In folgenden Stellungen ergeben sich Fragen: 9... f6: Direkt 10. b4 spielen? Das schwarze Zentrum ist nicht so stark, da nach 10... fxe5 11. b5 Sa4 der e-Bauer mit Doppelangriff auf Dame und Läufer kassiert wird. Aber Schwarz bekäme dann offene Linien und direkt ein gutes Feld für den Sg8.
In der Folge: Wie den eigenen Angriff noch verstärken?
Nach 19. Ka8: Wie weitespielen? Mit 20. Dd1 fängt Weiß an, nur noch Müll zu spielen. Nach dem Vertauschen von zwei Zügen (24. Lxe7 und erst dann 25. h4) ist es dann gelaufen.
"Die Tromp- und Colorado-Quote steigt wieder an, genauso wie die Anzahl der gekauften, aber ungelesenen Schachbücher im Schrank (das Zeichen schlechthin für einen ewigen Verlierer!)" IM Ilja Schneider auf schachzoo.twoday.net
Das Ende kam etwas abrupt, aber die Partie hätte sich höchstens noch ein bisschen hinausgezögert.
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Ich habe kurz mit dem Rechner drüber geguckt. 5. g3 ist in der Variante mit Ld7 (kannte ich nicht) wohl schon der erste Bock. Nach dem im folgenden fast erzwungenen f3 kann von Anzugsvorteil wohl keine Rede mehr sein. Dein Provokanter aber wohl gerechtfertigte Damenausflug Dd5 gewinnt nach einem weitere Eröffnungsfehler schon einen Bauern. Im folgenden scheint dein Gegner noch zu versuchen einen Verzweifelungsangriff zu starten. Du nutzt konsequent alle taktischen Fehler aus und bestrafst entsprechend auch g4. Würde sagen souveräne Leistung von dir. Dein Gegner hat dir durch grobe Böcke die Gelegenheit vermasselt selbt zu glänzen. Aber ganze Partie ohne eigenen Fehler ist auch schon mal was, ich weiß wovon ich spreche . Tc6 sollte wohl noch ein Witz zum Abschluss sein ?
"So ist Fussball, manchmal gewinnt der bessere." (dürfte auch fürs Schach gelten ) Lukas Podolski
In der letzten Pokalpartie spielte mein Gegner 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 dxe4 5.Sxe4 Le7 6.Lxf6 gxf6 Hier überlegte ich auch an g3, verwarf es aber auch wegen Ld7+Lc6+(f5). Ich denke, dass Weiß hier schön danebengegriffen hat und wenn er Tarrasch spielt, sollte er positionell doch eig. ein bisschen was drauf haben Denn Aufbau mit Dd5 halte ich für etwas zu forsch und du scheinst, wenn der Gegner genau spielt, etwas von deinem Vorteil zu verlieren. Im 25.Zug wäre c5 vl. noch ganz gut gewesen, was du später ja auch dann ziehst. Den Rest spielst du dann sehr sicher
"Ich glaube, Dir fehlt ein wenig die Forenerfahrung, um das beurteilen zu können. In den Foren, in denen ich war, z. B. Schachfeld, war das immer ein Kultthread mit bis zu 1000 Beiträgen. "
Ich habe zwischen den Feiertagen ein 7-rundiges Open mitgespielt. Ergebnistechnisch war es ziemlich ernüchternd (1500er Leistung, ein paar DWZ-Pünktchen Verlust). Von dem was ich so an Zügen gespielt habe war es teilweise auch sehr grottig. In Anlehnung an ein Buch, welches ich gerade angefangen habe zu lesen, in dem bestimmt auf sämtliche meiner Fehler eingegangen wird, gebe ich den 7 Partien des Turniers den Titel:
Die 7 Todsünden des Strategen
In der ersten Runde hab ich gleich mal die gegnerische Möglichkeit 8. Lxb5 ignoriert. Ging zwar gerade eben noch gut, kostet aber in wenn man nicht das nötige Glück hat, direkt Punkte. Am Ende schlecht gespielt (z. B. 27... Te8?) und verdient verloren.
Die Auslosung für die 2. Runde ergab, dass ich gegen einen Erwachsenen mit ca. 800 Erst-DWZ gelost wurde. Ich denke schon, dass er deutlich über der Zahl spielt, hab die Partie aber insgesamt wohl zu leicht genommen. Zum Beispiel 12. Se5! hätte ich sehen müssen, zumal mir das Motiv Lxa6 Lxa6 Da4+ direkt aufgefallen ist, ich aber in der Folge nur Müll berechnete. Dann natürlich das Glück gehabt, dass ich weitere Chancen bekam.
Diese Partie war auch ganz interessant. In der Eröffnung vielleicht besser dxe4 spielen, 10... c4 schließt das Zentrum vermutlich etwas zu weit, 12... Sb6 sieht verdächtig aus. Nach f5-f6 stehen Th8 und Lf8 doof da. Aus Paranoia, der Gegner würde am KF opfern, spielte ich Kd7 um die Dame mit in eine eventuelle Verteidigung am KF zu bekommen und versuchte, Gegenspiel einzuleiten. Der Läufer hätte irgendwann nach b4 gemusst. Aber auch hier spielte ich wieder schlecht und verlor.
