Der titel ist etwas komisch, aber ich weiss nicht wie ich es besser formulieren soll. Es geht um folgendes:
viele spieler, sowohl GMs wie auch normalsterbliche, identifizieren sich mit ihrere verteidigung gegen 1.e4. ein paar beispiele:
Uhlmann: gegen 1.e4 spielt er französisch. gegen 1.d4? ich weiss es nicht mal
Kramnik: gegen 1.e4 spielt er petroff. gegen 1.d4? alles mögliche nach 1. ...d5
kasparov: gegen 1.e4 spielte er sizilianisch (meistens scheveningen, wenn auch über najdorf-zugfolge). gegen 1.d4? alles!
carlson: gegen 1.e4 spielt er den sizilianischen drachen
bei normalsterblichen ist es nicht viel anders:
man spielt französisch, sveshnikov, najdorf, beschl. drachen, caro-kann, alles eröffnungen gegen 1.e4. auf die frage, was gegen 1.d4 gespielt wird kommt dann meistens so als antwort "ich habe schon viel versucht und bin immer noch nicht glücklich".
die einzige ausnahme, sowohl auf GM-level wie auch normalsterblichen-level scheint königsindisch zu sein.
Radjabov ist der einzige top-GM der mir einfällt welcher durch seine verteidigung gegen 1.d4 identifiziert wird, königsindisch. auch auf clublevel ists ähnlich, spieler, welche königsindisch spielen, identifizieren sich auch gerne dadurch.
aber abgesehen von dieser "ausnahme" ist es eindeutig die antwort gegen 1.e4, mit welcher man sich identifiziert. woran liegt das?
ich bin übrigens auch nicht anders:
gegen 1.e4 spiele ich seit längerem nur französisch, wenn auch nicht immer das selbe (je nachdem klassisch oder rubinstein), gegen 1.d4, naja, da habe ich schon QGA, QGD, semi-slavisch, stonewall-holländer, etc ausprobiert. das einzige was diese zusammenhält ist, dass es alles weissfeldrige komplexe sind...
