Der Pirc macht schon Sinn, muss ich mir nur noch mal genauer anschauen. Lestats Anmerkungen stehen so oder so ähnlich in mindestens zwei Büchern, die ich beide schon einige Monate besitze. Müsste man nur mal richtig reinschauen...
Für richtige Hauptvarianten müsste ich nur noch mehr in die Bücher schauen...
Heute hatte ich einmal kampflos gewonnen und dann noch eine recht kurzzügige Partie gespielt. Bei der Eröffnung muss ich aber auch noch mal schauen, Schwarz hätte mit 6... e5 gutes Spiel bekommen. Durch die kurze Rochade fehlt mir ein wichtiges Tempo für Lb2. Also besser 5. b3 statt 5. 0-0.
"Die Tromp- und Colorado-Quote steigt wieder an, genauso wie die Anzahl der gekauften, aber ungelesenen Schachbücher im Schrank (das Zeichen schlechthin für einen ewigen Verlierer!)" IM Ilja Schneider auf schachzoo.twoday.net
Stratege hat geschrieben:Der Pirc macht schon Sinn, muss ich mir nur noch mal genauer anschauen. Lestats Anmerkungen stehen so oder so ähnlich in mindestens zwei Büchern, die ich beide schon einige Monate besitze. Müsste man nur mal richtig reinschauen...
Schach ist halt auch Arbeit
(18:12:13) Latvian_Gambit: du bist der einzige der mich regelmäßig bügelt (18:12:15) Latvian_Gambit: no homo
Und seit wann spielst Du wieder 1. e4 - oder warum bist Du in der ersten Partie freiwillig dem Königsinder ausgewichen und zum Pirc übergelaufen? Ist keine gute Taktik gegen die starken Brüder - die kennen ihre Zugumstellungen meist deutlich besser als unsereiner.
Dies ist der "witz" der repertoirs, nach 1.d4 Nf6 2.Nf3 g6 3.Nc3!? stellst du schwarz vor die wahl, entweder mit 3...d5 4.Bf4 (barry-angriff) 4.e4 zu verhindern, wonach aber ganz andere strukturen als im königsindisch vorkommen, oder aber mit 3...d6 oder 3...g6 4.e4 zu erlauben, wonach es sich aber nicht mehr um ein königsindisch sondern um pirc handelt.
der barry-angriff gibt weiss wohl theoretisch weniger aussicht auf vorteil als grünfeld KID, aber so schlecht ist er auch wieder nicht und falls schwarz die richtigen züge nicht kennt kann er sehr schnell eingehen.
ob pirc und königsindisch theoretisch gesehen gleichwertig sind weiss ich nicht, auf top-niveau sieht man viel mehr KID als pirc auf jeden fall. es ist aber sicher vorteilhaft, gegen einen KID-spieler pirc zu spielen, denn wenn er nicht zufälligerweise auch das KID im repertoir hat, hat schwarz einen theorie-kenntnis-vorteil.
zur letzten partie:
5.0-0: 5.b3 scheint mir im C-Z sinne besser zu sein, es droht ja kein schach welches eine schnelle kurze rochade erzwingt. ansonsten 5.0-0 gefolgt von 6.Nbd2 und 7.e4, falls schwarz weiterhin c5 unterlässt wäre eine andere idee.
8.Ne5: Das ist wohl überhastet, ich würde zuerst mal dafür sorgen dass kein springer auf e4 landen kann, also 8.Nbd2. die andere idee ist es, mit 8.c4 in einen e3-slaven überzugehen, Ne4 ist in diesem fall nicht sehr gut: 8.c4 Ne4 9.Qc2 f5 10.Ba3! und du spielst einen sehr guten stonewall...
10.Nd2: das geht gut auf, aber nach 10...f5 scheint mir das ein ganz guter doppelstonewall für schwarz zu sein. 10.Bxe4 dxe4 11.c4 oder 11.Nd2 wäre eine idee
10...Nxd2: jetzt stehst du natürlich super, danach hilft dir dein gegner noch mit 11...f6 und 12...dxe4?, seine gesammtet stellung zu zerstören.
20.Rxf6!!: sehr schön!
e^(i*pi) + 1 = 0
What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Stratege hat geschrieben:Das Endspiel hätte ich halten MÜSSEN.
Vermutlich ja, obwohl das bei der Bauernstruktur am Königsflügel kein Selbstläufer ist. Weiß kann gefahrlos einiges probieren, und du musst immer präzise spielen. 47...d4 war Selbstmord. Ich frag lieber nicht nach einem Grund ...
elvis hat geschrieben:47...d4 war Selbstmord. Ich frag lieber nicht nach einem Grund ...
Ich hatte da noch 4 Minuten auf der Uhr und sah dass Weiß nach Kg3, Lh3 und Läufertausch direkt f5 spielen kann und direkt gewinnt. Was ich nicht sah war dass ich f5 zulassen konnte, mein Läufer dann aber auf der Diagonalen e8-h5 stehen muss um den KF zusammenzuhalten. d4 hätte ich aber gut einen Zug vorher spielen können, das hätte dann gleich meinen schwarzfeldrigen Läufer aktiviert. Tja, unter Zeitdruck kommt schlechte Endspieltechnik noch viel mehr zu Tragen. Das gute daran ist dass diese Schwäche abstellbar ist, falls ich mal an meinem Schach arbeiten sollte.
