Tobi hat geschrieben:Der Sinn von 8.h3 erschließt sich mir nicht so richtig. Lg4 wird der Gegner nach Ld7 wohl nicht spielen und selbst wenn ist das keine Gefahr, wolltest du einfach einen Abwartezug machen ?!
Naja, so schlecht sieht der Zug nicht aus. Er lässt halt noch offen, wohin Weiß rochieren will, bzw. ob er überhaupt rochiert. Vielleicht wäre sowas wie h4 ambitionierter gewesen, und in solchen Stellungen dreht sich vieles auch oft darum, ob Schwarz es schafft sich vernünftig zu entwickeln, und zu konsolidieren.
Für mich waren 8. h4 und beide Rochaden Alternativen. Kurz rochieren wollte ich nicht, weil Schwarz sich dann recht schnell darauf einschießen kann. Lang rochieren wollte ich auch noch nicht, weil Schwarz sich auch darauf einstellen kann. 8. h4 fand ich an der Stelle nicht richtig. Sowas spielt man normalerweise doch erst wenn der Gegner kurz rochiert hat?
"Die Tromp- und Colorado-Quote steigt wieder an, genauso wie die Anzahl der gekauften, aber ungelesenen Schachbücher im Schrank (das Zeichen schlechthin für einen ewigen Verlierer!)" IM Ilja Schneider auf schachzoo.twoday.net
Über die Osterfeiertage habe ich ein Turnier mitgespielt. Lächerliche 1,5 Punkte aus 6 Partien ergeben eine Performance von 1618, 10 DWZ verliere ich dadurch. Die Erst-Elo wird mickrige 1710 betragen.
Zu den Partien:
Die Eröffnung in Runde 1 passt einfach nicht. Da muss ich mir mal was anschauen, wo ich die Mittelspiele auch beherrschen kann. Ansonsten halt typische Erstrundenklatsche gegen DWZ 1900 / Elo 2050.
In Runde 2 mein erster Sieg. Das Figurenopfer des Gegners war wohl einfach nichts. Der Rest war eine Sache der Technik. Gegner knapp 1600 DWZ und gut 1900 Elo.
Vor Runde 3 in die Datenbank geschaut und einen komischen Königsinder gefunden. Die Verlegenheitslösung 150-Angriff sitzt halt mal gar nicht. Durch Figuren an den Rand stellen und nicht rochieren bringe ich mich nur selber in Schwierigkeiten. Aber der Gegner schießt auch noch einen dicken Bock und ich hab mindestens Dauerschach. Aber dann auch wieder von mir schlecht gespielt. Gegner gut 1900 DWZ, knapp 2000 Elo.
Nachdem der Gegner der 4. Runde kurzfristig krank ausfiel wurde ich in der 5. Runde wieder gegen einen starken Gegner gelost, DWZ und Elo gut 1900. Mit Schwarz lange halbwegs passabel gestanden, dann durch ein völlig natürlich wirkenden Zug (30....Tac8) in Verluststellung geraten.
In Runde 6 gegen DWZ gut 1700 / Elo gut 1800 habe ich auch einiges gerechnet, in der Variante 16.Na4 Qa7 17.Bc7 b5 18.Bxb5 axb5 19.Qxc6+ Bd7 20.Qc3 Bf6 21.Be5 Bxe5 22.Qxe5 fand ich in den Berechnungen keine Fortsetzung auf 19... Ld7. Es war die 2. Partie am Tag, die Vormittagsrunde hatte auch schon einiges an Kraft gekostet. Also Remis in leicht besserer Stellung.
Runde 7 heute morgen gegen einen erfahrenen DWZ gut 1800 / Elo gut 1900. Mit dem Verlauf bis einschließlich 39... Db1+ war ich zufrieden. Dann habe ich direkt den Sieg und dann noch mehrmals das Remis weggeworfen. Eine grausame Endspielleistung. Interessant ist übringens die allerletzte Remis-Chance ( 53...hxg5 54.f6 Ke6 55.fxg7 Kf7 56.h6 g4 57.Kd3 g3 58.Ke3 e4 59.Ke2 Kg8 60.Ke3 Kh7 61.Ke2 ). Aber da hatte ich die Partie auch schon abgehakt und nur noch auf einen unwahrscheinlichen Fingerfehler des Gegners gehofft.
Wieder mal ein Turnier, wo es eher rück- als vorwärts ging.
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Gegen Gegner aus Deiner "Gewichtsklasse " 1,5/2. Dreimal gegen DWZ 1900 - das sind +250 Punkte zu Deiner jetzigen Zahl und damit schon ein erheblicher Abstand (1400er verhaust Du ja in ähnlicher Weise). Die letzte Partie kannst Du besser - aber auch hier sind 150 - 200 Punkte Unterschied lange nicht zu sehen.