Gegen einen nominell leicht schwächeren Gegner bekam ich nichts aus der Eröffnung. Die Möglichkeit des Gegners, mit 8... Da5+ den Bauern auf a2 zu gewinnen, übersah ich auch. Dass die Dame in der Variante 9. Lc2 Dxa2 10. Ta1 Dxb2 11. Sd3! gefangen wird (11... Db6 12. La5 Da6 Sb4) hätte ich nicht in den Überlegungen zu 7. Se5 berechnet. Eventuell hätte ich es nach 10. Dxb2 gesehen, wenn der Gegner so gespielt hätte, bei diesem Turnier aber vermutlich eher auch nicht. Dann hätte ich irgendwann auf Sicherung der Stellung gehen müssen, anstatt leichtsinnig 28. Kf2? zu spielen. Das Motiv Sxe3 hatte ich auch nicht auf dem Schirm. Mit 35... Le5?? bekam ich meine große Chance, spielt die Stellung aber zu ungenau und dachte am Ende leichtfertig, dass das eine Festung ist. Hier hätte ich zumindest noch probieren müssen...
In Runde 5 gegen den Senior des Turniers (79 Jahre jung) wollte ich nicht den Standard-Colle-Zukertort-Angriff über mich ergehen lassen und rochierte erst einmal nicht, was sich nach 10... c5? 11. cxd5! Lxd5 12. Lb5+ (natürlich habe ich auch dies übersehen...) nicht gut auf meine Stellung auswirkt. Der Gegner hätte mehr rausholen können, baute aber vielleicht auch etwas ab. Mit 32... Ta6 nutzte ich die sich bietende Chance und kam in Vorteil. Das Leichtfigurenendspiel spielte sich dann quasi von allein.
Ohne große Vorbereitung probierte ich einfach mal einen anderen 5. Zug als in der 4. Partie. Die Stellung am Ende verdient es, weitergespielt zu werden, zum Beispiel mit f3-f4-f5 weiter am Königsflügel angreifen. Aber nach den ganzen schlechten Partien war auch kein Selbstvertrauen mehr vorhanden.
Die harmlose Eröffnung des Gegner gut neutralisert und dann dem Wunschdenken verfallen, den Bauern auf d3 rückständig zu halten. Die Abzüge des Sc3 während der Überlegungen zum 14. Zug sehr schnell als ungefährlich abgetan ohne überhaupt mal Sd5 anzusehen. So kam es, wie es kommen musste. Hope-Chess vom allerfeinsten!
Vielleicht war es einfach nur mal ein schlechtes Turnier zwischendurch. Allerdings fällt mir eine Parallele zu einem ebenfalls schlecht gelaufenen Turnier, welches ich Ostern 2009 spielte. Dort hatte ich nach der zu erwartenden Erstrunden-Niederlage gleich in zwei Partien Sieg-Chancen verspielt. Danach gelang mir keine ordentliche Partie mehr. Das Ergebnis war damals eine noch schlappere 1300er-Leistung. Bei den Turnieren, die gut gelaufen sind, gab es zumindest auf den ersten Blick keine Partien, in denen ich Chancen vertan habe. Den Chancen nachtrauern bzw. den Kopf nicht frei kriegen ist vielleicht auch eine Ursache für schlechtes Spiel in den folgenden Runden, zumal es bei 4 Partien in 7 Tagen nicht so große Abstände gibt, den Kopf ganz frei zu bekommen.
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Stratege hat geschrieben:Den Chancen nachtrauern bzw. den Kopf nicht frei kriegen ist vielleicht auch eine Ursache für schlechtes Spiel in den folgenden Runden, zumal es bei 4 Partien in 7 Tagen nicht so große Abstände gibt, den Kopf ganz frei zu bekommen.
Das kann ich absolut nachvollziehen. Mir hat es in den letzten Tagen geholfen, dass ich die Partien abends in den PC eingegeben habe, dazu die Engine mit Bewertung und Varianten im Hintergrund laufen ließ, und dann eine Klammer darum zog: "von Zug x bis y habe ich schlecht gespielt" - das einfach als Tatsache festgestellt, ohne Wenn und Aber. Es ist vermutlich hilfreich, wenn es einen Zug y gibt, an dem das Übel aufhört. Schlimmstenfalls ist es "von x bis zum Ende der Partie".
Daraus ergibt sich die Motivation, beim nächsten mal anders zu spielen. (Nicht das schlechte Spiel verbessern, sondern anders als schlecht spielen. Ist der Unterschied verständlich?)
