linkinkevs Turnierpartien

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

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Beitragvon linkinkev » Sa 8. Mai 2010, 22:59

Dann starte ich auch mal hier einen Thread mit meinen Turnierpartien.



Da ich gegen Französisch öfter mal Abtauschvariante spiele, war ich natürlich nicht so begeistert, daß mein nominell schwacher Gegner auch eben diese Eröffnung entkorkte. Ich stieg also kurzfristig zu einem halben Königsindischen Aufbau über.

Im weiteren Verlauf konnte ich d4 durchsetzen und dank meines Gegners konnt ich dieses wichtige Feld auch direkt so besetzen, daß ich einen Bauern gewann. Als dann sehr viel abgetauscht wurde konnte ich noch einen Bauern ergattern. Schließlich wurden auch noch die letzten Türme getauscht ,so war es dann nur noch eine Frage der Technik( wobei es sicher schneller gegangen wäre)

Nächstes Mal gibts ne anspruchsvollere Partie. Versprochen :D
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Sa 15. Mai 2010, 19:22



Wie schon in der obrigen Partie konnte mein Gegner die Konsequenzen eines Generalabtausches nicht überblicken, sodass ich abermals in einem trivial gewonnenen Endspiel landete.

Alles andere als einfach war für mich die Eröffnung. Für die ersten 14 Züge brauchte ich etwa 75 Minuten (mein Gegner auch :o ).

Ich hatte nach 9. ... c5 deutlichen Vorteil für mich erwartet (Vor allem mein starker schwarzfeldriger Läufer). Aber irgendwie schien das Alles nicht wirklich durchzuschlagen. Nach Ld3 musste ich erstmal ziemlich schlucken, weil ich dachte, ich hätte jetzt meinen ganzen schönen Vorteil verspielt (Drohung: Lxg6). Hier sieht man übrigens, dass langes Nachdenken doch hilft. In dieser Phase waren bis auf wenige Ausnahmen (Le6) alle Züge auch von der Engine so vorgeschlagen.

Mit 16. f5? stellte mein Gegner einen Bauern ein, weil er 17. ... Sd4 übersah.


Ich hatte vor allem lange an 12. ... a5 überlegt, aber nach der Variante 12. ... a5 13. Sc3 a4 14. Sd5 Dd8 15. Sd4 fand ich die weiße Stellung aktiver und den Bauern auf a4 eine potentielle Schwäche.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Sa 12. Jun 2010, 21:03

Heute spielte ich 2 Partien im Rahmen der Stichkämpfe für die Jugendverbandsliga Ruhrgebiet. Bedenkzeit war eine Stunde pro Spieler.



In der ersten Runde hatte mein Gegner die Ruhe weg und verlor den Überblick über die Zeit. Bereits der Bauerneinsteller 19. ... Se5 geschah in Zeitnot.



Bei der Eröffnung entstand eine dynamische Stellung, bei der Weiß am Köngisflügel und Schwarz am Damenflügel agiert.
Der einzige Angriff, der noch vielversprechend war, war meiner, als mein Gegner eine Doppeldrohung übersah ( 20. Dc5), was ihm eine Qualle kostete.
Mein Gegner versuchte noch die Flucht nach vorne, wurde aber ausgekontert und verlor dann die Dame, was er aufgab.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Fr 18. Jun 2010, 23:00



Dann dieses Mal eine etwas ausführlichere Analyse:

3. exd5 - Ich kann mich weder mit den "normalen" Systemen, noch mit dem KIA so richtig anfreunden, deswegen der Abtauschfranzose.

5. Lf4 - wenn mein Gegner nicht 4. ... Ld6 spielt, kommt immer der Läufer auf diese Diagonale.

6. Sc3 - droht 7. Sb5

7. Sge2 - Ich stelle den Springer immer gern auf e2 um auf ein eventuelles Lg4, f3 zu haben.

9. ... Le6 - halte ich für fragwürdig, den Läufer über g4-h5-g6 abtauschen sollte stärker sein.

