Matt mit Läufer und Springer

Moderator: Jupp53

Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon Jupp53 » So 28. Mär 2010, 22:46

Anlass ist folgende Nachricht: http://schachblaetter.de/techniker/23-03-2010/, wobei besonders der Link auf die Vereinsseite interessant ist. Für mich ist das unfassbar in der Spielklasse, selbst an Brett 8. Ich erinnere mich an zwei Mannschaftskämpfe mit meiner Beteiligung, in der das Endspiel Remis endete. Und das war noch in der Zeit der Hängepartien!

Zur Nützlichkeit dieses Endspiels gibt es zwei Meinungen.
- IM Silman meint, es komme fast nie vor und er hat es deshalb in seinem "Endgame Course" nicht aufgenommen.
- GM Awerbach hält das Erlernen dieses Endspiels für wichtig, weil damit auch das harmonische Zusammenspiel von Figuren gelernt wird. GM Flear schreibt in "Practical Endgame Play - Beyond The Basics", dass er es aus diesem Grund allen Schülern zeigt.

Ich schließe mich den GMs an. Die Wikipedia bietet hierzu gutes Material, leider nicht in der deutschen Version http://en.wikipedia.org/wiki/Bishop_and_knight_checkmate. Die Mühe lohnt sich.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon Riddler » So 28. Mär 2010, 23:02

Ich habe erst letze Woche nochmal das elementare Matt mit L+S bis zum Exzess gegen Fritz geübt. Es ist gar nicht so schwierig wie man meint, wenn man einmal das Schema erkannt hat. Allerdings hat Silman schon Recht...es kommt halt sehr selten vor. In meiner Praxis hatte ich es bisher noch nicht am Brett. :)

Gibt übrigens auf youtube ein Video, in dem Paco Vallejo in einer Bundesligapartie seinen Gegner mit S+L mit etwas über 2 Minuten auf der Uhr matt setzt. Der hat anscheinend seine Hausaufgaben gemacht.

http://www.youtube.com/watch?v=hu7DZvGF0Cg
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon naphta » Mo 29. Mär 2010, 07:38

Ich finde solche Geschichten immer sehr tragisch und kann mich als Patzer gut mit dem Göttinger identifizieren. :)

Er ist aber in prominenter Gesellschaft: http://www.schachfeld.de/f33/laeufer-springer-mattsetzen-3216/
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon Stratege » Mo 29. Mär 2010, 09:17

Sollte ich mir auch mal wieder anschauen. In einer Turnierpartie würde ich es vielleicht in einer halben Stunde oder so hinbekommen. :oops:

"Am Ende schaffte Norbert das schier Unmögliche und hielt mit dem blanken König gegen Läufer und Springer remis." finde ich eine interessante Formulierung für das eigentlich gemeinte " Der Gegner war zu blöd, dieses Endspiel zu gewinnen". Die einzige Leistung, die die Partei mit dem nackten König da bringen kann, ist solange wie möglich in der Mitte oder in der falschen Ecke zu bleiben. In welchen Ecken das Matt möglich ist und in welchen nicht sollte man noch viel eher wissen als wie die Mattführung aus beliebiger Stellung geht. Von daher sollte man von jedem >1500 DWZ eine gute Verteidigung erwarten können. Jeder, der das Matt mit König und Dame oder Turm gegen König beherrscht (das lernen die Anfänger bei uns mit als erstes), sollte zumindest mal versuchen, möglichst lange in der Mitte zu bleiben. Am Rand angekommen ist es dann wahrscheinlich Zufall, in welche Ecke der Anfänger geht.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon Tico » Mo 29. Mär 2010, 09:57

Riddler hat geschrieben:(...)

Gibt übrigens auf youtube ein Video, in dem Paco Vallejo in einer Bundesligapartie seinen Gegner mit S+L mit etwas über 2 Minuten auf der Uhr matt setzt. Der hat anscheinend seine Hausaufgaben gemacht.

http://www.youtube.com/watch?v=hu7DZvGF0Cg



Obwohl er manchmal doch stutzte und nachdenken musste (er ratterte die Züge nicht automatisch herunter). Er hatte ja zudem das "Glück", dass der gegnerische König schon in der Ecke stand, wenn auch in der falschen.
Wenn man aber bedenkt, dass Vallejo zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon über fünf Stunden am Brett saß, war es eine tolle Leistung, die ich in keiner Weise schmälern will.

OT in den Thread schachwelt-f22/turnhallen-fuers-schach-nicht-repraesentativ-t731.html geschoben

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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon LowScore » Mo 29. Mär 2010, 10:17

Super Technik vom Großmeister...ich hätte andere Züge gemacht, weil ich nur die W-Methode kann.

auch hier OT in den anderen Thread verschoben
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon lovo » Mo 29. Mär 2010, 11:36

Tico hat geschrieben:Er hatte ja zudem das "Glück", dass der gegnerische König schon in der Ecke stand, wenn auch in der falschen.

Die falsche Ecke kann auch die richtige sein - nämlich wenn man einfach seine Methode runterrattern kann.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon Tico » Mo 29. Mär 2010, 11:43

lovo hat geschrieben:
Tico hat geschrieben:Er hatte ja zudem das "Glück", dass der gegnerische König schon in der Ecke stand, wenn auch in der falschen.

Die falsche Ecke kann auch die richtige sein - nämlich wenn man einfach seine Methode runterrattern kann.



Ja, das wollte ich damit angedeutet haben... Hab mich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon stoppelhoppler » Do 1. Apr 2010, 09:51

Bin auf die Notation gespannt, um zu sehen, ob der Angreifer überhaupt einen Plan hatte.

Mit Inkrement kann man eigentlich 5-6 Züge runterrattern, um dann 2-3 Minuten für Überlegungen zu haben.
Steht der verteidigende König schon am Rand, dann verliert man eben ein paar Züge für Zeit.

Eine gewisse Reserve zu den 50 Zügen hat man ja allgemein.
Es gibt Fälle, da sind Leute (bei zusätzlich ablaufender Bedenkzeit) knapp an den 50 Zügen gescheitert.

Es ist schade, daß das Basiswissen der Eröffnungen allgemein höher als das Endspielwissen zu sein scheint.

Kortschnoi russische Taxifahrer haben anscheinend mehr Zeit für spezielle Fingerübungen. Die hat nicht jeder.

Mein Mitgefühl ist trotzdem sehr eingeschränkt - werde es aber mal zur Sicherheit gegen fritze üben... ;)
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Matt mit Läufer und Springer

Beitragvon LowScore » Do 1. Apr 2010, 12:08

Der Vollständigkeit halber (und als Trainingshilfe für alle, die es noch nicht kennen/können) poste ich hier mal das Verfahren mit der "W-Methode" (entnommen aus "Das Schachspiel" von Siegbert Tarrasch). Viel Spaß beim Üben! :)
Siegbert Tarrasch hat geschrieben:Läufer und Springer gegen den König
Dieses Matt ist äußerst schwierig, weil diese beiden Figuren kein harmonisches Zusammenspiel ergeben. Aber jeder Spieler muß es kennen, da es verhältnismäßig oft erfordert wird, im Gegensatz zu dem Matt durch die beiden Läufer, das niemals vorkommt. Durch die hier angegebene Methode hoffe ich, es so leicht gemacht zu haben, daß es jeder Spieler beherrschen kann. Die Endstellung ist folgende:

Das Matt ist also nur in einer Ecke von der Farbe des Läufers möglich.
Zunächst handelt es sich darum, den König an den Rand zu drängen.


Stellung nach dem 20. Zuge von Weiß:
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