Strateges Turnierpartien

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

Re: Turnierpartien

Beitragvon Anderssen » Fr 1. Jan 2010, 17:18

TheKillerGrob hat geschrieben: Stategisch spielst du angemessen ,aber du verlierst taktisch, weil du nicht tief genug rechnest.


Soweit ich sehe, ist nicht Rechentiefe das Problem sondern Fehler beim kurzen Variantenberechnen.
In Jussupows Tigersprung gibt es einige Lektionen dazu, sowohl bei T.auf DWZ 1500 als auch T. auf DWZ 1800.
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Stratege » Fr 1. Jan 2010, 17:52

@Tobis Bemerkung zu Partie Nr. 2: Ich hatte ja 2. c4 gespielt, weil ich damit dem Gegner größere Chancen zum Fehler machen einräumen wollte, z. B. hätte ich mich über 2... Sf6 gefreut. Von daher ist 4. e3 auch noch so ziemlich inkonsequent. Da hätte ich dann auch genausogut eine 2.Sf3-Zugfolge spielen können, was dem Gegner die Option "Angenommens Damengambit" genommen hätte.

zu Nr. 4: Klar dass die Eröffnung nicht gut gelaufen ist. Ich spiele da auch teilweise ziemlich Ideenlos. Da gilt es auch, die von TheKillerGrob angesprochenen Repertoirelücken zu schließen.

@Taktik: Ich sehe das Problem auch eher in der Berechnung von kurzen Varianten bzw. auch in der Suche nach gegnerischen Drohungen. Mir entfallen da einfach zu viele gegnerische Möglichkeiten. Tiefe Kombinationen waren doch in keiner der Partien ein Thema. Es ist doch z. B. nicht so gewesen, dass ich in der 7. Partie 15. Sd5 zugelassen habe, weil ich die Varianten nach 15... Dg4 16. Dxg4 Sxg4 17. Sxe7 falsch berechnet habe (zum Beispiel berechnet, dass ich den Springer fange), sondern ich habe schon den gefährlichen Antwortzug des Gegners auf 14... Td8 ignoriert.

Ein spezielles Taktikbuch, in dem es um das Erkennen und Vermeiden von Drohungen geht ("Looking for trouble" von Dan Heisman), und das Jussupow-Material habe ich schon fürs Training rausgelegt, muss ich dann nur auch nutzen.

@autogenes Training, Vorsätze etc.: Kann sehr gut sein, dass es mir helfen könnte, wenn ich soetwas kurz vor der Partie durchführe. Sollte zumindest nicht schaden.

Edit: Gerade habe ich in einem anderen Schachforum gelesen, warum es bei diesem Turnier nicht so gut klappte: Open-Spieler sind stärker als Liga-Spieler. Ich habe in Wirklichkeit gar nicht so schlecht gespielt, bin halt nur auf starke Open-Spieler gestoßen. So lässt es sich doch wunderbar leben, wenn die eigenen Schwächen gar nicht Schuld an der Misere sind. :lol:

Ich fragte mich zwar zwischendurch auch, ob die Ruhrgebiets-Spieler im Vergleich zu Spielern aus dem Münsterland einfach nur viel stärker als ihre Zahlen sind, da ich auch das andere schlechte Turnier im Ruhrgebiet gespielt habe. Das mag ganz vielleicht ein bisschen so sein, aber ist im Wesentlichen einfach nur eine ganz billige Ausrede!
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Stratege » So 10. Jan 2010, 14:05

Hier eine ganz aktuelle Partie von mir, der Gegner hatte etwa 300 DWZ weniger, also ca. 1350 DWZ. Im Gegensatz zu vorherigen Partien gegen nominell Schwächere bekam er gute Chancen, fehlzugreifen. Ich habe versucht, die Tipps des Textes http://www.schachfieber.de/lektionen/SC ... artien.pdf umzusetzen und die Partie selber zu analysieren. Bei den taktischen Details half dann gegen Ende die Engine.

Zum Verlauf: Die Eröffnung war mir so auch ganz neu und ich verwendete einige Zeit dafür. Für die ersten 12 Züge hatte ich schon fast eine Stunde verbraucht und sah schon die Zeitnot kommen. Zu meinem Glück ging es dann schnell vorbei. Schachlich sah es erstmal vielleicht leicht besser für mich aus. Mit 8. Dxb7 hätte ich in größeren Vorteil kommen können, aber berechnete nicht tief und genau genug. Dies war wohl auch der aus meiner Sicht kritischste Moment in der Partie. Dann bekam ich noch meine Chance durch Vorstoß im Zentrum und Linienöffnung gegen den noch unrochierten König. Der unter Druck geratene Gegner griff nicht mehr zu den besten Zügen, so dass einfache Züge wie 15. Lf4 und 16. d6 leicht gewannen.