10. Sg3 - Idee Sf5

11. Sf5 - nimmt dem Gegner das Läuferpaar (Drohung 12. Sd6)

13. Txe8 - Ich wollte keinen Doppelbauern auf der c-Linie, der mit Sb6-c4 ausgenutzt werden konnte. Eine andere Möglichkeit wäre wohl Ld2 und a3 gewesen. Da ich den Läufer auf f4 aber als Ideal ansah, der Turmtausch mit anschließendem Se2.

16. Sg3 - langsam bewegen sich alle Figuren Richtung Königsflügel

18. Ld3 - Das Läuferpaar will ich um jeden Preis behalten.

19. Dc2 - Eine weitere Figur die zum Königsflügel schielt.

21. h4 - da eigentlich alle Figuren schon am Königsflügel postiert sind, dachte ich es wird Zeit für einen Bauernhebel.

21. ...h5? - bereits bei h4 war mir klar, dass dieser Zug eigentlich nicht funktioniert. Eine Idee wäre wohl Se4 gewesen mit Generalabtausch.

22. Lxg6! - fxg6 funktioniert nicht (22. ... fxg6 23. Dxg6+ Kh8 24. Lxd6)

22. ... Dg4 - diesen Zug hatte ich völlig übersehen, und als er kam war ich mir meines Vorteils nicht mehr sicher, da 2 Figuren hingen. Mir fiel nichts besseres ein, also:

23. Lxd6 Lxd6 24. Txe8 Sxe8 - sorgt für einen Großabtausch, was mir mit meinem Mehrbauern doch eigentlich helfen sollte. Problematisch ist allerdings der überstarke schwarze Läufer auf d6
.
26. De2 - hier hatte ich auch über 26. Df5 nachgedacht, sah aber auf Sf6 kein zufriedenstellendes Ergebniss. Erst der PC spuckt 26. Df5 Sf6? 27. Dc8+ Kh7 28. Dxb7! Sxh5 29. Dxf7+ aus (was ich im Nachhinein betrachtet hätte sehen müssen).
26. De2 sorgt wohl für eine Remisstellung wie im Partieverlauf.

In der Endstellung sah ich mich eher im Nachteil (bei einer sehr großen Remisbreite), weswegen ich für das Remisangebot recht dankbar war
Zuletzt geändert von linkinkev am Di 22. Jun 2010, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon Stratege » Sa 19. Jun 2010, 00:28

Zum Anfang der Partie: Deine Eröffnung hat gar keinen Biss, wobei es für so einen Gegner immer noch reichen sollte, weil es später immer noch Chancen gibt. Auch im Abtauschfranzosen gibt es gute Möglichkeiten für druckvolleres Spiel: Entweder mit einem frühen c4 oder mit Sg1-f3-e5 mit nachfolgendem f2-f4. Das zweite wurde im vorletzten Jahrhundert von Paul Morphy gespielt und kann auch heutzutage noch brandgefährlich werden.

Zum Ende der Partie: 22...Dg4 und 23. Lxd6 verdienen auch ein Fragezeichen. Ansonsten kann sich als stärkerer Spieler auch im ausgeglichenen Endspiel noch ein paar Züge zeigen lassen.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon elvis » Sa 19. Jun 2010, 03:45

Die Eröffnung ist in der Tat harmlos. Nach 6 Zügen hat Schwarz Ausgleich. Das ist aber egal, weil auf unserem Niveau Partien normalerweise nicht in der Eröffnung, sondern im Mittelspiel entschieden werden.
Was mich zum ersten Kritikpunkt bringt: Du machst dir in deinem Kommentar viele Gedanken um normale Eröffnungs- bzw. Entwicklungszüge. Der Aufwand, den du darauf verwendest, könnte anderswo fehlen.