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Was bei beiden Partien auffällt ist dass ich auch gegen nominell etwa gleich starke Gegner keinerlei strukturelle Risiken (Isolani, hängende Bauern) eingehen will und stattdessen in echt komische Stellungen gerate, wo ich doch wieder gewisse Schwächen habe. Das ist natürlich nicht gerade optimal wenn man besser werden will. Bin dann auch froh die Partie nicht bis zu Ende spielen zu müssen. Wohl möglich patze ich durch die schlechte Endspieltechnik die Partie noch weg.
Solche Nebenvarianten sollten natürlich kein Grund sein, auf irgendwelche anderen Eröffnungen zu wechseln. Aber irgendwie würde ich schon gern was anderes als immer wieder dieses DG-Kraut zu spielen. Bin gerade am überlegen, wann das letzte mal Lg5 gegen mich gespielt wurde, beim Oster-Open?
Natürlich könnte ich auch mal intensiv in ein Buch über diese Bauernstrukturen schauen, was mich weiterbringen sollte. Aber dadurch wird eine Hass-Struktur auch nicht zu etwas was ich gern spiele...
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Nächster Mannschaftskampf. Sowohl ich als auch die Mannschaft haben gewonnen.
Gegen einen Grünfeld-Spieler wählte ich ein Damenbauernspiel, wo ich mich noch nicht so gut auskenne, die Gegner aber auch kaum Kenntnisse haben. Also für mich deutlich besser als auf prinzipielle Hauptvarianten alá Cox-Buch einzulassen.
Ganz sauber war es nicht, da ich einen Bauern eingestellt hatte. Glücklicherweise bekam ich im Prinzip genau das was ich haben wollte: Angriffschancen auf den gegnerischen König. Der Gegner spielte dann auch schlechte Züge wie den Tempoverlust De5-d6-c7 und den doch recht groben Patzer 20...b5, wonach man sich nicht wie in den Zügen davor nicht mehr fragen musste, ob das Springeropfer wohl geht.
Leider spielte ich dann zu schnell 23. Lxf7+, 23. Txh7 wäre deutlich stärker gewesen. Nur zwei Minuten überlegt, allerdings auch schon anderthalb Stunden verbraucht. Ein bisschen mehr hätte ich schon überlegen können.
Dann glaubte ich den Augen kaum, als die Engine den von mir als Fehler eingeschätzten Alternativ-Zug 25. Dc3 als stärksten Zug bewertete. Nach 25...Td1+ 26. Txd1 Kxh7 27. Df6 sollte ich deutlich besser stehen. Meine scheinbar tolle Abwicklung ins Turmendspiel hatte dagegen ein riesen Loch. 7 Minuten Bedenkzeit verbrauchte ich für den 25. Zug, so dass ich danach noch 20 Minuten für die nächsten 15 Züge hatte. Ich war mir der Sache auch sehr sicher. Gut für mich, dass der Gegner 26...Kg8 sehr schnell gezogen hatte und erst nach 28. Kc1 wieder richtig Bedenkzeit investierte...
Aber zumindest mal hatte ich keine Angst vorm Turmendspiel, obwohl die doch immer remis sind. Mit meiner Stellungs-Einschätzung dieses Endspiels lag ich dann ganz richtig.
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Wo wir uns im Open trafen: knapp 1900 DWZ - Stratege am 30.
d4 ist natürlich Schade, Remis hattest du ja sicher. Wenn du gewinnen wolltest würde ich lieber versuchen mit Lc5 den schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen um mit dem König durchzukommen. Schade, aber respektable Leistung!
und ganz kurz zur neusten Partie: Schöne kämpferische Einstellung. Cooles Motiv mit dem h Bauern vorzuprescheschen. Du machst dich Stratege!
"We are more often treacherous through weakness than through calculation." (Francois De La Rochefoucauld)
"To learn something new, take the path that you took yesterday." (John Burroughs)
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d4 ist natürlich Schade, Remis hattest du ja sicher. Wenn du gewinnen wolltest würde ich lieber versuchen mit Lc5 den schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen um mit dem König durchzukommen. Schade, aber respektable Leistung!
Aha. Ich dachte vorher vielleicht, dass ich Remis sicher hatte. Nur in der Stellung sah ich Unheil auf mich zu kommen. Die einzige rettende Idee, den Läufer nach f7 oder g8 zu stellen, weil er von da alles zusammenhält, hatte ich in der Partie nicht gefunden.
Ich bin glaube ich mal für meine Spielstärke nicht der schlechteste Endspieler (natürlich auch bei weitem nicht der Beste), aber von einem sicheren Remis würde ich da nicht sprechen, wenn die Verteidigung für mich nicht innerhalb weniger Minuten zu finden ist.
Andrzej hat geschrieben:und ganz kurz zur neusten Partie: Schöne kämpferische Einstellung. Cooles Motiv mit dem h Bauern vorzuprescheschen. Du machst dich Stratege!
Danke! Ja, mein Schach wird gerade etwas aggressiver und riskanter.
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