Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Hier könnt ihr Großmeisterpartien und andere berühmte Partien diskutieren.

Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Jupp53 » Mo 26. Jan 2009, 19:31

Um zu versuchen, von der persönlichen Ebene runterzukommen, mal eine Frage an Geckotierchen: Weshalb siehst Du das als Schrott an?

Eigene Stellungnahme (als Beitrag zur Harmoniesucht gekennzeichnet): Hartlaub spielte bestimmt zweifelhafte Eröffnungen. Leider (!) habe ich mich in jungen Jahren auf sowas nie eingelassen. Allerdings hat er einige wirklich schöne Kombinationen hingelegt, die hier mit viel Liebe wieder aufbereitet wurden. Das Buch über seine Glanzpartien wurde m.E. zurecht von Kurt Richter wegen der Kombinationskraft des Bremer Spielers gelobt. Das seine Eröffnungen in Zeiten der Engines inakzeptabel auf Meisterniveau sind, zeigt nur, wie sich die Zeiten weiterentwickelt haben. Hartlaub selber brauchte für sich auch nie die Trommel rühren. Die Fans dieser Kombinationen waren damals da - auch Meister, die er schlug kommentierten ihre Niederlagen wegen seiner Kreativität.
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Geck0tierchen » Mo 2. Feb 2009, 22:27

Jupp53 hat geschrieben:Um zu versuchen, von der persönlichen Ebene runterzukommen, mal eine Frage an Geckotierchen: Weshalb siehst Du das als Schrott an?


Schön. Sonst wäre hier wohl auch keine Antwort meinerseits zu erwarten gewesen (will ja eh keiner lesen). Wieso führt eine harsche Kritik des Inhalts in Foren skurrilerweise augenblicklich zu harscher Konterkritik an der kritisierenden Person? Als ich damals im Schachfeld der erste war, der im Fischer-ist-tot-Thread Bobby nicht über den KLee gelobt hat (sondern mal seine unübersehbaren menschlichen Defizite als durchaus stichhaltige Begründung GEGEN solches Lob anführte), wurden sofort aufs übelste die Tomaten geworfen. Hier ist es ähnlich: Sobald der erste nicht zustimmt, wird anvisiert.

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Um nicht in nichtschachlichem Palaver zu ertrinken, folgt nun die schachliche Auseinandersetzung mit den beiden Partien Dr.Hartlaubs. Ich beginne hierbei mit der "besseren" Schwarzpartie:

1.c4 b6
2.d4 Lb7
3.Sc3 e6
4.e4 f5? (Stumpf. Pointiert und mit Preisung versehen ist hingegen 4...Lb4 5.Ld3 f5! (Punkt g2!) bzw. 4...Lb4 5.f3 f5! (nun hat sich Weiß bereits hässlich mit f3 aufgestellt). In beiden fällen hat Weiß Konzessionen zu machen, die in der Partie nicht vorhanden sind)
5.exf5! Sf6 (die Ruine nach exf5 will man ja nicht spielen, Sf6 ist daher only move)-
6.fxe6 Le7?! (im aktiven Sinne wäre z.B. Ld6 vorzuziehen, dann hätte Schwarz für das Bauernopfer zumindest eine Form der Schmuddelkompensation (Horwitz-Läufer) vorzuweisen.
7.Sf3 (bleibt cool) O-O
8.Ld3 (muss man nicht machen, e4 unter Kontrolle zu behalten ist aber grundsätzlich nicht verkehrt. 8.Le2 ist gleichwertig) dxe6
9.O-O Sc6
10.Te1! Sb4? (I don't get it - wenn schon sinnlos nach vorne, dann doch bitte Sg4, Schwarz kann nach 11.Txe6 Sxf2 oder 11.Txe6 Sxd4 zumindest noch im Trüben fischen. Nach 11.Le4 wäre aber auch der Zug abgefahren.)
11.Le2? (Wovor hatte Weiß Angst? Vor der klar besseren Stellung nach 11.Txe6 Lxf3 12.Dxf3 Dxd4 13.Lf5? Oder nach der quasi-Gewinnstellung nach dem naheliegenden 11.Sg5? In beiden Fällen muss man nicht mehr als 5 Halbzüge rechnen, um zu sehen, dass Schwarz in keiner der beiden Varianten einen Giftstachel in der Hinterhand hat.) Sg4?!
12.a3 Sxf2?? (Nach 12...Sc6 ist die Stellung sogar garnicht so schlecht, Schwarz kann noch ein wenig gegen die hängenden Bauern drücken.)
13.Kxf2 Sc2 (es gibt keinen Weg mehr zurück)
14.Dxc2 Dxd4+
15.Le3 Lh4+
16.g3 Dg4

