Orang_Utan hat geschrieben:...Danke für die Infos. Da habe ich mich ja komplett geirrt. Vielleicht sollte ich doch mal Endspiele studieren.

"Studium" ist hier wohl die richtige Bezeichnung.
Ich hatte mir mal die Materialverteilung T+B vs. L (+B) (grob) (angeregt von MK-Partien und Kramnik-Ponomariov Tal-Memorial 2009) angesehen und war schnell erschlagen vom Material, das insbesondere Herr Cheron angibt.
Hängengeblieben sind allenfalls (unsichere) Fragmente, wie zuerst mit dem K Platz schaffen, dann Bauern nachrücken.
Die Unterscheidung, welcher Läufer, welcher Bauer auf schon welchem Feld ist schon eine Gedächtnisübung, was das reine Wissen um die Bewertung der Stellung angeht. Die exakte Ausführung ist noch ein ganz anderes Thema, an der auch Meister trotz Wissen scheitern.
Die Endspielrubrik von CB (Hecht, Müller) führte über die Jahre eine Beispiele zum Thema an.
Ein Fall, wo die Verteidigung trotz theoretischem Wissen scheiterte, ist Tischbierek-Gutman 1995.
Es gibt auch eine Remisfestung mit dem "Nicht-Eckfeld-Läufer". Hier sollen die Bauern dann in der Art h3, g4 - also anders, aber auch auf der Nicht-Läufer-Farbe aufgebaut werden. Auch diese Festung wurde schon geknackt, so daß allein das Wissen um die Bauernaufstellung noch nicht für ein Remis ausreicht.
Ich habe mir das noch nie angesehen.
Aus praktischer Sicht halte ich das Wissen um Theorie und Praxis derartiger Endpiele aber für recht "einträglich" und manche Lücke muß nicht mit 3-4 Seiten Cheron gestopft werden. Manchmal geht es auch kürzer.
Remistyp 1:

Remis trotz abgeschnittenem König, der wL bewacht e4, g4. Ein falscher Läuferzug und die Festung stürzt wohl ein.
Remistyp 2:

Soll auch remis sein - ich habe keine Ahnung, wie man das spielt.
In der Praxis dürfte das reine Wissen nur halb hilfreich sein, man muß es wohl auch "studiert" haben.
