Ich besuche daher ab und zu http://www.shredderchess.de/online-scha ... nbank.html, um mich über Ergebnisse zu vergewissern.
Manche mit dieser Hilfe entstehenden Zugfolgen sind für mich auf den ersten und zweiten Blick so abwegig, daß ich immer noch an der Richtigkeit der bases zweifle (reine Blasphemie, denn sie stimmen!).
Den Sinn etlicher tablebase-Züge muß ich mir also häufig mühsam erarbeiten.
Heute bin ich auf folgende Stellung gestoßen, die aus einer (lt. tablebase nicht ganz korrekten) Analyse eines Turmendspiels der Partie Sedina-Jenni 2002 entstammt.
Weiß am Zug gewinnt allein mit Th7, während Schwarz mit Kg6, was Th7 ausschaltet, remis hält. Soweit ist dies noch verständlich (und wird auch von den Endspieltheoretikern gelehrt: Der Turm gehört in den Rücken und der Verteidiger muß dies möglichst verhindern!). Wenn man den weiteren Lösungsweg abruft, dann stößt man aber auf einige Dreiecksmanöver zwecks Wechsel des Zugrechts, die wirklich nicht unbedingt naheliegend sind.
Ich gebe mal die Zugfolge weiter an:
1. Th7 (einziger!) Kg6, 2. Th8 (einziger!) Kg5, 3. Tg8+ (naja, so heißt ja auch das Spiel) Kf5,
4. Kf2 (oder Kh2 - hier beginnt ein Manöver, dagegen verdirbt das nicht unplausible Kh4 die Partie wegen Kf4 schon zum remis!) Kf6 (hartnäckiger als das für mich näherliegende Kf4),
5. Kf1 (Beginn Dreiecksmanöver) Kf5, 6. Ke(g)1 Kf4 (jetzt etwas besser als Kf6!), 7. Kf2 (Dreiecksmanöver beendet - aber dieser Zug ist mal verständlich - Kg3 muß verhindert werden.) Kf5, 8. Ke3 (endlich gehts mal wieder voran!) Kf6, 9. Kd2 (und schon wieder zurück - das hat mich als kürzester Gewinnweg doch umgehauen
Wie kann man nun das ganze Vorgehen strategisch mit Worten beschreiben?
Der Schwachpunkt der schwarzen Stellung ist der Bauer h5. Weiß muß diesen erobern, ohne Gegenspiel einzuräumen. Der Turm gehört auf die h-Linie, um h5 anzugreifen und um ein Vorrücken zu unterbinden. Die Eroberung des Bauern h5 allein durch den Turm ist aber nicht möglich, so daß Weiß dafür seinen König noch nach h4 bringen muß. Dabei muß er f3-f2 im auge behalten und jederzeit abwehren können.
Nach 2. ... Kg5 kommt weiß aber mit seinem direkten Plan nicht weiter. Die folgenden Manöver dienen allein dazu, die Stellung nach dem 2. Zug mit schwarzer und nicht mit weißer Zugpflicht zu erreichen.
Man staunt