So. Jeder Spieler mit Turniererfahrung weiß, dass dies der Augenblick ist, in dem man den Sack zu ziehen muss. Da f3 überlastet ist, bleiben als einzige Kandidatenzüge nur 17.Sd5 mit Rückopferentlastung sowie 17.Dd1 mit der Idee Tf1-Kg2 und 1:0. Wir rechnen selbstverständlich zunächst Dd1. Bekommen wir noch einen Zug zur Festigung der Stellung (z.B: nach Tf7 mit der Idee Taf8), so kommt Tf1 und wir haben gewonnen. Also muss man lediglich Ta-d8 rechnen. Da die weiße Dame nicht ziehen darf (->f3), können wir jetzt aber unsere zweite Ressource ziehen: Nach 18.Sd5 exd5 drohen d4 und dxc4. Für einen Moment ist der Lb7 aber nicht auf f3, f3 ist also entlastet und wir haben einen Zug Zeit zum Reduzieren des schwarzen Angriffsmaterials: 19.Dd4! und Aufgabe. Weiß hat eine Mehrfigur gegen zwei Bauern, was hierbei einen reibungslosen Sieg garantieren sollte.

Sd5 mit der Idee Kg1 ergibt hingegen keinen Sinn. Selbst nach sofortigem Kg1 hatte Schwarz mindestens Dauerschach, der schreckbare Weiße hatte die Partie hier also schon gegen sich abgehakt. Hätte er einen der 4 Fehler (!) in den ersten 16 Zügen des Gegners ausgenutzt, wäre das Endergebnis anders ausgefallen. Was uns zur zweiten Partie bringt...:

1.b4 (kann man machen) d5
2.Lb2 f5
3.e3 Sf6
4.f4 e6
5.Sf3?? (das stellt kompensationslos einen Bauern ein.) Lxb4
6.Sc3? (das passt erstens nicht zum Entwicklungstenor des Weißen [warum hat er den b4 denn bitteschön geopfert??] und zweitens keinen Stück in den schwarzfeldrig orientierten Aufbau hinein. Andererseits bin ich hier auch überfragt, was man ziehen sollte, denn die Stellung sieht hier bereits verloren aus. Vielleicht 6.Ld3 mit Pseudokompensation.) O-O
7.Sg5?! (quo vadis?) h6 (Im Sinne der Ausnutzung sämtlicher strategischer Orientierungslosigkeit seitens des Weißen wäre hier wohl eine konkrete Bestrafung angebracht: Sowohl 7..Sc6 mit der Idee d5-d4 als auch sofortiges 7...d4!? gefallen mir sehr gut. Letzteres nutzt übrigens aus, dass Weiß seiner eigenen schwarzfeldrigen Strategie keinerlei Beachtung schenkt (Sc3, Sg5)
8.h4? (Wenn schon verlieren, dann richtig..) Sg4! (eine starke Riposte! Das erzwingt das traurige Eingeständnis 9.Sf3, wonach 8.h4 äußerst peinlich aussieht. Die unterentwickelte weiße Stellung kann danach mit Sc6 und dann entweder d4 oder e5 geknackt werden. Sofortiges 8...hxg5 ging selbstverständlich auch, lässt Weiß 9.hxg5 Sg4 10.Df3 mit Rumgeschummel leichter finden.)
9.Ld3? (rennt beständig gegen die Wand. Im Zockersinne war 9.Df3!? die einzige Idee, nach 9..hxg5 10.hxg5 wäre es Zugumstellung zur obigen Stellung. Selbstverständlich ist auch diese Stellung banal verloren.)

9..hxg5
10.hxg5 c5 (die Verstopfung der langen Diagonale mit d5-d4 ist jetzt nachhaltig, unvermeidbar und sollte zur weißen Aufgabe führen.)
11.Sb5? siehe mein Kommentar zum 6.Zug - man stand der da unnütz) a6 (
12.Th7? (sieht aus wie der letzte "man kanns ja mal versuchen" Gag-Zug vor der Aufgabe)

Und hier geschieht das unfassbare..

12...Tf7??