Zweitens: "5. Lf4 - wenn mein Gegner nicht 4. ... Ld6 spielt, kommt immer der Läufer auf diese Diagonale." Das scheint mir zu schematisch. Was macht der Läufer auf dieser Diagonale? In dieser Partie lange Zeit nichts (er verhindert nicht mal, dass Schwarz doch noch Ld6 spielen und den Läufertausch anstreben kann). Das erste, was der Lf4 hier "bewirkt", ist, dass er mit 22...Dg4 angegriffen wird, und das nächste ist, dass du ihn widerwillig abtauschst. Also, Hausaufgabe: Mach dir Gedanken darüber, weshalb dein Läufer auf f4 gut steht und was er aktiv (bzw. bei Bedarf als Verteidigungsfigur) bewirken kann.

"9. ... Le6 - halte ich für fragwürdig, den Läufer über g4-h5-g6 abtauschen sollte stärker sein." Dem würde ich nicht ohne weiteres zustimmen. Das Manöver Lg4-h5-g6 kostet drei Tempi und Schwarz nimmt einen Doppelbauer am Königsflügel in Kauf, um den Ld3 abzutauschen. Ist das soviel Wert? Oder anders gesagt, ist der Ld3 so gefährlich? Natürlich hat Weiß die Standard-Drohungen auf h7/g6, aber denen kann Schwarz begegnen. - Hausaufgabe (optional): Welchen Vorteil aus schwarzer Sicht hat 9...Lg4 10.f3 Lh5 11.Sg3 Lg6 12.Lxg6 fxg6 (oder ...hxg6) gegenüber 9...Le6?

"11. Sf5 - nimmt dem Gegner das Läuferpaar" "18. Ld3 - Das Läuferpaar will ich um jeden Preis behalten." Das wirkt, jedenfalls in dieser Kurzform, wiederum zu schematisch. Also, noch eine Hausaufgabe: Welchen Wert hat das Läuferpaar konkret in dieser Stellung? Was kannst bzw. willst du damit anfangen? Und welchen Vorteil beziehst du daraus, dass dein Gegner kein Läuferpaar mehr hat?

"21. h4 - da eigentlich alle Figuren schon am Königsflügel postiert sind, dachte ich es wird Zeit für einen Bauernhebel." Das war vielleicht übereilt. Schwarz kann mit 21...Sfe4 oder 21...Dg4 antworten und dabei den Umstand ausnutzen, das h4 ungedeckt ist. (Was nicht heißt, dass h4 in jeder Variante geschlagen werden kann. 21...Dg4 22.Dc1 Dxh4? (korrekt wäre 22...Lf8) 23.Lg5 Dg4 24.Txe7 Txe7 25.Lxf6 +/-.)

"22. ... Dg4 - diesen Zug hatte ich völlig übersehen, und als er kam war ich mir meines Vorteils nicht mehr sicher, da 2 Figuren hingen. Mir fiel nichts besseres ein, also: 23. Lxd6" Besser war (und das müsste dir der PC auch ausspucken) 23.Lg5! Mit dreifachem Effekt: Der Lf4 hängt nicht mehr, h4 ist gedeckt, und der Lg6 kann nicht geschlagen werden - das der nicht wirklich "hängt", war dir doch schon klar, als du auf g6 genommen hast. (23...fxg6? 24.Dxg6+ Kh8 25.Txe7 Txe7 26.Lxf6+). Auch bei bester Verteidigung kommt Schwarz nicht ohne Materialverlust aus der Affäre, zwei Bauern sind das Minimum, was du gewinnst.
Der Knackpunkt ist vermutlich, dass du von Dg4 überrascht wurdest und vor Schreck nicht alle Möglichkeiten geprüft, sondern zu schnell und falsch reagiert hast. - In unserem Bezirks-Mitteilungsblatt hat der Vorsitzende in seiner großen Weisheit die letzten freien Seiten genutzt, um verschiedene Trainigsmaterialien abzudrucken, darunter ein paar allgemeine Ratschläge, von denen einer hier passt:
Was mache ich, wenn der Gegner einen überraschend (scheinbar?) starken Zug spielt?
Oft entscheidet nicht der erste, sondern der zweite und dritte Fehler. Nach einer Überraschung gilt es daher, zuerst wieder Ruhe zu gewinnen. Also, sofern die Zeit das zulässt: Sauerstoff tanken! Abstand zur Partie gewinnen! UND Keinesfalls sofort ziehen!