Der PGN-Viewer im Forum mag wohl die Varianten in dem File nicht, kopierts einfach in euer Schachprogramm:
[Event "Vereinsmeisterschaft"]
[Date "2010.01.08"]
[Round "2"]
[White "Stratege"]
[Black "Gegner"]
[Result "1-0"]
[EventDate "2010.01.08"]

1.d4 d5 2.Nf3 Bf5
{Autsch! Mal wieder aus der Vorbereitung geworfen. Aber okay, da muss
man wohl wie so oft c4 spielen. Die Varianten mit 2... Lf5 habe ich mir bereits angeschaut und
kann nun nicht mehr davon überrascht werden.}
3.c4 Nf6 4.Nc3 dxc4
{Hier überlegte ich einige Zeit lang, ob und wie ich den Läufer
aktiver stellen kann. Aber sowohl Lf4 Sd5 als auch Lg5 h6 gefielen mir
nicht so.}
5.e3 e6 6.Bxc4
{Immerhin bis hier hin ist die Variante auch in Pallisers "starting
out: the Colle" angegeben.}
6...h6 7.Qb3
{Bei Palliser gehts mit Sbd7 0-0 Le7 De2 weiter, Weiß will e3-e4
durchsetzen. h6 kann nicht so der so Bringer sein und der Bauer b7 ist
gerade ungedeckt. Durch Db3 kann ich hier wohl Schwächen provuzieren.
Andererseits kommt später immer wieder der Zug Sa5 in Betracht, womit
Dame und Läufer angegriffen sind. Daher steht die Dame strategisch
wohl besser auf e2?}
7...Nc6 8.a3
{Gespielt weil Dxb7 meiner Ansicht nach nicht gut war. Ich wollte kein
Remis durch Stellungwiederholung und auf die Verwicklungen wollte ich
mich auch nicht einlassen. a3 nimmt einfach Sb4 aus der Stellung und
droht umso mehr Dxb7.}
( 8.Qxb7 Nb4 9.O-O
( 9.Bb3 Rb8 10.Qxa7 Ra8 11.Qb7 Rb8 {Remis} )
9...Rb8
( 9...Nc2 10.Bb5+ {führt zu für mich nicht genau kalkulierbaren
Verwicklungen. Die Engine gibt hier Vorteil für Weiß an.} )
10.Qxa7 Ra8 11.Qb7 Rb8 12.Bb5+ Nd7 13.Bxd7+ Kxd7 14.Ne5+ {und die Dame
bekommt das Feld f3. Hier war ich in der Partie von einer
Stellungwiederholung ausgegangen. Diese Variante zeigte die Engine.} )
8...Rb8 9.O-O
{Zu schnell gespielt.}
( 9.Bb5 Bd6 {Dieser Engine-Zug ist gut. Schwarz kann nun einen
eventuellen Se5 mit dem Läufer schlagen.}
( 9...a6 10.Bxc6+ bxc6 11.Qc4 {sah bei der gemeinsamen Analyse
nach der Partie stark aus.} )
)
9...a6 10.Re1 Be7
( 10...Na5 {ging hier und in der Folge immer mal ganz gut.} )
11.e4 Bg6 12.d5 exd5
( 12...Na5 )
13.exd5 Na7
( 13...Na5 14.Qa4+ c6 15.d6 {ist auch mal interessant.} )
( 13...b5 {war wohl noch das Beste in der Stellung. Aber Weiß steht
auch hier schon besser.} )
14.Ne5 Qd6 15.Bf4 Qd8 16.d6
{Hier dürfte alles klar sein. Es kommen noch ein paar Frust-Züge des
Gegners.}
16...O-O
( 16...Bxd6 17.Bxf7+ Ke7
( 17...Bxf7 18.Qxf7# )
( 17...Kf8 18.Nxg6# )
18.Qe6+ Kf8 19.Nxg6# )
( 16...cxd6 17.Bxf7+ Kf8
( 17...Bxf7 18.Qxf7# )
18.Nxg6# )
( 16...Qxd6 17.Bxf7+ Kf8
( 17...Kd8 18.Rad1 $18 )
18.Nxg6# )
17.dxe7 Qxe7 18.Nxg6 Qxe1+ 19.Rxe1 1-0[/pgn]
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Thossk » Di 12. Jan 2010, 19:12

Dein Vorgehen im Zentrum sieht konsequent und richtig aus. Ist zudem m. E. mustergültig ausgeführt.

