Vorstoßvariante - Wade

Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon Bauerndiplom » So 14. Feb 2010, 23:14



Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Db6 5.Sf3 Db6 6.Le2 (möglich sind auch 6.a3 , Ld3 , Sa3 um einige zu nennen ) spiele ich 6.. cxd4 7.cxd4 Lb5 .
Dies vermeidet häßliche Varianten nach 6.. Lb5 7.c4 , dies könnte unangenehm werden , wenn Weiß das Zentrum aufbricht .
Eine nette Partie , wo das schwarze Konzept des schlechten Läufertausches funktionierte hier :
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon WilhelmHH » Sa 10. Apr 2010, 23:48

Bauerndiplom hat geschrieben:

Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Db6 5.Sf3 Ld7 6.Le2 spiele ich 6.. cxd4 7.cxd4 Lb5 .

7.Sxd4!?
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon Bauerndiplom » So 11. Apr 2010, 10:33

7.Sxd4 Sc6 und nach 8.Sxc6 bxc6 freu ich mir einen Ast .
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon WilhelmHH » So 11. Apr 2010, 21:04

7.Sxd4 Sc6 8.f4 Sxd4

6.a3 cxd4 7.cxd4 Lb5 8.Lxb5 Dxb5 9.Sc3 Dc4 10.Se2 a5

6.a4 Sc6 7.Le2 c4

3.e5 ist harmlos
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon schachfreakdave » Mo 30. Mai 2011, 15:57

Ich spiel meist schon 4.. Sc6, um mehr Bauern d4 zu kriegen
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon Tarrasch » Di 31. Mai 2011, 09:10

4. ... Sc6 nebst 5. ... Db6 (oder umgekehrt) bildet die (zumindest früher) häufigste und wichtigste schwarze Spielweise gegen die Vorstoßvariante. Auch ich spiele fast ausschließlich so.
Mit der Wade-Variante 5. ... Ld7 will Schwarz das Problem seines weißfeldrigen Läufers frühzeitig lösen (Ld7-b5 nebst Abtausch), opfert dafür aber einige Eröffnungstempi und vernachlässigt die Zentrumskontrolle. Wenn allerdings WilhelmHHs Ausführungen stimmen (auch ich freue mich als Französisch-Spieler stets über 3. e5), dann braucht man als Schwarzer auch in diesem Abspiel nichts zu fürchten.
Ich würde mich aber freuen, wenn mir ein kompetenter Vorstoßvariantenspieler (z.B. Geck0tierchen) das Gegenteil bewiese.

Gruß
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Re: Vorstoßvariante - Wade

Beitragvon Geck0tierchen » Mi 10. Aug 2011, 14:01

Bauerndiplom hat geschrieben:7.Sxd4 Sc6 und nach 8.Sxc6 bxc6 freu ich mir einen Ast .


Gibt es dafür einen Grund? Viel Zentrumsbauernmasse impliziert nicht umbedingt Vorteil. Außerdem: Dein Angriffsziel ist weg! Analog spielt Weiß in der Variante

1.e4 e6
2.d4 d5
3.e5 c5
4.c3 a6!? (mit der Idee Ld7-b5)
5.Sf3 cxd4 (Lb5 c4! analog zu Wade)

ja auch 6.Sxd4!, wonach das schwarze Konzept im Prinzip nicht aufgegangen ist. Nach 6...Sc6 nimmt man dann halt auch. Ebenso ist im Taimanov/Paulsen Hybrid

1.e4 c5
2.Sf3 e6
3.d4 cxd4
4.Sxd4 a6
5.Sc3 Sc6

ja auch 6.Sxc6 eine vollkommen vollwertige und starke Entgegnung, die auch auf Top Level vielfältig diskutiert wird. Jüngst kam z.B. Karjakin gegen Mamedyarov mit dem findigen Manöver Dd3 d5 Dg3!? zu gutem Spiel.

@Topic:

Um mal ein kleines Repertoiregeheimnis zu lüften: gegen 4...Db6 spiele ich gerne 5.a3!?, was nach 5...Sc6 6.Sf3 wieder zurück in das Hauptsystem führt. Nach 5...Ld7 gibt es dem Weißen allerdings ein paar attraktive Zusatzoptionen, die mit der schnelleren Damenflügelentwicklung sowie der Flexibilität des Sg1 zusammenhängen. Der erste Punkt erklärt sich dadurch, dass Schwarz nach dem Tausch auf b5 und der Anrempelung durch Sc3 meist nicht nach b6, sondern eher nach c6 (manchmal sogar nach c4) zurückgeht.