"In der Endstellung sah ich mich eher im Nachteil" Das würde ich auch so sehen, wobei 29.Df2 den Unterschied zwischen einem minimalen Vorteil und einem minimalen Nachteil ausmacht. Nach 29.Df2 hast du keine aktiven Möglichkeiten mehr.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Sa 19. Jun 2010, 09:17

Zweitens: "5. Lf4 - wenn mein Gegner nicht 4. ... Ld6 spielt, kommt immer der Läufer auf diese Diagonale." Das scheint mir zu schematisch. Was macht der Läufer auf dieser Diagonale? In dieser Partie lange Zeit nichts (er verhindert nicht mal, dass Schwarz doch noch Ld6 spielen und den Läufertausch anstreben kann). Das erste, was der Lf4 hier "bewirkt", ist, dass er mit 22...Dg4 angegriffen wird, und das nächste ist, dass du ihn widerwillig abtauschst. Also, Hausaufgabe: Mach dir Gedanken darüber, weshalb dein Läufer auf f4 gut steht und was er aktiv (bzw. bei Bedarf als Verteidigungsfigur) bewirken kann.


Der Läufer hat auf f4 in eigentlich jeder Partie mit der guten Diagonale gute Felder besetzt und zieht auch immer einige "Halbdrohungen" mit sich. z.B. (7. Sb5 - c7 oder auch 12. Sd6, was zum Abtausch des Läuferpaars führte [was ich aber wohl nochmal bearbeiten muss :) ] )

"9. ... Le6 - halte ich für fragwürdig, den Läufer über g4-h5-g6 abtauschen sollte stärker sein." Dem würde ich nicht ohne weiteres zustimmen. Das Manöver Lg4-h5-g6 kostet drei Tempi und Schwarz nimmt einen Doppelbauer am Königsflügel in Kauf, um den Ld3 abzutauschen. Ist das soviel Wert? Oder anders gesagt, ist der Ld3 so gefährlich? Natürlich hat Weiß die Standard-Drohungen auf h7/g6, aber denen kann Schwarz begegnen. - Hausaufgabe (optional): Welchen Vorteil aus schwarzer Sicht hat 9...Lg4 10.f3 Lh5 11.Sg3 Lg6 12.Lxg6 fxg6 (oder ...hxg6) gegenüber 9...Le6?


Der Läufer ist definitiv eine der schwächsten Figuren von Schwarz (allein schon wegen der vielen weißfeldrigen Bauern von Schwarz) , während der weiße Läufer auf der b1-h7 - Diagonalen praktisch Ideal steht. Von daher finde ich einen Abtausch durchaus legitim.

Eine andere schwarze Möglichkeit wäre, den Läufer auf c8 stehen zu lassen. Le6 ist und bleibt für mich ein Tempoverlust, da der Läufer hier nicht mehr macht als auf c8 sondern eher als Angriffsfläche für Weiß dient und die wichtige e-Linie verstopft. Entweder man strebt den Tausch an, oder man lässt den Läufer erstmal stehen.

"11. Sf5 - nimmt dem Gegner das Läuferpaar" "18. Ld3 - Das Läuferpaar will ich um jeden Preis behalten." Das wirkt, jedenfalls in dieser Kurzform, wiederum zu schematisch. Also, noch eine Hausaufgabe: Welchen Wert hat das Läuferpaar konkret in dieser Stellung? Was kannst bzw. willst du damit anfangen? Und welchen Vorteil beziehst du daraus, dass dein Gegner kein Läuferpaar mehr hat?


Das habe ich tatsächlich unpassend ausgedrückt, weil es zu schablonenhaft ist, ABER in dieser Stellung haben beide Läufer auf f4 und f5 sehr gute Diagonalen und auch auf d3 ist der Läufer noch wichtig. Dabei geht es hier nicht konkret um "das Läuferpaar" sondern die, einzeln für sich starken Läufer. Das einzige Problem, dass ich sehe ist, dass ich 3 Tempi verwendete (Se2-Sg3-Sf5) nur um die schwächste schwarze Figur zu tauschen.