Prinzipiell gefällt mir schon die Eröffnungsbehandlung aus schwarzer Sicht überhaupt nicht. Am deutlichsten wird das bei 4...dxc4. Damit gibt er den Kampf ums Zentrum unnötig früh auf. Vorzuziehen ist wahrscheinlich 4...e6.


Zu 7.Db3 bzw. 8.Dxb7
Es sieht im Nachhinein folgerichtig aus, auch den Bauern b7 zu nehmen. Wenn du also nicht vorhast, Dxb7 zu spielen, musst du schon von 7.Db3 Abstand nehmen, denke ich.
"Pirc ist zu facettenreich und komplex, um damit schachlich wirklich weiterzukommen."
Das Niveau FÄLLT.
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Stratege » Mo 8. Feb 2010, 15:57

Hier eine aktuelle Partie. Der Gegner hatte gut 100 DWZ weniger. Nachdem ich mir eine Gewinnstellung erarbeitet habe, hatte ich mit erheblichen technischen Schwierigkeiten bei der Vorteilsverwertung zu kämpfen:



Anmerkungen / Fragen zu einzelnen Stellungen:

1.) Nach 10... Se8 hatte ich erst eine ganze Zeit lang überlegt, ob ich g2-g4 oder 0-0-0 spielen soll. Die Partie wollte ich engagiert angehen und war bereit, auf Angriff zu setzen. Nur ist nach g4 der Königsflügel zu sehr geschwächt, was nach e7-e6xd5 zu Problemen führen kann. Nach 0-0-0 wird der Gegner auch nicht den Harakiri-Zug f7-f5 spielen. Also suchte ich nach einem Zug, der in alle Stellungen passen würde, so fand ich 11. Sd2. Der Zug bereitet f2-f4 vor und geht bei der Struktur aus dem modernen Benoni nach c4. 11. 0-0 war kein Kandidat, weil ich nicht in einen typischen Bauernsturm, den der Gegner durch das frei machen des F-Bauern vorbereitete, reinrochieren wollte.

2.) Nach 11... Ld4 (verdient wohl ein ?) war mir natürlich schnell klar, dass ich einen Bauern gewinnen würde. Die Folge 12. Lxd4 cxd4 13. Sb5 e5 14. dxe6 e.p. fxe6 15. Sxd4 Df6 war in der Vorausberechnung klar, einziges Manko war die Einschätzung der Stellung nach dem erzwungenen 16. Sf3 (welcher von beiden der richtige war war mir auch später völlig unklar, siehe nächste Anmerkung). Die Stellung wirkte aber okay, so dass es kein zu großes Wagnis war, dem Gegner zeigen zu lassen, ob und wo er ausreichende Kompensation hat.

3.) Nach 15... Df6 drohen natürlich Dxd4 und Dxf2+, so dass nur die Frage war, welchen der beiden Springer ich nach f3 stelle. Da ich keinen direkten Weg sah, wie der Gegner den Bauern e4 gewinnt oder andere Vorteile erreichen konnte, wagte ich 16. S2f3, da der andere Springer auf d4 schon super stand und nur durch das kompromittierende e6-e5 (rückständiger Bauer auf d6, Loch d5) hätte vertrieben werden können. 16. S4f3 hätte den Vorteil gehabt, dass der andere Springer von d2 aus die beiden momentan schwachen Bauern e4 und c4 weiterhin gut deckt. Ich spielte den Zug, bei dem ich das bessere Gefühl hatte.

4.) In der Folge löse ich alle Probleme und kriege sogar beide Zentrumsbauern des Gegners gegen meinen e4 getauscht. Wahrscheinlich hätte Schwarz stärker spielen können. Das Zwischenschach 25. De6+ musste unbedingt gespielt werden, weil Schwarz sonst Gelegenheit gehabt hätte, auf f3 zu tauschen und einen Bauern zurück zu gewinnen. Schwarz hätte besser 26. Df7 spielen sollen, was zumindest die zwei Tempi für die Königszüge erspart.

5.) 36. Td6 Ke7 37. Tcd1 war taktisch unsauber, da ich nicht erkannte, dass der Springer mit der Deckung von c4 und g4 überlastet war. So bakam ich nach 37... Txc4 38. Sxg6+ immerhin noch eine 3:1-Majorität am Königsflügel. Mit Majoritäten an beiden Flügeln hätte sich die Partie vielleicht schneller gewinnen lassen?