Klingt schon mal ganz interessant. Muss sich dann halt mal bei einem Versuch zeigen, ob es damit besser geht. Allerdings werden dadurch auch Fehler in Partien aufgedeckt, die zuerst ganz okay schienen. Zu Pfingsten (also das nächste Open nach dem schlechten Oster-Turnier) hatte ich das Erfolgserlebnis, mit knapp 1500 DWZ in Runde 2 gegen einen 1700er zu remisieren. Von da an lief es gut. Wenn ich am Rechner gesehen hätte, welche Gewinnchance ich da verspielt habe, wäre es in den folgenden Runden vielleicht nicht so gut gelaufen. Oder machst du diese Analyse nur bei gefühlt schlechten Partien?
Aber okay, das schätze ich eh als einen Punkt ein, den man mit steigender Erfahrung besser in den Griff bekommt. Andere Dinge, wie dieses ständige Übersehen gegnerischer Möglichkeiten als Folge unzureichender taktischer Analyse am Brett sind gravierender und sollten eigentlich schon längst nicht mehr so deutlich auffallen. Das wird ein Arbeitsschwerpunkt sein.
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Einiges was ich dir gesagt habe, haste ja selber schon bei den Partiekommentaren geschrieben. Allerdings muss ich noch einmal wiederholen, dass du teilweise Eröffnungen zu flott spielst bzw. gegen schwächere Spieler zu sehr darauf vertraust, dass sie Fehler machen. In den Partien "zwingst" du sie aber nicht zu Fehlern, da du ein wenig zu schlaff spielst. Als Beispiel führe ich mal Partien 2+4 an. 2) Nach 3...h6 "musst" du ja eigentlich 4.e4 spielen. Stattdessen setzt du mit dem "soliden" e3 fort. Hättest du e4 gespielt, kannst du Lc1 vor die Bauernkette spielen, die Stellung eher öffnen und dem Gegner zeigen, dass h6 nicht so toll war. 4) Du spielst wieder "normale" Züge, die nicht schlecht sind, aber aus meiner Sicht wieder ein wenig kraftlos. Mit 3...c5 statt e6 kannst du den Läufer wieder vor die Kette spielen, gerade wenn er b3 gespielt hat und nichtmehr mit c4+Db3 auf irgendeine Schwächung am DF spielen kann.
Wirklich schade finde ich am Ende halt die schnelle Niederlage, ansonsten hast du zwar im Ergebniss nicht gut abgeschnitten, aber sicherlich kein schlechtes Schach gezeigt. In der Partie mit 1.e4 e6 2.De2 stehst du OK und stehst zwischenzeitlich vermutlich besser, in der vorletzten stehst du definitiv besser, aber das Remis ist in Ordnung, wenn du schlecht drauf warst.
"Ich glaube, Dir fehlt ein wenig die Forenerfahrung, um das beurteilen zu können. In den Foren, in denen ich war, z. B. Schachfeld, war das immer ein Kultthread mit bis zu 1000 Beiträgen. "
Stratege hat geschrieben:Andere Dinge, wie dieses ständige Übersehen gegnerischer Möglichkeiten als Folge unzureichender taktischer Analyse am Brett sind gravierender und sollten eigentlich schon längst nicht mehr so deutlich auffallen. Das wird ein Arbeitsschwerpunkt sein.
Mir ist vor längerer Zeit bei der kritischen Analyse meiner Partien dasselbe aufgefallen: häufiges Übersehen gegnerischer taktischer Möglichkeiten ebenso wie eigener taktischer Chancen. Darüber hinaus tendierte ich dazu, meine Stellungen zu "überziehen" (das scheint aber nicht Dein Problem zu sein).
Seit ich das erkannt habe, gehe ich in jede Partie mit dem dreifachen autogenen Vorsatz:
(1) Ich achte auf gegnerische Kombinationen und vermeide sie. (2) Ich achte auf eigene Kombinationsmöglichkeiten und nutze sie. (3) Ich spiele positionell gesundes Schach.
Diese Selbstsuggestion ist bei mir recht wirksam, seitdem hat sich meine Fehlerquote deutlich gesenkt. Es ist schon eine wichtige Erfahrung zu sehen, dass man viele Partien einfach dadurch gewinnen kann, dass man gravierende eigene Fehler vermeidet, also gar nicht irgendwelche sensationell tiefsinnigen Pläne/Angriffe etc. erfinden muss, sondern "einfach nur" weniger Fehler macht als der Gegner und positionelle/taktische Fehler des Gegners nutzt.
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Edit: Tobi hat natürlich ebenfalls recht. Man muss dem Gegner auch Probleme stellen, damit er Fehler macht. Nach meiner Erfahrung funktioniert da ein anhaltendes Druckspiel ganz gut - oder natürlich Positionen, die man besser kennt als der Gegner. Das betrifft dann die effiziente Eröffnungsvorbereitung.
Wenn du dich verbessern willst, solltest du alle deine Partien auf jeden Fall gründlich analysieren; Lücken im Repertoire schließen. Stategisch spielst du angemessen ,aber du verlierst taktisch, weil du nicht tief genug rechnest.