Als ich nur das erste Diagramm gesehen habe, dachte ich mir "mag sein, dass das Remis ist, aber Weiß kann Schwarz doch noch ein Schwitzen lassen!" Insofern ist der Hinweis auf die Tablebases nur die halbe Antwort. Es fallen mir 2 Gewinnversuche auf: die Bauern als Abwehrschild gegen den Turm benutzen und die zweite den König neben die Bauern stellen und somit diesen nicht in ihrer Bewegung zu hindern. Nach dem ich den Rest der Partie gesehen habe, hast Du auf meine zweite Gewinnidee die korrekte Aufstellung gefunden. Weiß schafft es nicht Fortschritt zu erzielen ohne das ein Bauern verloren geht. Zieht z.B. (Stellung im 70. Zug und Weiß zieht statt Sf2 Kg5 und f4-f5) zuerst der f-Bauer stellt sich der König auf e6 und greift den e-Bauern an.
Bleibt der König vor den Bauern, kann Weiß nicht den schwarzen König von den wichtigen Verteidigungsfeldern vertreiben. Ist das alles so trivial oder bilden wir uns das nur ein, weil wir die Tablebaseantworten kennen?
Ein Adminstrator aus einem anderen Schachforum:
Die Schachkiste ist eine spartanisch aufgemachte Lästerhölle...
"Chess is not a game for fun!", Anna Sharevich, während sie die Finals des Weltcups kommentierte.
Die Idee mit dem König vor den Bauern ist auch nicht einfach umzusetzen, da Weiß den König von f7 vertreiben muss, um weiterzukommen. Die Verteidigungsidee ist dann ähnlich, wie in der Partie, allerdings auf den Linien a-c und bei Bedarf Schachs von der Seite.
Klar ist: Weiß macht in der Stellung noch Gewinnversuche. Aber das Abschlussopfer der Partie Turm gegen beide Bauern oder aber Turm gegen Springer und Bauern bei remislichen Bauernendspiel hängt immer in der Luft und erschwert das weiße Fortkommen zusätzlich. (Mit der Materialverteilung dürfte es auch etliche Stellungen geben, die für Weiß gewonnen sind.)
Hm... interessant und lehrreich! Die Ausgangsstellung hätte ich glatt als gewonnen für Weiß eingeschätzt, weil ich keinen Plan gesehen habe, der das Vorrücken der Bauern verhindert. Der wK unterstützt das Vorrücken und wird von den Bauern vor Schachs auf den Reihen geschützt, während der Springer dafür sorgt, die Schachs auf den Linien zu blocken. Beim Durchklicken der tablebase erkennt man dann, dass Schwarz gar nicht verhindern muss, dass die Bauern sich auf die 6. und 7. Reihe bewegen.
Wake up the Dying Don´t wake up the Dead Change what you´re saying Don´t change what you said
Du hast schon recht, Jupp, dass es Weiß nicht schafft bei bester Verteidigung zu gewinnen. Mir ging es mehr darum, ob Weiß es zumindest gelingt, Schwarz vor größere Probleme als in der Partie zu stellen.
Ich habe mal in meinen alten Cheron reingeschaut, dort ist als Unterstudie folgende Beispiel versteckt. Leider ist die dort angegebene Lösung nicht Tablebasefest. Es scheint mir eher ein Sonderfall, wenn die Springerpartei gewinnen kann, einer ist hier. Die Hauptstudie hat übrigens den Turm auf d8 und die Stellung ist wiederum Remis.