"21. h4 - da eigentlich alle Figuren schon am Königsflügel postiert sind, dachte ich es wird Zeit für einen Bauernhebel." Das war vielleicht übereilt. Schwarz kann mit 21...Sfe4 oder 21...Dg4 antworten und dabei den Umstand ausnutzen, das h4 ungedeckt ist. (Was nicht heißt, dass h4 in jeder Variante geschlagen werden kann. 21...Dg4 22.Dc1 Dxh4? (korrekt wäre 22...Lf8) 23.Lg5 Dg4 24.Txe7 Txe7 25.Lxf6 +/-.)


Was soll ich sagen? Dg4 und Sfe4 (warum nicht Sde4) wären stärker gewesen.

"22. ... Dg4 - diesen Zug hatte ich völlig übersehen, und als er kam war ich mir meines Vorteils nicht mehr sicher, da 2 Figuren hingen. Mir fiel nichts besseres ein, also: 23. Lxd6" Besser war (und das müsste dir der PC auch ausspucken) 23.Lg5! Mit dreifachem Effekt: Der Lf4 hängt nicht mehr, h4 ist gedeckt, und der Lg6 kann nicht geschlagen werden - das der nicht wirklich "hängt", war dir doch schon klar, als du auf g6 genommen hast. (23...fxg6? 24.Dxg6+ Kh8 25.Txe7 Txe7 26.Lxf6+). Auch bei bester Verteidigung kommt Schwarz nicht ohne Materialverlust aus der Affäre, zwei Bauern sind das Minimum, was du gewinnst.


Der Computer spuckt 23. Lh7+ aus, was ich aber net verstehe. Lg5 sieht er aber auch als nahezu gleichwertig an (~ +1)

"In der Endstellung sah ich mich eher im Nachteil" Das würde ich auch so sehen, wobei 29.Df2 den Unterschied zwischen einem minimalen Vorteil und einem minimalen Nachteil ausmacht. Nach 29.Df2 hast du keine aktiven Möglichkeiten mehr.


Es kommt jetzt noch 30. De1 um die Drohung Dc1 abzuwehern.Auch @ Stratege Ich habe hier noch etwas gerechnet. Das Problem ist, dass die Dame auf der e-Linie bleiben muss um ein Dauerschach oder einen Bauernverlust zu verhindern. Folglich kann ich keinerlei Vorteil erlangen und das Remis ist, auch gegen einen 1200er völlig gerechtfertigt. Schwarz hat einen Plan indem er mit dem König nach vorne läuft. Aber was macht Weiß? Schwarz ist hier eher am Drücker als ich.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon Peloton » Sa 19. Jun 2010, 10:39

Ich kann mich eigentlich nur dem Grundtenor von Elvis anschließen: Du spielst in dieser Partie oft für's Schaufenster (wobei Deine positionellen Beschreibungen nicht verkehrt sind), vergisst dabei aber echte Drohungen zu generieren. Ich habe einige Erfahrungen damit, wie man den Abtauschfranzosen auf Gewinn spielen kann. Die Stellung ist symmetrisch, nur oberflächliche Positionszüge reichen meist nicht aus. Da kommt meist dann eine Stellung raus, die zwar leicht besser für Weiß, aber aufgrund der Symmetrie kaum zu gewinnen ist. Ich empfehle Dir diese Partie mal ohne Engine zu analysieren um ein Gespür für die verschiedenen Komplexitätsgrad der verschiedenen Varianten zu bekommen.
Konkret zur Partie:
5. Lf4 Kann man eigentlich nicht kritisieren. Der steht da gut. Allerdings würde ich den trotzdem nicht ziehen. M.E. übt dieser Zug keinen richtigen Druck aus und in der weiteren Partiefolge zeigst Du auch nicht, mit welcher Aufgabe Du den Läufer nach f4 geschickt hast. Aber das ist auch ein Stück weit Geschmackssache.