Wo hat Teichmann Gespenster gesehen? 12...Kxh7 13.Dxg4. Ok, durchatmen, Stellung besehen... Ok, außer Schachs auf der h-Linie hat Weiß keine Drohung, also nehm ich ihm diese mit 13...Kg6. Nächster Zug ist Th8 und voila, Mehrturm.
Auf die Art und Weise wie Teichmann es spielt, ist die Stellung nur "noch gewonnen". Evtl. hat Teichmann ja (zurecht) gedacht, die Mehrfigur würde locker reichen..

13.g6 Tf6
14.Ke2 Txg6
15.Dh1 Sh6
16.Txg7+ Txg7
17.Dxh6

...okay, wenn ich meine Entiwcklung beenden (unrealistisch) oder mit dem König zum Damenflügel rennen kann, hab ich locker gewonnen. "Erst einmal den Lb2 ausschalten" hätte zum naheliegenden 17...d4-+ und baldigem Händereichen geführt.

17...De7??

Nun ist die Stellung leider nur noch Remis. Allein dies sollte den Schwarzspieler bereits fuchsteufelswild machen..

18.Sd6? Ein weiterer, sehr schlechter Zug, der jedwedes Feingefühl vermissen lässt. (18.Th1 d4 19.Dh8+ Kf7 20.Sc7! Dxc7 21.Th7 Kg6 22.Th6+ Kf7 23.Th7=)

Nach 18..Df8! -/+ droht Txg2+ und hier braucht es einen echten Verteidiger, um den EINZIGEN Zug 19.Dh5!!= zu finden, der da Remis sichert. Nicht die Verteidigung ist hier schwer zu führen (wie der Kommentator schreibt) , sondern vielmehr ist es der Angriff!

Stattdessen kommt erneut ein Doppelfragezeichen in Form von:

18...Ld7???
19.Th1 +- Kf8!? (wenigstens nur noch 3 Züge diese Schande ertragen.. ob der weiße aber 19..Th7 20.Dg6+ Tg7 21.Lf6! Le8 22.Th8+! gefunden hätte?)
nebst Matt.

Wow. 8 Fehler in 19 Zügen - das erinnert an die U12.

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Dies ist eine andere Kommentierungsform Hartlaubscher Spielweise. Wem das zu hart erscheint, soll sich beide Partien noch einmal langsam angucken. Es sollte nun aber klar sein, warum ich die Partien Dr.Hartlaubs als kompletten Schrott abtat und -tue.

Und jetzt kommt genau der springende Punkt. Ich bin u.a. aus dem Schachforum, deren interner Verlauf dieses hier indirekt hervorgebracht hat, als ein Forenmitglied bekannt, welches eher lange, ausschweifende und doch nicht zwingend prozentual kritikärmere Beiträge verfasst. Warum habe ich also nur einen Einzeiler zu hinterlassen?

Ich hatte und habe natürlich nicht vor, die wirklich ansprechenswerte Präsentationsform des Threaderstellers zu schmähen. Warum man diese Partien außer ihrem streitbaren Unterhaltungswert angucken soll, wird mir aber nicht klar. Aus schachlicher Sicht heraus kann ich das weder Zurschaustellung von Kreativität noch große Inspiration sondern allerhöchstens komplett fehlende Verteidigungsfähigkeiten nennen.

Wenn jemand eigene Partien veröffentlicht, hat dies meist etwas andere Gründe. Solange es nicht offensichtliche, zur Belustigung gedachte Zurschaustellung der eigenen UNfähigkeit ist ("guck mal, ich hab nen Turm eingestellt und es irgendwie noch geschafft, remis zu halten! :D"), wird aber wohl niemand derartige Partien wie die Partie Hartlaub - Teichmann zeigen. Die erste ist ja sogar noch ganz nett! Die zweite hingegen ist schlimmer als ein AUtounfall. Eine derartige schachliche INkompetenz (beiderseitig!) habe ich lange nicht mehr gesehen. Das ist vielleicht im Blitz ganz lustig (erfahrungsgemäß sogar ziemlich!), hier ist man sich der eigenen Niveaulosigkeit im ALlgemeinen aber ja auch bewusst.

