2012, 16:18

Peloton hat geschrieben:Du meinst sicher Schut - Sachdev (, Tania)? Aber wie ich sehe, haben die im PGN-File den Vornamen auch zum Nachnamen gemacht. Intuitiv würde ich aber vermuten, dass Tania der Vorname ist. Auch im Wiki ist es so zu finden, siehe Wiki Tania Sachdev. edit: Auf der FIDE-Karte ist es wieder genau andersrum. Vielleicht es so ein Kulturding, dass in Indien der erste Name der Nachname und der zweite der Vorname ist und das bei der Übertragung ins westliche vergessen wird. Keine Ahnung. :D


Tania ist nur bei uns ein Vorname, in Indien wohl eher nicht. Sachdev ist tatsächlich der Vorname, Tania der "Familienname", wobei der nach meiner Erinnerung anders gebildet wird,als bei uns.

Vishy Anand heißt ja auch Anand mit Vornamen, Viswanathan ist ein Patronym:

Quellennachweise auf Wikipedia: ↑ Viswanathan ist ein Patronym und kein Vorname. ChessBase.com - Chess News - What's in a name? In: chessbase.com. Abgerufen am 27. Juli 2011.

Oder der direkte Link: http://www.chessbase.com/newsdetail.asp?newsid=1416

So ist das halt bei den Exoten, auch in Bayern gabs es ja den Hackl Schorsch.
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Re: 74th Tata Steel Turnier vom 14.01.2012 - 29.01.2012

Beitragvon malWiederSchach » So 29. Jan 2012, 22:21

Peloton hat geschrieben:
malWiederSchach hat geschrieben:Im 48. Zug gibt sie mutwillig ihren Bauern auf und verliert dann das Endspiel Läufer gegen Turm.

Meines Erachtes hatte sie keine Wahl. Versuche den Bauern zu halten scheitern (zumindest nach meiner ersten oberflächlichen Analyse)), zB
48...Lc8 49.Tb8 Ld7 50.Tb7 Ke8 (oder Kd7 und dann Ta7 mit Zugzwang) 51.Kd6 La4 52.Ke6

Ich kann mir vorstellen, dass es im 48. Zug nicht mehr möglich war, den Bauern zu halten. Wenn man sich die vorherigen Züge anschaut, dann kann ich auch sehen, dass es nicht "mutwillig" war, den Bauern aufzugeben. Danke für die Analyse!

Peloton hat geschrieben:
malWiederSchach hat geschrieben:2) Sie hätte nicht freiwillig in die Ecke/an den Rand ziehen sollen.

Nach Ke7 kann Weiß den Schwarzen König auch an den Rand drängen und den Zugang zur angenehmeren Ecke abschneiden. Ihre Idee war wohl, dass sie sich in der Ecke h8 wohler fühlt als in der anderen, weil sie mit dem Läufer den König abdecken kann. Der Fehler ist Le6, weil sie dann den Kg6 nicht mehr vertreiben kann und den Läufer vom König entfernen muss. Kh8 scheitert taktisch und danach ist es sofort aus.

Dann war der Knackpunkt also 56. .. Le6, der das Matt ermöglicht hatte. Das Problem hieran scheint zu sein, dass der Läufer kein Schach geben kann um dem König Zeit zu geben, aus der Opposition herauszukommen.
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Re: 74th Tata Steel Turnier vom 14.01.2012 - 29.01.2012

Beitragvon Peloton » So 29. Jan 2012, 23:14

Das Turnier ist vorbei. Zeit für ein kurzes Resumeè und eine Gegenüberstellung, was man so vor dem Turnier erwartet hat.

Peloton hat geschrieben: Und damit ich mal wieder daneben tippen kann, sage ich das Aronian das Turnier gewinnt.

Ok, mein Tipp ist aufgegangen. Nichtsdestotrotz war die Deutlichkeit des Sieges doch etwas überraschend. Ich meine, da haben schließlich keine Pappkameraden mitgespielt. Carlsen spielte wie gewohnt gut, aber es reichte diesmal nicht, am überragenden Aronian dranzubleiben.

Peloton hat geschrieben: Bin aber auch gespannt auf das Abschneiden von Gelfand, Topalov und Kamsky. Gelfand, um zu schauen, ob er schon in WM-Form kommt. Topalov, um zu sehen, ob sein Abwärtstrend weiter geht. Und Kamsky, ob er mit seinem stylischen Kampfgezocke nach oben oder nach unten in der Tabelle gespült wird. Weiß man bei ihm ja nie so genau.

Gelfand scheint, seit er WM-Finalist ist, blockiert und spielt weit unter seinen Möglichkeiten. Man kann nur hoffen, dass das auf seine harte Vorbereitung zurückführen ist und es deshalb einen spannenden WM-Kampf gibt. So richtig kann ich nicht dran glauben.

Topalov kommt auch nicht mehr so richtig in Schwung. Seit dem WM-Kampf gegen Anand ist bei ihm Sand im Getriebe. Er hat nur eine Partie in diesem Turnier gewonnen.

Kamsky spielte die ersten Runden völlig uninspiriert und kassierte in der Phase auch 2 Niederlagen. Ausgerechnet gegen Gelfand kam die Wende und sein Spiel wurde besser. Gegen Gelfand bekam er zum ersten Mal Gewinnchancen in diesem Turnier. Die konnte er jedoch nicht nutzen. Dann kamen Siege gegen Navara, Karjakin und in der Schlussrunde Topalov. Auch gegen Carlsen war er am Drücker und es hat nicht viel gefehlt.

So ähnlich war es auch bei Caruana. Der hat mich in den ersten Runden auch gelangweilt. Im letzten Drittel des Turniers hat er aber interessante Partie gespielt. Besonders der Sieg gegen Giri hat mir sehr gefallen.
Womit wir bei dem Teilnehmer sind, der 5 Nullen in Folge kassierte. Am Anfang des Turniers sah es noch nach einem Bombenturnier aus, was dann immer mehr zu einem Albtraum für ihn wurde.
"Chess is not a game for fun!", Anna Sharevich, während sie die Finals des Weltcups kommentierte.
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