7. Sge2 und 11. Sf5 Der ganze von Dir angewendete Plan Sge2-Sf3-f5 wirkt auf mich etwas hastig ausgeführt. In dieser Form geradezu harmlos. Schwarz könnte davon abgesehen auch 10...g6 spielen, dann hätte Weiß lieber einen Springer auf f3. Wobei die Idee mit Sf5 an sich, nicht verkehrt ist, jedoch sollte Weiß damit warten bis bessere Umstände vorhanden sind. Also ich würde daher eher erstmal das normale 7. Sf3 vorziehen, überdeckt auch auch d4, der insbesondere nach Sg3 etwas anfällig für Gegenspiel ist.

Die Phase nach dem etwas krummen 14...Sb6?! spielst Du ganz ordentlich und es gelingt Dir eine leichte Initiative aufzubauen.

23. Lxd6 Der Punkt ist nach 23. Lh7+, dass nach Sxh7 Lxd6 der Te8 nicht gedeckt ist und danach steht Weiß wirklich klasse, um nicht zu sagen nahe am Gewinn.
"Chess is not a game for fun!", Anna Sharevich, während sie die Finals des Weltcups kommentierte.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Fr 2. Jul 2010, 23:26

Nach dem Remis in der letzten Runde und dem nachfolgenden Blitzsieg, spielte ich nun das Halbfinale.




Zur Partie:

Warum 4. ... Sxe4 nicht geht dürfte jedem klar sein.
Nicht ganz so klar war mir dann 6. ... Sxe4. Überlegt hatte ich hier 6. ...Sxe4 7. d5 Da5+ 8. Sc3 Sxc3 9. bxc3 Se5 wo mir die Stellung nicht so recht zu gefallen schien.

Im weiteren Verlauf hatte ich mehr und mehr das Gefühl, dass mein Gegner relativ planlos gespielt hat und viele "Abwartezüge" spielte. Dazu zähle ich 10. a3, 11. h3 und 14. Se2.

Mein Aufbau am Damenflügel mit dem vorgerückten Bauern b4 gefiel mir sehr gut und als ich mit Tc8 und Dc7 Druck aufbauen konnte, dachte ich schon ich wär im Vorteil. Doch so recht ging es am Damenflügel nicht weiter.

Die Partie plätscherte noch ein bisschen weiter, bis mein Gegner dann einen Mattangriff sah, der aber nicht funktionieren wollte. Ich hätte mich besser verteidigen können, aber ich hab immer wieder Mattbilder gesehen, die sich aber nur als Fata Morgana erwiesen. Allerdings hätte mein Gegner noch 29. Lh8 spielen müssen um wenigstens noch den Hauch einer Chance zu haben (29. Lh8 Kxh8 30. Sxf7+ Kg8 31. Sxd8 Texd8).

Da er dies nicht spielte, dauerte es dann nicht lange, bis er aufgab.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon JerryCotton » Sa 3. Jul 2010, 11:12

Zunächst einmal wunder ich mich über deine Eröffnung Linkin. Ich kenne das nicht. Ist das nicht so ungefähr Französisch mit 2 Minustempi?
Ich denke die weißen Damenzüge und h3 sind überflüssig.
Wenn es weiß gelingt den Damenflügel abzuriegeln, könnte es nach meiner ersten Einschätzung dennoch unangenehm für dich aussehen.
Spielt Weiß irgendwann z.B. 22.a4 ist der gesammte Damenflügel abgeriegelt. Und es wird schwierig für dich die Figuren wieder ins spiel zu bringen.
Mich wundert dein ganzer Damenflügel Plan. Ist es in solchen Stellungen nicht eigentlich Pflicht statt b5 und Sb6, besser 0-0 und f6 zu spielen
"So ist Fussball, manchmal gewinnt der bessere." (dürfte auch fürs Schach gelten :))
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