6.) Nach dem Turmtausch eierte ich ganz schön rum. Meine Bauern wollte ich auch schön alle behalten, diese Arbeit erledigte der Turm auf der dritten Reihe. Dann ging es aber auch nur sehr langsam nach vorn.

7.) Dass ich am Ende für die Galerie spielen wollte verlängert die Partie nur noch unnötig. Statt 68. Kg8 einfach den gegnerischen h-Bauern abholzen und den eigenen laufen lassen.In die gleiche Kategorie gehört 71. Tb3 statt der einfachen und pragmatischen Entfesselung mit Kg5.
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Tobi » Mo 8. Feb 2010, 19:34

Sieht eig. recht gut gespielt aus.
Man muss halt auch etwas Geduld haben ;)
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Re: Turnierpartien

Beitragvon elvis » Mo 8. Feb 2010, 22:03

Es lohnt sich, die Partie mal mit einer Engine durchzugehen und die eigenen Gedanken mit den Engine-Vorschlägen zu vergleichen. Wobei man den Engines nicht alles glauben sollte.

Zum Mittelspiel:

Die Überlegungen zum 16. Zug sind psychologisch nachvollziehbar - du behauptest den vorgerückten Springer und hältst das Zentrum besetzt. Fritz bevorzugt S4f3, wonach Schwarz vor einer Entscheidung steht: Entweder spielt er d6-d5 mit Auflösung des Zentrums, danach behält Weiß eine Stellung ohne Schwächen und mit einem Mehrbauer. Schwarz hat keine vernünftigen Aussichten auf mehr als Remis; für Weiß ist es allerdings nicht leicht, den Vorteil zu verwerten. Oder Schwarz lässt die Zentrumsbauern auf dem Brett; dann ist d6 ein potentielles Angriffsziel, Weiß stellt sich mit Td1, Sd2-b1-c3 usw. auf und kann auch mal mit dem Gedanken spielen, den Damenflügel aufzurollen.

- b4 wäre früher möglich und gut gewesen, z.B. im 19. Zug.
- 19.Tac1 ist nicht gut. Schwarz hätte danach den Bauern zurückgewinnen können mit 19...S7a6 20.a3 Sxd3 21.Dxd3 Sc5. Im 20. Zug ging nochmals 20...S7a6.
- Im 24. Zug hätte Schwarz e5 verteidigen können und erst danach auf e4 schlagen, z.B. 24...Tce8 25.c5 Lxe4 26.Tc4 b5 27.Tc3 Tf6 28.Dd1
- 25...Df7 ging nicht wirklich wegen 26.Dxf7+ Txf7 27.Sg5

Strategisches (kein Wortspiel beabsichtigt) zum Endspiel:

Im Übergang zum Endspiel gefallen mir 29.Td4 und 31.h4 nicht. Mit Td4 bindest du dich an die seitliche Verteidigung von c4, was das Vorwärtskommen erschwert. Mit h4 machst du das Loch g4 auf, der g-Bauer bleibt bis zum Ende rückständig und du kommst am Königsflügel nicht vorwärts. In dieser Phase der Partie habe ich den Eindruck, dass du hauptsächlich deinen Vorteil verteidigst, aber damit verstellst du dir den Weg zu weiteren Aktivitäten.
(Natürlich gibt es auch Gründe für eine solche Spielweise, wenn das Ergebnis wichtig ist und es auf die zeitliche Dauer der Partie nicht so sehr ankommt. Die Partie war entscheidend für euer Mannschafts-Ergebnis, der erste Mannschaftssieg der Saison? Dann spricht die Psychologie vielleicht dafür, auf Sicherheit zu spielen und alle Komplikationen zu vermeiden.)

29.Tc1 wäre eine Option gewesen. Noch interessanter war 29.Tfe1 mit der Idee, bei nächster Gelegenheit auf der 7. Reihe einzumarschieren. Die Verteidigung von c4 ist zweitrangig, denn Schwarz kann es sich nicht ohne weiteres leisten, den c-Bauern zu schlagen, z.B. 29.Tfe1 Le6 30.a4 Lxc4? 31.Td7+ Lf7 32.Txa7.

37.Tdc1 halte ich für eine richtige Entscheidung. Du gibst den leidigen c-Bauern ab, dafür werden deine Figuren beweglicher und du bekommst du Freiraum am Königsflügel. Der Damenflügel bleibt im Gleichgewicht, am Königsflügel kann Schwarz sich auf Dauer nicht verteidigen (wenn du endlich mal da vorgehst).

