1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7

Beitragvon Lestat » Do 25. Feb 2010, 18:57

In der tarrasch-variante ist 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nd2 Be7 eine anerkannte variante, das selbe kann aber in der klassischen variante nicht behauptet werden.

Was spricht aber generell gegen 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 ?

Weiss hat folgende erwiederungen: 4.e5 (A), 4.Nf3 (B), 4.Bd3 (C) und exd4 (D)

A)
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.e5
dieser zug ist ein direkter widerlegungsversuch (analog zur tarrasch-variante), weiss will die schwäche von g7 ausnutzen. Es kann folgen
4. ...c5 5.Qg4 (5.dxc4 Nd7 6.Qg4 Nxe5!) und jetzt g6 oder Kf8. Ich persönlich würde zu g6 greiffen, nach Kf8 sehe ich nicht wirklich wie ich die Türme verbinde.
Wie sind die stellungen nach g6 oder Kf8 einzuschätzen? vor allem auch im vergleich zu ähnlichen possitionen aus Winawer/McCutcheon?

B)
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.Nf3
darauf hofft man eigentlich, nach 4...Nf6 5.e5 Nfd7 (Ne4!?) ist man in einem steinitz-franzosen wo weiss nicht mehr f4 spielen kann. mehr versprechender ist die linie 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.Nf3 Nf6 5.Bd3:
schwarz hat verschiedene möglichkeiten, er kann 5. ...dxe4 mit übergang zu rubinstein spielen (a) oder kann eigenständige varianten versuchen 5. ...c5 (b), 5. ...b6 (c) oder 5. ...Nc6 (d).
(a) ist eine etwas passive variante von rubinstein, normalerweise wird der läufer auf f8 erst nach c5 gespielt
(b) ergitbt nach 6.exd5 exd5 eine isolani-stellung, wie ist diese einzuschätzen?
(c) will den läufer tauschen, dies kann durch 6.Qe2 verhindert werden, nach 6. ...Bb7 7.e5 sind wir in einer owen-verteidigung. ansonsten wird die stellung oft entweder rubinsten nach dxe4 oder steinitz mit Nf3 nach e5
(d) mit der idee 6. ...Nb4 analog zu (C), die frage ist, was passiert nach 7.a3 ?

C) dies entwickelt flexibel, aber der bauer auf d4 ist unverteidigt, weshalb Nc6 gespielt werden kann. aus diesem grund glaube ich, dass B.d stärker sein muss als diese variante:
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.Bd3 Nc6 5.Nf3 Nb4 6.Be2 (6.Bb5+!? c6) dxe4 7.Nxe4 Nf6, es handelt sich um eine rubinstein-ähnliche variante, der springer auf b4 kommt nach d5


meiner meinung nach ist
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.Nf3 Nf6 5.Bd3 das abspiel, welches am ehesten diese variante in frage stellt. die isolani-stellung nach c5 scheint mir etwas suspekt, nach Nc6 a3 steht der springer irgendwie falsch, ich würde wohl am ehesten zu b6 greiffen.
e^(i*pi) + 1 = 0

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Re: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7

Beitragvon Tobi » Fr 26. Feb 2010, 14:18

Tiemann schreibt in seinem etwas älteren Buch, dass 4.Le3 eine interessante Alternative darstellt.
Ich weiß aber auch nicht, ob man dann nicht ganz gut in die Rubinsteinvariante übergehen kann.
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Re: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7

Beitragvon Lestat » Mo 8. Mär 2010, 17:45

Es gibt eine eher passive rubinsteinvariante mit 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Be7, aber die "moderne interpretation" ist entweder 4. ...Bd7 --> ford knox oder 4. ...Nbd7 wie Georg Meier.

nach
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Be7 4.Bd3 ist dxe4 sicher spielbar, aber ich denke 4. ...Nc6 ist fast interessanter, bis zu5.Nf3 Nb4 ist es forciert, und da denke ich ist das "zwischenschach Bb5+ interessant da der c-bauer eigentlich nach c5 und nicht nach c6 will.
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