Und hier kommen wir auch schon zu Tico: Wie gesagt, war es mit Sicherheit nicht respektlos gegenüber dem Threadersteller gemeint (wenn das so angekommen ist, entschuldige ich mich selbstverständlich dafür). Allerdings habe ich ja auch nicht die Qualität seiner Recherche, sondern sehrvielmehr die Qualität des dargelegten INhalts (dafür kann man ja nichts) kritisiert! Somit ist es keine sonderlich anders geartete Konstellation als die, dass ein Kritiker (Ich) das Buch (Partien) eines Autors (Dr.Hartlaub) als schlecht bezeichnet, ohne den Verleger (Threadersteller) mit Kritik auch nur zu streifen. Im Gegenteil: Die schöne Form des Einbands und die liebevolle Präsentation des Autoren seitens des Verlegers halfen keinem der dargebotenen Kapitel! Der Verleger muss sich höchstens noch der indirekt gestellten Frage stellen, warum er ein derartiges Buch darbietet.

("Aber das ist Verlegerlogik, und wie wir wissen stammen diese vom Planeten Zog." - Douglas Adams)

Damit habe ich auch einen beachtenswerten Haken zu meinem Schlusssatz geschlagen. Der KOntrast zwischen meiner sonst sehr ausladenden Schreibweise und diesem Kurzzüngler sollte in letzter Konsequenz eine Hommage an Tony Miles Rezension im Kingpin sein. Ich bin ziemlich überrascht, dass das hier offensichtlich niemand erkannt hat.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Jupp53 » Di 3. Feb 2009, 12:10

Erst einmal Danke für die Antwort - den schachlichen Inhalt schaue ich mir nochmal an.

Miles Rezension ist mir leider unbekannt. Gibt es dazu einen Link?

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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Stratege » Di 3. Feb 2009, 18:03

Jupp53 hat geschrieben:Miles Rezension ist mir leider unbekannt. Gibt es dazu einen Link?


http://www.chesscenter.com/kingpin/King ... Unorthodox :D
"Die Tromp- und Colorado-Quote steigt wieder an, genauso wie die Anzahl der gekauften, aber ungelesenen Schachbücher im Schrank (das Zeichen schlechthin für einen ewigen Verlierer!)" IM Ilja Schneider auf schachzoo.twoday.net
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Jupp53 » Di 3. Feb 2009, 18:53

Danke des Links beginne ich zu verstehen. :lol:

Edit äußert sich nach Nachspielen der zweiten Partie mal zur persönlichen und schachlichen Seite.

Dr. Hartlaub begegnete mir erstmals vor 45-50 Jahren in der Stadtbücherei Koblenz. Damals hatte ich noch weniger Ahnung vom Schach als heute, lieh mir also jedes vorhandene Schachbuch aus und spielte ein paar Partien nach. Es ist also eine (nette) Erinnerung an alte Tage.

Mir erschien die Eröffnungsbehandlung merkwürdig und erinnerte mich an einige Diemer-Fans, die jeden mit f3 gegen den schwarzen Bauern auf e4 eröffneten und dank schwarzer Dickerchen gewonnenen Unsinn priesen. Die Kombinationen gingen deutlich über meinen Horizont hinaus und die Anmerkungen mit der Flügelzange Sc3-b4 und Sf3-g5 (oder auch mit Schwarz) stiftete bei mir nur Verwirrung.

Positiv gesprochen: Die Partien Dr. Hartlaubs haben einen gewissen Unterhaltungswert. Allerdings habe ich sie noch nie irgendeinem Nachwuchsspieler empfohlen. Die besiegten Gegner sind schon beachtlich. Weshalb Teichmann die Partie mit Tf7, De7 und Kf8 einfach wegwirft? ????? Alkohol? Liebeskummer? Durchblutungsstörungen? :? Jedenfalls ist es im allgemeinen falsch, so etwas zu analysieren (im konkreten trotzdem mein Dank an Geckotierchen). Man sollte es als Gesamtkunstwerk genießen, nicht studieren.

Negativ gesprochen: Man kann sich der Hommage an Tony Miles durchaus anschließen. Trotzdem ist die schöne Aufmachung hier bei Threaderöffnung ein Lob wert.

Und insgesamt hat mir der Thread bis hierher Spaß gemacht.
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon Jupp53 » Do 19. Feb 2009, 20:31

Die Flügelzange der beiden Springer ist mir gerade in einer Kurzpartie begegnet. Dr. Hartlaub redivivus?