Kurzer Exkurs:
Dies ist auch ein typisches Beispiel für felderorientierte Strategie, für die Französisch Vorstoß ja ein Paradebeispiel darstellt. Für den Nachziehenden gilt die Doktrin, dass er aufgrund seines Raumnachteils und der gedrückten Figurenkonstellation (Lc8, Se7+Le7 buhlen um Entwicklungsfelder) den Raum des Gegners angreifen muss, um nicht dem Erstickungstod anheim zu fallen, was eine schwarzfeldrige Strategie bedeutet (Sc6, Db6, Sh6-f5). Der zeitraubende Läufertausch verunmöglicht eine derartige Strategie, und das Spiel mit Druck auf d4 ist in diesen Varianten viel zu langsam, konkret gibt ein Rückzug mit Db6 dem Weißen nur ein Tempo mit Sa4 in die Hand. Allerdings gibt es nach raschem Tausch der weißfeldrigen Läufer plötzlich viel mehr Platz für die schwarzen Figuren, was das Auflösen des gegnerischen Raumes plötzlich zu einer viel weniger dringenden Angelegenheit macht. Der Nachziehende fährt viel besser damit, seinen Raum durch weißfeldrige Operationen zu festigen, was für Dc6 nebst Sd7 und Sb6 spricht.

Kehren wir zurück zu Dc6. Schwarz hat ein strategisch erstrebenswertes Ziel durchgebracht, dadurch aber viel Zeit verloren. Es ist ersichtlich, dass Weiß den Zug Sf3 nun nicht im Sinne der üblichen Überdeckung von d4 "braucht". Wenn c6/c4 nun aber strategisch vorteilhafte Felder für die Dame darstellen, erscheint eine Postierung des Turms auf der c-Linie viel dringlicher zu sein. Dies gibt die Möglichkeit, eine langfristig löbliche Postierung der schwarzen Figuren durch kurzfristige Operationen (Lb2-Tc1-Sa4 o.ä.) zu stören.

Der zweite Punkt ist ein viel abstrakterer, strategischer, der praktisch für alle zeitraubenden Lc8-Abtauschsysteme im Französisch-Vorstoß gilt. Wie bereits oben erwähnt, ist die Überdeckung des eigenen Raumes nun nicht mehr oberstes Gebot des Weißen. Bewusstmachung dieses Punktes erlaubt einem dann automatisch ebenso zeitraubende Aktionen, mit denen die eigenen Figuren auf vorteilhafte Positionen verfrachtet werden. Da wir eine schwarzfeldrige Strategie in Richtung der Felderkette e5-f6-g7 verfolgen, wäre das Traumfeld für einen weißen Springer das Feld h5, da es genau die Zielfelder f6+g7 ins Visier nimmt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Springerentwicklung über h3 oder e2, was noch viel nachhaltiger erscheint als die übliche Entwicklung über f3. Nach Se2!-f4! muss Schwarz sich überlegen, ob er sich dem andauernden Druck mittels Sh5 (wie entwickelt man dann den Lf8?!) aussetzen oder dieses mit g7-g6 verhindern will. Letzteres schwächt allerdings wiederum die schwarzen Felder im schwarzen Lager. Eine instruktive Partie zu dieser Thematik findet sich z.B. in Bangiev - Vaganian.

Ein letzter Vorteil von 5.a3 ergibt sich gegen Spieler, die gerne die alte Paulsen Variante Db6 Sf3 Sc6 a3 c4 spielen. Reagiert man analog mit 5.a3 c4?!, so hat Weiß durch Einsparen des Zuges Sf3 noch einige attraktive Zusatzoptionen, z.B. direktes f4. In meiner Spielpraxis wählten 2 Spieler mit jeweiliger dwz 2000+ diese unterlegene Zugfolge. Will man als Schwarzer so spielen, sollte man selbstverständlich 4...Db6 5.a3 Sc6! 6.Sf3 c4 spielen.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson
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