Läufer vs. Läufer - 01

Moderator: Jupp53

Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon Coffins » Sa 24. Okt 2009, 13:09

Hallo Schachkiste!
Ich denke, für unser Schachkistenforum jetzt eine Sammlung von kompakten Endspielthemen zu eröffnen, ist langsam fällig. Hier können wir alle ein paar schöne Läuferstudien bringen. Das Thema ist sicher richtig platziert? Ich beginne mal mit:

Aufgabe 1

Weiß gewinnt
(Studie von Centurini, 1847)
"Machst du eine Puppe zum König, hast du einen König.
Machst du einen Menschen zum König, steht vor dir ein Kasper."
Hurvinek zu seinem Vater Herrn Spejbl; Dresden - 11.November 2010
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Re: Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon TheKillerGrob » Sa 24. Okt 2009, 14:24

Ich kenne die Lösung, verrate aber nichts, denn ich möchte den anderen den Spass nicht verderben;
hier kommt die nach ihm benannte "Centurini-Regel" zur Geltung; die Stellung ist schwieriger als es auf den ersten Blick scheint.

Als Mod hänge ich einen Vorschlag an:
Falls jemand die Lösung vergessen hat und sie wieder zusammen kriegt, sollte die Lösung trotz Vorkenntnissen gepostet werden.
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Re: Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon naphta » Di 27. Okt 2009, 08:28

Der weiße Gewinnweg sieht so aus, dass er zunächst versuchen muss, den gegnerischen Läufer von der Diagonale h2-b8 zu vertreiben und ihn, wenn er auf a7 steht abzulenken, damit der Bauer umgewandelt werden kann. Schwarz kann einmal zur Verteidigung mit dem Läufer hin und herziehen auf besagter Diagonal, z. B.:1.Lh4 Lf4 2.Lf2 Lh2 3.La7 Lf4 4.Lb8 Le3 5.Lh2 La7 6.Lg1!!
Schwarz kann aber die Partie verlängern, indem er versucht mit dem König die Felder a7 und c7 abzudecken, damit Weiß seinen Läufer dort nicht postieren kann. Das Motiv der Ablenkung mit La7 Lg1 steht aber auch hier wieder im Vordergrund.


Eine Endspielstellung, die ich für genauso wichtig halte wie z. B. die Brücke. @ Coffins: Mehr davon.
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
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Re: Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon elvis » Di 27. Okt 2009, 15:04

@ naphta:
Die Lösung sieht unvollständig aus, den schwachen Punkt hast du selbst benannt.
Klar ist: Wenn der weiße Läufer nach c7 oder a7-b8 kommt, gewinnt Weiß.
Aber: Wie kann Weiß dies erzwingen, wenn Schwarz nicht nur mit dem Läufer hin und her zieht, sondern mit dem König das jeweils gefährdete Feld abdeckt, z.B. 1.Lh4 Kb6 2.Lf2+ Ka6?
Der schwarze König ist beweglicher als der weiße, das ist eine Grundlage der schwarzen Verteidigung.
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Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon stoppelhoppler » Di 27. Okt 2009, 15:22

Die kritischen Felder a7 und c7 werden vom sK mit kurzschrittiger Mobilität mit überwacht.
Wie kann man ein Tempo gewinnen :?:
Durch Zugzwang mit Ablenkung unter Beachtung einer Kleinigkeit.
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon naphta » Di 27. Okt 2009, 16:31

elvis hat geschrieben:@ naphta:
Die Lösung sieht unvollständig aus, den schwachen Punkt hast du selbst benannt.
Klar ist: Wenn der weiße Läufer nach c7 oder a7-b8 kommt, gewinnt Weiß.
Aber: Wie kann Weiß dies erzwingen, wenn Schwarz nicht nur mit dem Läufer hin und her zieht, sondern mit dem König das jeweils gefährdete Feld abdeckt, z.B. 1.Lh4 Kb6 2.Lf2+ Ka6?
Der schwarze König ist beweglicher als der weiße, das ist eine Grundlage der schwarzen Verteidigung.


Okay 3.Lc5 - der K darf nicht ziehen, da sonst der Weg nach a7 frei ist. 3.-z.B. Lf4 (der L muss weg von h2, damit er abgelenkt werden kann) 4.Le7 Kb6 (schnell wieder Richtung c7) 5.Ld8+ ->c7 5.-Kc6 (verhindert Lc7) 6.Lg5 Ablenkung mit Tempogewinn, um Le3 spielen zu können und Schwarz kann La7 nicht verhindern.
Wir wissen nicht, was dieser freundliche Großmeister empfiehlt, aber wir empfehlen bei Schachsucht die Schachkiste.
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Re: Läufer vs. Läufer - 01

Beitragvon Jupp53 » Di 27. Okt 2009, 22:03

Die Lösung ist jetzt gepostet. Die Frage ist, wie kann man sich das merken, um das am Brett zu erinnern, bzw. für sich selbst zu erinnern. Mit reinem Pauken bin ich vor 30 Jahren nicht weitergekommen, wie ich zu meinem Entsetzen 10 Jahre später feststellte (Alles!!! vergessen.)

Hier stelle ich meine Methode vor, mit der ich die Lösung in akzeptabler Zeit zusammen bekomme.

Die Ausgangsstellung:



Gewinnstellung 1:



Hier ist der schwarze Läufer angreifbar auf der Diagonale d8-h4, konkret auf dem Feld h4. Manöver 1: 1. Ld8-h4 Lg3-f4 2. Lh4-f2 Lf4-e5 3. Lf2-a7 Le5-d6 4. La7-b8 Ld6-c5 5. Lb8-g1 K~ 6. Lg1-f2 und der Läufer muss nach b8 oder die Deckung des Feldes aufgeben.

Diese Methode bekommt nach meiner Erfahrung fast jeder Vereinsspieler schnell selbst heraus. Freunde von Merksprüchen sollten das Manöver für sich möglichst eindeutig benennen. Motive sind "Opfer, Kampf um die Diagonale, Weg über das Verwandlungsfeld".

Ausnahmestellung 1:



Hier funktioniert die analoge Variante nicht, weil der König das Schlüsselfeld der Studie bedroht. Variante: 1. Ld8-e7 Ld6-g1 2. Le7-c5?? Kc6xc5 =

Das erschien mir erst einmal so trivial, dass es zu meinem Vergessen beitrug. Keres entwickelt damit in "Praktische Endspiele", dass der schwarze Läufer also 2 Felder besitzt, die das Gewinnmanöver aus Gewinnstellung 1 verhindern: d6 und h2.

Um d6 zu nehmen, muss der König von der Deckung des Feldes c5 entfernt werden! Das geschieht durch die Drohung des weißen Läufers zuerst auf die Diagonale a7-g1 und von dort nach a7 zu kommen. Der schwarze König muss nach a6 und der Rest ist dann plötzlich einfach, wenn man sich die nächste Stellung vor Augen führt.

Gewinnstellung 2:



Das führt dann zu der Schlüsselstellung in der Schwarz am Zuge den Zugzwang erfährt.



Entscheidend ist hier nach dem schwarzen Läuferzug die Drohung Gewinnstellung 2 zu erreichen, die Schwarz nur abwehren kann, indem er Gewinnstellung 1 zulässt. (Der letzte Satz ist sehr zusammenfassend abstrakt. Eine ausführliche eigene Beschreibung des Manövers in Worten hilft der Erinnerung.)

Puhhh - hoffentlich hilft es jemandem, die Lösung für sich in Zukunft selbst zu entwickeln.
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