von stoppelhoppler » Do 8. Jan 2009, 14:52
Modernes Benoni und Alt-Benoni sind zwei Eröffnungsysteme, die zwar über die gleichen 2-3 Anfangszüge entstehen können, aber meines Erachtens schnell unterschiedliche Charakteristika aufweisen.
Und das liegt eben an e7-e6 im modernen Benoni und an e7-e5 im Alt-Benoni (nebst Le7 oder auch mal g6, Lg7).
Die Bedeutung der Zugfolge 1. d4 c5 gegenüber dem gebräuchlicheren 1. d4 Sf6, 2. c4 c5 ist mir auch nicht klar.
Nach 1. d4 c5!? 2. d5 kann Weiß in der Folge doch auf c4 "verzichten" und der Stellung ein anderes Gesicht geben, oder? Will das der Benoni- bzw. Altbenoni-Spieler überhaupt?
Wenn nicht, dann scheint mir 1. d4 Sf6, 2. c4 c5 konsequenter zu sein, um die gewohnten Aufbauten zu erreichen. Ich sehe auch nicht, wie man mit 1. d4 c5 Weiß zu einer frühen Entwicklung des Sg1 nach f3 bewegen kann (was einige unangenehme und zusätzliche Varianten im modernen Benoni ausschaltet).
Für eine Erläuterung bin ich sehr dankbar.
Das Wolga-Gambit halte ich für ein sehr strategisches Gambit. Hier kommt es weniger auf Entwicklungstempi als auf Strukturen und Figurenplatzierung an.
Die Strukturen halten häufig bis ins Endspiel hinein und wirken sich dort aus.
Die taktischen Themen scheinen mir nach einer gewissen Gewöhnungsphase doch noch übersichtlich zu sein.
Auf Amateurniveau wage ich die Aussage, daß sich das moderne Benoni für Schwarz leichter spielen ist als mit Weiß, wenn man beiderseits einen taktischen Spielertyp zugrundelegt.
Schwarz hat aus meiner Sicht eine Initiative an Ideen und Mustern, während ich mich als Weißer hier schwerer tue ( ich bin da eher am Reagieren...).
Strategische Amateurspieler tun sich mit Benoni teilweise eher schwer, weil die erfolgreichen, scharfen Varianten mit f4, f3-Aufbauten eben sehr konkret sind.
Das moderne System mit Ld3 und h3 als Kennzeichen dürfte ihnen mehr liegen und ist wohl tatsächlich der Knackpunkt für aktuelle Benoni-Spitzenspieler (Gashimov).
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.