Wie brauchbar ist die Avrukh-Serie für Nichtmeister?

Re: Wie brauchbar ist die Avrukh-Serie für Nichtmeister?

Beitragvon Geck0tierchen » Do 16. Sep 2010, 17:06

Mit welcher Erwartungshaltung geht man als Person, die kein Schach spielen kann, an ein Buch, in dem es um Schach geht ?
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson
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Re: Wie brauchbar ist die Avrukh-Serie für Nichtmeister?

Beitragvon Cresspahl » Do 30. Dez 2010, 12:44

Hallo Gecko,

evtl. magst Du das erläutern in dem Sinne, wie Du es gemeint hast?

Als kleines Update: Ich habe mir mittlerweile Teil 1 geholt und arbeite immer mal wieder ein Stündchen damit. Besonders gegen Slawisch finde ich seine Wahl von 4.e3 ganz interessant. Zum Einen spiele ich da bisher meist die Abtauschvariante dagegen, zum Anderen hat man halt das Läuferpaar.

Der Rest des 1. Bandes ist vor allen Dingen in den Nebenvarianten interessant für mich; gegen das gute (!) Damengambit möchte ich nicht Katalanisch spielen, da Abtausch mit Sge2 oder halt auch die Lf4-Varianten bei mir in den letzten Jahren gut gepunktet haben. Da auf Katalanisch umzusteigen, fände ich nicht wirklich clever. Was aber definitiv interessant ist, ist als Schwarz-DG-Spieler zu schauen, wie Avrukh die angedachten Varianten aus meinem Schwarzrepertoire für Weiß analysiert.
(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt
(18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
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Re: Wie brauchbar ist die Avrukh-Serie für Nichtmeister?

Beitragvon Christoph84 » Di 26. Apr 2011, 00:48

Ich besitze beide Avrukh-Bände und arbeite auch damit. Ich habe viele brauchbaren Ideen aus den Büchern gezogen und mit manchen (ich würde nicht sagen "einigen") mein Repertoire aufgepeppt. Wie schon geschrieben: Katalanisch ist wirklich schwer zu kauen, aber viele Ideen sind einfach als Idee gepaart natürlich mit wirklich gespielten Partien (gibt ja im Bereich Katalanisch jede Menge halbwegs aktuellen Stoff ), NICHT als Repertoirefüller wertvoll. Und mittlerweile spiel ich ab und zu sogar wirklich Katalanisch wenn ich keine Lust auf Damengambit oder Nimzoindisch habe. Natürlich ohne das Repertoire gründlichst studiert zu haben! In anderen Bereichen Slawisch, Holländisch habe ich mit Avrukhs Empfehlungen schon früher hantiert und hier konnte ich mein Repertoirewissen durch die Bücher wirklich deutlich erweitern.
Allerdings ist auch Avrukhs Repertoire nicht "+="-kugelsicher. Mit Schwarz weiß ich, wie ich in meiner Eröffnung gegen Avrukhs Empfehlung eine gut spielbare Stellung erhalte. Das gleiche gilt in noch viel höherem Maße ;) (sorry, ist ja auch 1.c4) für Marin, den ich mir zu diesem Zweck einmal ausgeliehen habe. Das ist aber nun mal das Wesen des Schachspiels und der Theorie: Alles fließt.
Trotzdem habe ich sehr hohen Respekt vor der Analysearbeit und unvorbereitete Gegner, die sich in einem von Avrukhs oder Marins schärferen Netzen verlaufen sind wirklich arme Schweine ;-).
Den Titel "GM-Repertoire" finde ich angemessen, auch wenn es sich so sicher ganz passabel vermarkten lässt ;) !
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Re: Wie brauchbar ist die Avrukh-Serie für Nichtmeister?

Beitragvon Casco » Do 28. Apr 2011, 19:45

M.E. ist es kein Marketingtrick, Avrukh sagt ja nicht dass das Buch einem 1500er was bringt. Ich habs nur mal durchgeblättert und bin zum Schluß gekommen dass es für Spieler unter 2000 wahrscheinlich wenig bis gar nichts bringt weil im Endeffekt nix über Schach erklärt wird sondern man eigentlich nur Variantenmaterial mit einer kurzen Einschätzung vorgesetzt bekommt. Ich halte mich da generell an die Aussage Dworetzkis, der meinte, intesives Eröffnungsstudium bringe nichts bevor man nicht in der Lage ist, die später entstehenden Endspielstrukturen zu erkennen und richtig zu bewerten.

Ich versteh nur nicht ganz warum alle meinen, Katalanisch sei eine Eröffnung, die für Amateure nicht geeignet sei. Ich bin zwar auf 1.e4 umgestiegen, hab davor aber gern Katalanisch gespielt und hatte dabei zumindest den Eindruck, dass ich in fast jeder Stellung einen Plan fand was m.E. schon viel Wert ist. Selbst wenn dieser nicht ganz korrekt ist.

mfg, Casco
"Du musst Deinen Gegner in einen tiefen dunklen Wald führen wo 2+2=5 ist und wo der Weg, der wieder hinausführt, nur breit genug für einen ist." (M. Tal)
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