Najdorf für KI spieler gegen e4?

Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon project_chaos » Mi 2. Sep 2009, 08:56

Hallo,

ich hab folgendes problem, ich hab mit schwarz keine so richtig eröffnung gegen 1. e4

hab mal russisch probiert, gefiel mir aber nicht so.
nun spiele ich 1. ... e5 und hoffe auf traxler oder bei spanish auf marshall angriff
und das alles mehr oder weniger theorie frei.


nun hab ich in einem anderen thread gelesen, das najdorf ähnlichkeit mit königsindisch hat.
da ich selber gern und naja einigermassen erfolgreich (auf meinem niveau) ki spiele wollte ich nun fragen, ob najdorf etwas für mich ist.

1. schreckt mich der theorie aufwand ab
2. wollen es viele spielen, weil es kasparov gespielt hat
3. hab ich eigentlich noch nie sizi mit schwarz gespielt.
4. mein geringes niveau

wäre najdorf für mich ratsam?

p.s. mit weiss bin ich e4 spiler und spiel wenn möglich dansih gambit und eher aggressive.
mit schwarz wie gesagt königsindisch, welches ich eher als positionel ansehe (diese auswahl wundert mich auch)


hoffe es war einigermassen verständlich und ich hoffe auf viele hilfreiche kommentare
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon Lestat » Mi 2. Sep 2009, 10:02

KI:
* fianchettierter läufer
* bauernketten
* königsangriff
* eher geschlossen
* kasparov hat's gespielt

Najdorf:
* kein fianchettierter läufer
* keine bauernketten
* damenflügelangriff (gut, wenn da ein könig steht wirds zum königsangriff)
* eher offen
* kasparov hat's gespielt

ja doch, ich sehe da eindeutig parrallelen.

Ne ernsthaft, also wirklich ähnlichkeiten seh ich nicht. da passt französisch meiner meinung nach schon eher, wegen den bauernketten und dem geschlossenen karakter, aber bei französisch greiffst du das zentrum und den damenflügel an und nicht den königsflügel...
Pirc hat ähnlichkeiten mit KI (gleiche bauernaufstellung, e5-hebel, etc) würde ich mal zu behaupten wagen...
elvis: Ich hab einmal gegen Kiffing OTB gespielt und glatt gewonnen
elvis: Er hat ziemlich nach Schablone gespielt, nur passte die Schablone zufällig nicht zur Stellung
elvis: Wenn seine Schablone zufällig zur Stellung passt, ist er nicht so schlecht
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon project_chaos » Mi 2. Sep 2009, 10:22

so zu diesem thema noch eins, wie in einem anderen thread schon geschrieben, hab ich gestern gegen loot folgende partie gespielt.

und gegen najdorf




und schwarz steht nach 9. ... Bg7 doch sehr angenehm.
wenn er noch zur rochade kommt ist alles in butter.

da ist auch der g7 läufer.
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Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon stoppelhoppler » Mi 2. Sep 2009, 10:27

Ich schließe mich Lestat an und sehe keine wirklichen strukturellen Übereinstimmungen.

Eher auf anderer Ebene: Nerven aus Drahtseilen in etlichen Systemen gefragt, Gegenangriff vor Verteidiung bevorzugt.

Strukturell ist doch Pirc/Modern Defence eng verwandt.

Für Amateurspieler scheint mir diese Kombination sinnvoll.

Spitzenprofis haben sicher verschiedene Gründe hier abzuweichen (Stichwort Ausrechenbarkeit, Zeit und Interesse an einer breiter aufgestellten Spielweise).

Auch ein Amateur sollte sich die Frage stellen, ob ihm etwas mehr Unterschiede in den Strukturen gefallen oder er lieber ähnliche Fahrwasser mag.
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon Thossk » Mi 2. Sep 2009, 14:10

Modern Defence und Pirc passen auf kurze Sicht vielleicht wirklich besser zu einem KI-Spieler.

Auf der anderen Seite könnte das vielleicht dazu führen, dass man nach einiger Zeit abstumpft.
Sich in wirklich jeder Situation auf einen ...g6-Aufbau (einschließlich der immer wieder auftretenden Tritte im Zentrum mit ...d6/...e5) zu verlassen, erweitert nicht gerade den eigenen Horizont...

