North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

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Beitragvon Cresspahl » Mo 8. Mär 2010, 23:46

nach 1.e4 g6 2.d4 hat Schwarz neben dem Normalzug 2..Lg7 eben auch das sehr coole 2...Sf6:

a) 3.Sc3 (kommt oft) d5!? 4.e5 Sh5 5.Le2 Sg7 6.Lh6 entstehen interessante Stellungen - siehe auch einige Partien von Welling mit Schwarz zu diesem Thema. 5.g4 Sg7 kommt oft in Partien schlechterer Spieler, aber verlangt wohl zuviel von der Stellung.

Ein thematisches beispiel:






b) 3.e5 (!) Sh5 4.Le2 d6 5.Lh5 gh 6.Dh5 und Schwarz hat eigentlich das, was er will. 4.Sf3 d6 5.h3!? finde ich kritischer, da Weiß auf Eingrenzung spielt und weniger forcierte Varianten bevorzugt. Ich denke in diese Richtung sollte Weiß nach Vorteil suchen.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon JerryCotton » Di 9. Mär 2010, 07:51

Das g4 so schlecht ist, hat mich überrascht. Dachte zunächst, dass ich etwas finden würde, aber auch mit späterer Zuhilfenahme der Engine scheint der schwarze Gegenangriff mit c5 überraschend schnell zu kommen.
Le2 ist aber ohnehin logischer. Den Randspringer erstmal Randspringer sein lassen und weiter entwickeln.
Die schwarze Eröffnung sieht natürlich auf den ersten Blick erstmal total beklopt aus. 4 Züge in der Eröffnung herzugeben, allein um den Springer gut zu plazieren :). Aber gerade das reizt mich es im Blitz einmal zu versuchen.
Die Aljechin Verteidigung ist ja auch nicht so schlecht.
Bevor ich die Datenbank durchwühle. Hast du eventuell auch (faire) Beispiele zu den von dir mehr gefürchteten Varianten?
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Tobi » Di 9. Mär 2010, 13:33

Heute eine Partie mit 2.Sf3 gehabt.Ob die Eröffnung wirklich gut gelaufen ist, kann ich nicht beurteilen...es handelte sich um eine 15+0 Partie.

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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Cresspahl » Di 9. Mär 2010, 13:39

Spontan würde ich sagen Weiß sollte 3.e5 Sh5 und dann d4 und vor allen Dingen c4 spielen.

Auf 2.Sf3 spiele ich wohl 2...Lg7 oder auch mal 2...c5 und beschleunigter Drachen. Eine Überleitung in North Sea klappt wohl nicht mehr so gut, aber das ist auch garnicht nötig.

Auf jeden Fall vermeiden soillte Schwarz strukturen mit eigenem Sh5 in denen Weiss den c-Bauern NICHT verstellt hat, da W sonst d5 super anknabbern kann.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Tobi » Di 9. Mär 2010, 13:48

Auf 3.e5 hatte ich Sd5 geplant, das gibt dann eine Aljechin-Verteidigung.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Geck0tierchen » Mi 10. Mär 2010, 14:16

Ich habe das eine ganze Weile ausschließlich im Blitz und Schnellschach gespielt.

Im 'chessfield' habe ich 2007 (etwas überheblich) eine Turnierpartie von mir vorgestellt, in der sich Weiß optisch sehr gut aufstellt, dadurch aber fast schon zu geradlinig spielt. Durch pointierte Feinheiten (Unterlassen von h5, Sf5! statt des "Standard"Moves Sc6, mit Lb4 + Da5 die richtigen Figuren tauschen etc) und Unterlassen derjenigen von weißer Seite aus (zu frühes f5, so dass Schwarz die f-Linie nutzen kann, kein kämpferisches Kf2) erreichte Schwarz sowas wie eine Traumversion.

http://www.schachfeld.de/f192/norwegisc ... #post48788

Untersuchungen einer gut für Schwarz spielbaren Stellung sollte man zumindest und bei der weißen Idee Lh6 ("Inquisitionsvariante") durchführen. Auch die Krakenabspiele Krake (Le2 d6) mit exd6 verdienen Beachtung (was soll der Sh5?). Ich hab das einmal in nem OTB Blitzturnier gehabt und mit Dxd6 fortgesetzt - der Sg7 orientiert sich dann in Richtung f5 und El Columpio Vergleiche bieten sich an.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon JoelH » Mi 10. Mär 2010, 15:07

warum eigentlich so wild drauf hauen? Da man davon ausgehen kann, dass der Schwarze weiss was er tut, warum dann als Weißer nicht einfach "slow" spielen?



man erlaubt sich einfach einen normalen Aufbau und entgeht jedem Trick den Schwarz im Köcher haben könnte.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Cresspahl » Mi 10. Mär 2010, 15:18

Stimme Dir zu JoelH, allerdings würde ich eher nicht den c-Bauern mit Sc6 verstellen. Der sollte besser nach d7, der Springer. UNd wenn ich so easy Ausgleich bekomme freue ich mich auch.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Tobi » Mi 10. Mär 2010, 18:28

Ich stimme Chress zu, dass Weiß in der Variante nicht zu viel haben sollte.
Da muss er sich schon auf den von Gecko beschriebenen Pfad begeben und drüfte letztendlich auch etwas Vorteil haben. Es bleibt eben eine "Praxiseröffnung", mit der man gut auf Sieg spielen kann, die aber auch theoretisch vermutlich nicht vollkommen wasserdicht sein kann. Als Zweitwaffe wenn man so etwas mag sicherlich brauchbar.
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Re: North Sea Defence als ein Weg ins Gurgenidze-Gulag

Beitragvon Jupp53 » Mi 10. Mär 2010, 19:08

Mal was Grundsätzliches ohne Varianten:

Viele krumme Aufbauten sind spielbar, weil die Gegner sie "widerlegen" wollen im Sinne von kaputtschlagen. Wenn sich Weiß stattdessen hier überlegt, was die Schwarze Idee ist (Se6 oder Sf5) und sich dazu passend aufbaut, erhält er eine leicht bessere Stellung, die mit Bedacht gespielt gute Siegchancen gibt. Und ohne Bedacht ist man sofort platt. Das ist halt wie im Leben. :)

Wenn man im Blitz gegen sowas mit Weiß eingeht, lohnt es sich, die Partie auf falsche positionelle Konzepte im eigenen Koppe zu untersuchen. g6, Sf6, d5 kann jedenfalls nicht einfach so kaputt sein.
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