[Event "Estonian Club Cup 2nd leg"]
[Site "Tallinn EST"]
[Date "2000.04.07"]
[Round "?"]
[White "Raud, R"]
[Black "Karner, H"]
[Result "1-0"]
[WhiteElo "2343"]
[BlackElo "2296"]
[ECO "B30"]
[EventDate "2000.04.07"]

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Lb5 Sd4 5.e5 Sxb5 6.Sxb5 Sd5 7.Sg5 f6 8.exf6 Sxf6 9.De2 d5 10.De5 Sg4 11.Df4 1-0

;)
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon stoppelhoppler » Mo 29. Jun 2009, 12:40

Zu den Gambiteröffnungen mit namentlicher Beteiligung Dr. Hartlaubs mal ein Link:

http://www.chessville.com/UCO/CN/HartlaubGambits.htm
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon kladist » Mo 21. Dez 2009, 23:26

Beim Stöbern in der Kiste bin ich hier auf den mir unbekannten alten Meister Carl Hartlaub gestoßen. Für seine Partien gab es ja schon Anerkennung und Kritik. In einer Simultanpartie konnte er immerhin den damaligen Weltmeister 1904 in einer Kurzpartie mattsetzen. Und das durch sehr sauberes Spiel...

Partie: Hartlaub, Carl - Lasker, Emanuel, Simultanpartie Bremen, 1904.01.28

1.e4 e5 2.Lc4 Sc6 3.Sf3 Sf6 4.d4 exd4 5.O-O Sxe4 6.Te1 d5 7.Lxd5 Dxd5 8.Sc3 Dd8 (8...Da5! 9.Sxe4 Le6)

9.Txe4+ Le6?! (9...Le7!?)

10.Sxd4 Sxd4 11.Txd4 Dc8?! (11...Df6!?)



12.Lf4!? (Lasker hat eine etwas fragwürdige Eröffnungsvariante gespielt. Allerdings dürfte er gewusst haben, was er tut. Denn wenige Jahre zuvor hatte er diese Stellung mit Weiß und konnte nichts erreichen: 12.Dh5?! Le7 13.Lg5 Lxg5 14.Dxg5 O-O 15.Se4 Lf5 16.c4 b6 17.Sg3 Lg6 18.Tad1 Te8 19.h4 c5 20.Td6 Dc7 21.h5 f6 22.Dg4 Lf7 23.Sf5 Le6 24.Td7 1-0 Lasker,E-NN,Germany1900 - Tatsächlich dürfte der schwarze Aufbau aber nicht spielbar sein: 12.Lg5! Ld6 [12...f6?! 13.Lxf6!] [12...Le7?! 13.Lxe7 Kxe7 14.Dh5] 13.Se4 O-O 14.Sf6+! gxf6 15.Lxf6 Td8 16.Dh5 Kf8 17.Dxh7 Ke8 18.Tad1 a5 19.c4 b6 20.f4 a4 21.f5 Lxc4 22.Lxd8 Dxd8 23.Dh8+ Ke7 24.Te4+ Le6 25.Dh4+ Kf8 26.Dh6+ Ke8 27.Tde1 1-0 Tringov-Rossetto,Amsterdam1964 - Aber auch Hartlaubs Fortsetzung ist nicht schlecht.)

12...Le7? (12...Lc5! 13.Sd5 O-O 14.Sxc7 Lxd4 15.Dxd4 Dd8 16.Ld6 Tc8 17.Df4 +=)

13.Sb5! Ld8? (Laskers letzten beiden Züge sind ein Fehler, der von Hartlaub elegant ausgenutzt wird. Schwarz hätte statt dessen hier oder besser vorher Zugeständnisse machen müssen. 13...O-O! 14.Sxc7 Lf6 ±)



14.Txd8+! (Natürlich! In der Folge führt Hartlaub den Angriff exakt und energisch bis zum Matt.)

14...Dxd8 15.Sxc7+ Ke7 16.De1 Dc8 17.Db4+ Kf6 18.Dc3+ Ke7 (18...Kg6 19.Dg3+)

19.Dc5+ Kd8 20.Td1+ Ld7 21.Se6+!



(21...Ke8 22.Sxg7+ Kd8 23.Lg5+) 1-0

Nicht so schlecht.

Nachtrag:

Oh, sehe jetzt erst: Die Partie war ja schon kommentiert in der Datenbank oben. Sorry.
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Re: Der "Opferkönig von Bremen" Dr. Carl Hartlaub

Beitragvon project_chaos » Di 22. Jun 2010, 19:54

ich hab hier zufällig eine partie von hartlaub in einem buch gefunden.

viel spass damit.

p.s. schwarz schmeisst mit 16. ... Dd7 den vorteil weg und mit 17. ... Sg6 die partie. aber ein schönes ende

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