Funkmaus hat geschrieben:...Könnte vielleicht einer konkrete Züge posten, wie es Remis zu halten ist?!
Ich jedenfalls nicht und ich bin mir auch keinesfalls sicher, ob dieses Endspiel remis zu halten ist.
Chancen dazu bestehen zweifellos, weil 2 Mehrbauern bei ungleichfarbigen Läufern eben häufig nicht viel sind.
Zur Spielstrategie:
Der verteidigende König versperrt "seinem" Freibauern grundsätzlich den Weg auf der eigenen Läuferfarbe. Nur Zugzwang oder "andere Aufgaben" können ihn hiervon abhalten.
Eine "andere Aufgabe" ist es, den eigenen Läufer bei der Verteidigung gegen den angreifenden König zu unterstützen. Das schafft der Läufer - leicht ersichtlich - zumeist nicht allein.
Hieraus resultiert der von Jupp bereits angesprochenene Königswechsel beider Seiten.
Und dabei kann es vorkommen, daß Felder, Raum und Tempi gerade noch ausreichend zur Verfügung stehen oder auch nicht.
Während Weiß also versucht, mit dem König zum Damenflügel zu gelangen, muß Schwarz verhindern, daß dieser sich dort nur dem Läufer gegenübersieht.
Als Schwarzer ist mein Versuch nach Abtausch auf f4 zuerst die Konstellation wBb3, c4 zu erreichen und den Läufer auf b4 (c5) zu postieren. Damit wären diese Bauern erst einmal gehemmt und müßten vom wK unterstützt werden. Insbesondere über d5 könnte der wK dann eindringen, was der sK verhindern muß.
Gleichzeitig muß Schwarz aber die Unterstützung des f-Bauern durch den wK verhindern - also insbesondere die Felder f5 und g6 überwachen (siehe Grundthema Flügelwechsel der Könige).
Ein Idealfall für den Verteidiger ist es natürlich, wenn eine Seite ohne Gefahr nur durch läufer verteidigt werden kann. Dann erspart er sich natürlich einen Königswechsel.
In der konkreten Stellung ist eine derartige Konstellation aber nicht vom Verteidiger zu erzwingen.
Positiv für Schwarz ist auf jeden Fall, daß der weiße h-Bauer der "falsche" ist. Das erlaubt mehr Verteidigungsoptionen, weil Weiß es sich damit kaum erlauben kann, den f-Bauern zwischendurch gegen irgendetwas abzugeben. Weiß am Zug hätte auch das Problem, daß er mit f4xg5 h6xg5 und h2-h4 zwar einen großen Abstand zwischen seinen (potentiellen) Freibauern schaffen kann, aber der h-Bauer nahezu wertlos ist.
Die Idee einen Bauern zu opfern, um sich als Weißer den g-Bauern zu erhalten (also auf g5xh4 mit g3-g4 zu antworten), ist zwar grundsätzlich beachtlich, doch dürfte sie konkret hier zu dünn sein.