In den nächsten Zügen bist du immer noch sehr um die Verteidigung deiner Bauern bemüht und unterlässt aktivere Züge. 40.T1d3 sieht logisch aus; aber du konntest hier schon Ke4 spielen mit der Drohung 41.f5.

Und zum Schluss: 68.Kxh5 gewinnt schneller als in der Partie; noch schneller gewinnt 68.f6 nebst 69.f7 und der Drohung 70.Te8.
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Stratege » Mo 8. Feb 2010, 23:26

elvis hat geschrieben:Im Übergang zum Endspiel gefallen mir 29.Td4 und 31.h4 nicht. Mit Td4 bindest du dich an die seitliche Verteidigung von c4, was das Vorwärtskommen erschwert. Mit h4 machst du das Loch g4 auf, der g-Bauer bleibt bis zum Ende rückständig und du kommst am Königsflügel nicht vorwärts. In dieser Phase der Partie habe ich den Eindruck, dass du hauptsächlich deinen Vorteil verteidigst, aber damit verstellst du dir den Weg zu weiteren Aktivitäten.
(Natürlich gibt es auch Gründe für eine solche Spielweise, wenn das Ergebnis wichtig ist und es auf die zeitliche Dauer der Partie nicht so sehr ankommt. Die Partie war entscheidend für euer Mannschafts-Ergebnis, der erste Mannschaftssieg der Saison? Dann spricht die Psychologie vielleicht dafür, auf Sicherheit zu spielen und alle Komplikationen zu vermeiden.)

Ja, das war zum Glück der erste Saisonsieg und ich wollte da gar nichts mehr anbrennen lassen. Ich sagte mir, dass die Stellung immer gewonnen sein muss und ich nichts übereielen brauch.

h4 war gedacht um den Springer auf e5 weiter gestützt zu halten. Dass der Zug auch Nachteile hat ist klar. Ich befürchtete, dass der Gegner mit g7-g5 den Bauern auf f4 anknabbern könnte und der Springer weg muss. Aber g5 wäre wohl auch gar nicht so gut für Schwarz gewesen...

elvis hat geschrieben:37.Tdc1 halte ich für eine richtige Entscheidung. Du gibst den leidigen c-Bauern ab, dafür werden deine Figuren beweglicher und du bekommst du Freiraum am Königsflügel. Der Damenflügel bleibt im Gleichgewicht, am Königsflügel kann Schwarz sich auf Dauer nicht verteidigen (wenn du endlich mal da vorgehst).
Naja, es war keine Entscheidung für die Aufgabe des C-Bauern. Dachte, dass ich meine Figuren aktivieren könnte ohne diesen Bauern abzugeben, siehe Kommentar oben.

elvis hat geschrieben:In den nächsten Zügen bist du immer noch sehr um die Verteidigung deiner Bauern bemüht und unterlässt aktivere Züge. 40.T1d3 sieht logisch aus; aber du konntest hier schon Ke4 spielen mit der Drohung 41.f5.

Und zum Schluss: 68.Kxh5 gewinnt schneller als in der Partie; noch schneller gewinnt 68.f6 nebst 69.f7 und der Drohung 70.Te8.

Ja, genau das meine ich mit "rumgeeiert". Aber an der Technik kann man arbeiten!
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Stratege » Sa 13. Mär 2010, 13:12

Gegen einen sich immer komisch aufbauenden Gegner gelang es mir endlich mal, gut aus der Eröffnung zu kommen:


Der Knackpunkt war sicherlich, dass ich nach 12...Sd4? (diesen Zug hatte ich völlig übersehen) die Parade 13. Sxd4! fand, die der Gegner vorher auch nicht gesehen hatte. Als Taktikaufgabe ist sowas immer ganz einfach...

Ein optisches Highlight für einen der anwesenden Kiebitze war die Stellung der Läufer nach 22. Lf7. So aufgereiht sieht man die Leichtfiguren selten.

Spätestens nach dem Qualitätsgewinn war es dann nur noch eine Sache der Technik, die ich anscheinend halbwegs passabel meisterte.
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Re: Turnierpartien

Beitragvon Tobi » Sa 13. Mär 2010, 13:24

Der Sinn von 8.h3 erschließt sich mir nicht so richtig. Lg4 wird der Gegner nach Ld7 wohl nicht spielen und selbst wenn ist das keine Gefahr, wolltest du einfach einen Abwartezug machen ?!
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