Insgesamt würde ich das Turnier nicht als Rückschritt werten. Hättest Du in einer Runde einen Gegner mit 1800 statt 1900 bekommen und dabei einen halben Punkt mehr erzielt, wäre auch die DWZ nicht "geschädigt "worden.
Stratege hat geschrieben:Da muss ich mir mal was anschauen, wo ich die Mittelspiele auch beherrschen kann.
Du spielst gern und viel mit den Bauern, gell?
carpe diem. Horaz Schach ist das Spiel, das die Verrückten gesund hält. Einstein Mangelndes Verständnis und fehlende Toleranz mögen verzeihlich sein, schlechte Umgangsformen sind es nicht. Bunt
Allein die vier Verlustpartien betrachtet: Gegen den Schnitt knapp 1900 muss ich etwa 20 % holen, um die DWZ zu halten. Die etwas höheren 25 % waren auf jeden Fall auch drin. Und da ist es schon ärgerlich, wie ich zumindest drei der vier Partien wegwerfe.
lovo hat geschrieben:Du spielst gern und viel mit den Bauern, gell?
Da wo es Sinn macht ja. Aber z. B. diese f3+g4-Geschichten gegen Slawisch und die Bauernzüge im 150-Angriff sind dann wohl doch nicht so mein Ding.
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Ein Zwischenbericht vom aktuell laufendem Turnier:
In Runde 1 gegen einen älteren IM mit DWZ 2150 / Elo 2250 habe ich mich wohl nicht blamiert. Die sicherlich auch schwierig zu spielende Stellung ging in Zeitnot den Bach runter. Problematisch war wohl vor allem das Einsperren des Läufers.
In Runde 2 gab es einen Kaderkampfzwerg mit ca. 1450 DWZ und GM-Trainer im Verein und beim Turnier. Er wählte auch noch Slawisch, was eine der Haupt-Eröffnungsbaustellen für den Sommer sein wird. Aber ich hatte auch eine Gewinnchancen (21. h4, 22. Tg4, die ich leider übersah).
In Runde 3 heute morgen dann das nächste Kaderkampfkid mit ca. 1350 DWZ. Dazu auch noch weiblich. Nach den zwei Niederlagen wollte ich es auch nicht zu sehr übertreiben und am liebsten auf zwei Ergebnisse spielen, um damit wieder ins Turnier zu kommen. Noch im Halbschlaf packe ich in meinem 6. Zug den falschen Läufer an, der auf e7 einfach doof steht. Über das Feld sollte man erst den Springer entwickeln. Die Gegnerin tauscht zu meinem Glück alles ab und ich komme in das gewünschte Endspiel Springer vs. schlechter Läufer. Ich war mir zu sicher, dass das gewinnt. Bei auf jedem Fall genug Bedenkzeit übersah ich den einfachen Zugzwang 42... Sg6 43. Lg3 Kb5. Damit hätte ich entweder einen Bauern gewonnen oder wäre in die gegnerische Stellung eingedrungen. Kurz vor Ende wäre 46... f5 auch noch gut gewesen. So stellte ich alle Gewinnversuche ein. Nachdem ich in der Zwischenzeit schon an den theoretischen Endspielen gerarbeitet habe sollte ich mich beim Training zukünftig wohl eher praktischen Endspielen widmen.
In Runde 4 dann endlich der erste Sieg gegen einen jungen 1200er. Ein paar Bretter weiter sagte jemand genau im richtigen Moment "Schach" und ich erinnerte mich an die Losung "überprüfe JEDES Schach", so kam ich dann auf 18. Lxd5+
Mal sehen, was die verbleibenden drei Runden bringen. Noch habe ich alle Chancen, das Turnier halbwegs passabel abzuschließen.
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In Runde 5 merkte ich, dass ich sowas von keinen Plan gegen Katalanisch habe. Am Ende dann der grausamste Zug des ganzen Turniers. Gegner knapp 1500 DWZ.
In Runde 6 gegen eine junge Gegnerin mit knapp 1500 DWZ (auch so ein Kaderkampfzwerg) war ich mal in Spiellaune. Das Läuferendspiel war bestimmt nicht so einfach gewonnen, hier hat Schwarz kräftig mitgeholfen. Mein auf dem ersten Blick einziger größerer Endspielfehler (53...a6) blieb ohne Folgen, da die Stellung immer noch gewonnen war.
Heute dann noch ein ereignisloses Kurzremis im Abtausch-Franzosen. Insgesamt eine extrem schwache Turnierleistung von ca. 1400, damit verliere ich gut 50 DWZ-Punkte. Die Lust auf Schach habe ich mir damit für die nächsten Wochen verdorben. Nun mache ich erst ein mal eine Schachpause von mindestens einen Monat. Dann kommt die Vorbereitung auf die neue Saison und evtl. im August das nächste Turnier.
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