Wer sich verbessern möchte, dem würde ich folgenden Tipp geben:
Eine bewusste Absage an die leider für die heutige Zeit typische Konzentration auf nur noch eine einzige Eröffnung (oder halt in unserem Fall der g6-Aufbau) sollte zum langfristigen Erfolg führen.
Man sollte sich also meiner Ansicht nach mit möglichst vielen verschiedenen Stellungstypen beschäftigen. So gesehen macht es durchaus Sinn, Königsindisch und eben Najdorf in einem Repertoire zu vereinen. Bei Bedarf natürlich auch andere Eröffnungen wie z. B. Französisch kennen zu lernen und zu probieren usw.
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon project_chaos » Mi 2. Sep 2009, 14:22

Thossk hat geschrieben:Modern Defence und Pirc passen auf kurze Sicht vielleicht wirklich besser zu einem KI-Spieler.

Auf der anderen Seite könnte das vielleicht dazu führen, dass man nach einiger Zeit abstumpft.
Sich in wirklich jeder Situation auf einen ...g6-Aufbau (einschließlich der immer wieder auftretenden Tritte im Zentrum mit ...d6/...e5) zu verlassen, erweitert nicht gerade den eigenen Horizont...

Wer sich verbessern möchte, dem würde ich folgenden Tipp geben:
Eine bewusste Absage an die leider für die heutige Zeit typische Konzentration auf nur noch eine einzige Eröffnung (oder halt in unserem Fall der g6-Aufbau) sollte zum langfristigen Erfolg führen.
Man sollte sich also meiner Ansicht nach mit möglichst vielen verschiedenen Stellungstypen beschäftigen. So gesehen macht es durchaus Sinn, Königsindisch und eben Najdorf in einem Repertoire zu vereinen. Bei Bedarf natürlich auch andere Eröffnungen wie z. B. Französisch kennen zu lernen und zu probieren usw.



danke ein sehr guter beitrag.

das tiffts bei mir auf den kopf. wie gesagt mich würde sizi oder spanish schon reizen aber der ungeheuere theorie aufwand.
andererseits kann man nicht besser werden im schach, wenn man diese eröffnungen nicht ausprobiert.

zum beispiel hab ich jetzt auch mit weiss meine eröffnung gegen 1. c5 gewechselt, von alapin (ist halt doch sehr zahm würd ich mal sagen) auf scheveninger (soweit meine gegner mitspielen) .
kann bei beiden keine theorie, aber durch ein paar ideen im scheveninger die ich aus der ftatcnik dvd entnommen habe komm ich doch überraschend gut zurecht. und ich merke wie ich langsam in diesen stellungstyp mich reinversetzen kann. gleiches galt auch für die beating the french dvds von kasamzianhov.

ich präg mir da halt die ideen ein und spiele sie und das macht dann auch spass. und ich kann auch mit 1800 einigermassen mithalten. leider scheiterts dann meist im endspiel, aber das ist ein anderes thema.
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon elvis » Mi 2. Sep 2009, 15:37

Ich habe mit 17 oder 18 angefangen, KI und Pirc zu spielen - zuerst Königsindisch gegen d4, dann wegen des ähnlichen Aufbaus Pirc gegen e4. Beides mit gleich gutem oder schlechtem Erfolg.
Man kann es gut miteinander kombinieren, denke ich. Aber es gibt tatsächlich einige gravierende Unterschiede in der Partieanlage. Bei Pirc bekomme ich ganz andere Angriffsziele als bei KI (Hauptvariante; weiße Aufbauten wie der Vierbauernangriff sind noch ein Ding für sich.)

Königsindisch spiele ich seit Jahren kaum noch. Pirc habe ich weiter im Repertoire und merke allmählich den Vorteil davon, wenn man eine Eröffnung (vor allem abseits des Mainstream) sehr lange spielt und alles, was da aufs Brett kommt, schon öfter gesehen hat als jeder Gegner.
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Re: Najdorf für KI spieler gegen e4?

Beitragvon Thossk » Mi 2. Sep 2009, 17:58

Ich muss gestehen, etwas unpräzise gewesen zu sein.
Das, was ich oben geschrieben habe, richtet sich an ein bestimmtes Publikum: Wer noch jung und ehrgeizig ist, sich andererseits hohe Ziele gesteckt hat (bspw. 2200 oder 2300 Elo) und die Zeit fürs Training auch mitbringt, sollte möglichst viele Stellungsbilder kennenlernen und "trainieren", was eben auch bedeutet, von Zeit zu Zeit neue Eröffnungen zu testen und zu praktizieren.

Natürlich kann auch die Beibehaltung einer einzigen Eröffnung für jemanden sinnvoll sein: wer eben wenig bis keine Zeit für Schach hat...
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