lovo hat geschrieben:Bereits nach 2 Zügen war ich aus der Theorie raus.

Und spätestens nach
14... Ta3 war mir klar: "Das wird heute nix mehr.". Daran sollte dann auch der nachfolgende wilde Angriff eigentlich nichts ändern. Dachte ich. Bis gestern! Offensichtlich hatte ich damals aber zu früh aufgegeben - behaupten zumindest die heutigen Engines. Natürlich war mein Angriff mit "fingers crossed" gespielt. Natürlich war er zum Scheitern verurteilt. Die Engines schlagen zum Beispiel
26... Txe3+ mit durchschlagendem schwarzen Angriff vor. Stattdessen scheint der Weiße nach
26... Kh8?? wohl tatsächlich noch Remischancen zu haben, oder? Einfach in der Endstellung mit
31.De5 auf Dauerschach spielen.
Aber damals hatte ich meinen König schon kurz vor dem Matt gesehen und war eben noch nicht so cool wie heute.

Niemals aufgeben, niemals kapitulieren!
- Cmdr. Peter Quincy Taggart
In so einer Stellung aufgeben bringt nun wirklich nichts. Du bist materiell nicht sonderlich im Nachteil, und es ist keine triviale, forcierbare Gewinnmöglichkeit in Sicht.
Selbst, wenn dir hier nichts gegen die kombinierten Drohungen einfällt, solltest du dir klar machen, dass DU am Zug bist. Dir bleibt somit immer die Möglichkeit eines prophylaktischen Sidesteps, der Zug der einem hier ja geradezu ins Auge springt ist
31.Kd2 . Im Gegensatz zu den Varianten Td1 und De5 (die vermutlich stärker sind, aber darum gehts mir ja garnicht) gibt es hier zum ersten kein Schach und zum zweiten keine unmittelbar forcierte Zugfolge für den Schwarzen, er muss im Gegenteil immer aufpassen dass er nicht in eine forcierte Dauerschachkiste reingerät. Das ist v.a. ein praktischer Tip, der die Beweislage der Gewinnstellung auf den Gegner überträgt. Nicht wenige brechen hier komplett ein, da eine unglaubliche Menge an Schachspielern (vergleiche mit Yermolinskys Anmerkungen) schon aufgrund ihrer grundsätzlichen Einstellung nicht dazu in der Lage ist, eine Partie auch gegen unvorhergesehenen Widerstand zu gewinnen.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.
However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson