linkinkevs Turnierpartien

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Sa 3. Jul 2010, 10:24

JerryCotton hat geschrieben:Zunächst einmal wunder ich mich über deine Eröffnung Linkin. Ich kenne das nicht. Ist das nicht so ungefähr Französisch mit 2 Minustempi?
Ich denke die weißen Damenzüge und h3 sind überflüssig.


Das ist im Prinzip Französisch-Durchzug. Damit kenne ich mich aber Null aus, da müssen die Franz-Experten ran.
7. d5 führt zu eben dieser "Durchzugs-"Struktur, allerdings wollte ich meinem Gegner auch nicht einfach das Zentrum überlassen.

JerryCotton hat geschrieben:Wenn es weiß gelingt den Damenflügel abzuriegeln, könnte es nach meiner ersten Einschätzung dennoch unangenehm für dich aussehen.
Spielt Weiß irgendwann z.B. 22.a4 ist der gesammte Damenflügel abgeriegelt. Und es wird schwierig für dich die Figuren wieder ins spiel zu bringen.
Mich wundert dein ganzer Damenflügel Plan. Ist es in solchen Stellungen nicht eigentlich Pflicht statt b5 und Sb6, besser 0-0 und f6 zu spielen


22. a4 geht nicht.
Bei 0-0 und f6 wird e6 rückständig, oder net?

JerryCotton hat geschrieben:Der mit 21. Sh5 gestartet Angriff schaut gefährlich aus. Hast du das mit Engine gechecked?


Ja hab ich, da geht keine Gefahr von aus, wenn man die richtigen Züge spielt, wobei ich mir sicher bin, dass ich die besten Züge auch nach ner Stunde überlegen nicht gefunden hätte. :D

Bessere Verteidigung: 22. Lh6? Sb4 23. De3 Sxa2 24. Sf6 Lxf6 25. exf6 Sd7! 26. Lg7 Dxc2 27. Dh6 g5 -+

Aber wie gesagt, nehmen auf c2 sah ich immer wieder Mattbilder.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Sa 24. Jul 2010, 10:06



Zur Eröffnung sag ich diesmal nicht so viel. Ich denke bis 9. ... Le7 ist alles nicht unbedingt Theorie aber logisch.

10. h4 - Ich hatte hier gedacht, dass er nur h6 oder h5 spielen konnte, wonach ich mit Ld3 den Läufer tauschen würde und am Königsflügel arbeiten könnte. Dann kam allerdings 10. ... Sd5 und mir wurde bewusst, was für eine Schwäche ich mir da eingebrockt habe. 11. Lxd5 war zwar in meinen Berechnungen der einzige Zug, der kein Material verliert, gibt dem Gegner aber das Läuferpaar, was später noch sehr unangenehm wurde.

14. ...Sb6 15. b3 - Ich wollte den Springer auf keinen Fall nach c4 (Sc4-Db6-Ba5 etc.) lassen, auch wenn das auch den Damenflügel ein bisschen öffnet.

17. Le5 - In meinen Berechnungen gab es nur 2 Möglichkeiten, darauf zu antworten
a) 17. ...f6 was mir eventuell mal Gegenspiel auf g6 gibt.
b) die Zugwiederholung 17. ... Lh4+
c) 17. ...0-0 18. h6 g6 19. Sf4 und weiß hat wieder Initiative

20. a4 - für mich schon ein vorentscheidender Fehler, weil er die schwarzen Felder am Damenflügel völlig ruiniert. Im Nachhinein, weiß ich echt nicht mehr, warum ich ihn gespielt hab. völlig planlos :shock:

21. 0-0-0 - Ich hatte hier auch über Kd2 oder Kf2 nachgedacht. Kf2 passt nicht in meine immernoch vorhandenen Königsangriff-versuche. Im Vergleich zu Kd2 aktiviert die lange Rochade den Turm noch zusätzlich, was es wohl stärker macht als Kd2.

28. Ta1 - als Variante ohne Ta1 hatte ich hier Da3+ 29.Kb1 Ta8 gesehen, daher wollte ich mit dem Turm noch eine Verteidigungsfigur aktivieren (oder besser deaktivieren ;) ). Leider macht es 28. ...c5 möglich.

30. Lc3 - Ich sah hier die Doppeldrohung Lf6, was Material kostet. Die einzige Möglichkeit die nichts verliert, war in meinen Gedanken die gespielte.

30. ...Lg5 - Ich halte trotzdem Lf6 für stärker: 30. ... Lf6 31. Ld4 (31. Lxf6 Txe3 32. Ld4 Dxc2+ -+) Txe3 -+

Als Anmerkung: Ab jetzt war mein Gegner in akuter Zeitnot, weswegen, die weiteren Züge keine große Analyse verdienen.

Allerdings ist 32. f4? völliger Unsinn und stellt bei korrektem Spiel wohl die Partie ein. In Zeitnot konnte mein Gegner dies aber nicht ausnutzen. 36. ...gxf6? schmeißt die eigentlich starke Partie zunichte.

Fazit: Völlig planloses Bauern-nach-vorne-Geschiebe, das eigentlich gut vom Gegner ausgenutzt wurde. Nur durch die Zeitnot habe ich mich gerettet und habe damit den vereinsinternen Nordpokal gewonnen. Wenn ich aber so weiterspiele, hab ich nächste Woche beim Nordhausen-Open ein echtes Problem. :?
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon Tobi » Sa 24. Jul 2010, 11:03

Lf4 und a3 gefallen mir nicht.
Du kannst eventuell seine Läuferentwicklung mit g4,h4+Sf4 bestrafen, zudem hast du Ld2 und sparst dir a3 wonach dein Damenflügel natürlich sehr zur Schwäche neigt. Dies war mein erster Eindruck zur Eröffnung ;)
"Ich glaube, Dir fehlt ein wenig die Forenerfahrung, um das beurteilen zu können. In den Foren, in denen ich war, z. B. Schachfeld, war das immer ein Kultthread mit bis zu 1000 Beiträgen. "
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon JerryCotton » Sa 24. Jul 2010, 11:41

Was gefällt dir denn an Lf4 nicht? Für mich sieht der weiße Aufbau eigentlich danach aus, dass er Dd2 0-0-0 folgen lassen möchte. Da wäre Lf4 doch ganz normal?
"So ist Fussball, manchmal gewinnt der bessere." (dürfte auch fürs Schach gelten :))
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Mi 4. Aug 2010, 12:03






Eigentlich war ich mit dem Remis in der ersten Runde zufrieden, aber wenn ich mir die verpassten Chancen ansehe, könnt ich heulen.
In der Endstellung wunderte ich mich etwas über das Remisgebot, da meine Königsflügel-Bauern schlechter sind und er das Läuferpaar hat.

Edit: Ich find den Fehler nicht...
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Do 5. Aug 2010, 16:46

Hier die Partien von mir vom Nordhäuser Schachopen Runde 2 - 4:



Ich war zu ängstlich und hab mich vom schnellen (5 Minuten für die ganze Partie) und sicheren Spiels meines Gegners verunsichern lassen.
22. ... De2 war nach dem Motto "lieber mit wehenden Fahnen untergehen.




Die Partie ging mir eigentlich ganz gut von der Hand. Das Remisangebot nach seinem 18. Td3 habe ich vorerst abgelehnt, weil ich die Stellung zumindest besser für mich zu spielen bewertet habe. Ich konnte die c-Linie besetzen und den Isolani blockieren. Als dann aber bis auf die Türme abgetauscht wurde, war das Remis wohl unvermeidlich.



Die 4. Runde lief unter dem Motto "Geschenke werden angenommen". Ansonsten gibts nicht viel zu sagen, außer dass ich in der Eröffnung ein bisschen sehr nach Schablone den Maroczy-Aufbau spielte.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Do 5. Aug 2010, 16:54

Hier die Partien von mir vom Nordhäuser Open Runde 5 - 7:



Mein Spiel mit 7. ... d5 und 9. ...e5 muss ich mir mal genauer anschauen (hab ich hier nach Gefühl gespielt). Vielleicht hab ich ja endlich was gefunden gegen den verhassten geschlossenen Sizilianer. Das Remisangebot verwunderte mich etwas, da mit Sd5 ein Freibauer geschaffen wird, den man mit c4 auch unterstützen kann. Auf jeden Fall kann/sollte Weiß hier ungefährdet spielen können. Aufgrund dessen habe ich dann auch angenommen.




Die Remise werden immer kürzer, aber wiederum sah ich in der Endstellung meinen Gegner im Vorteil, weswegen ich sein Remisgebot auch nach nur 16. Zügen annahm. Weiß hat die schlechtere Bauernstruktur, Schwarz den (zukünftigen) Läuferriesen auf g7. Der Entwicklungsrückstand wird demnächst behoben und weiß muss sich verteidigen.



Zum Abschluss des Turniers dann mein einziger dicker einzügiger Patzer. In der Folge opferte ich mutig (und wohl auch ziemlich hoffnungslos). Ich bin halt kein Fan von "langsam zusammengeschoben werden". Mit 28. ... Dg5 hätte ich meinen Gegner nochmal ins Grübeln bringen können, da man schon 29. De2 finden muss.


Fazit: Ein gutes Turnier für mich mit ca. +40 DWZ. Hoffen wir, dass es so (ausgenommen der 7. Runde) weitergeht.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon elvis » Fr 6. Aug 2010, 01:07

Merkwürdiges Turnier. Du fährst ein paar hundert km, um reihenweise Kurzremis zu machen? Ich hoffe, du hattest wenigstens sonst eine angenehme Zeit dort.

Nach deinen Kommentaren scheint mir, du solltest mehr Stellungsbewertung trainieren. Speziell solche Stellungen, in denen du Remis gemacht hast.

zur 1. Partie: In der Schlussstellung (bzw. einen Halbztug davor) gibt es für Schwarz sicher bessere Möglichkeiten als 20... Ke6. Nach diesem Zug wäre, wenn du weiterspielst, das Läuferpaar perdu, und nebenbei kannst du noch einen Bauern einsacken: 21.Lxg7 Lxg7 22.Sf4+, das sollte ausreichen, um die vermeintlichen Schwächen deiner Stellung zu kompensieren.
Vor dem 20. Zug hat Schwarz das Problem, dass dein Le5 ziemlich dominant wirkt, und deine Figuren schneller aktiv werden. Das Läuferpaar kommt dagegen vorerst nicht zur Geltung. Die Bauernstruktur am Königsflügel macht vorläufig nicht soviel aus, solange du da keinen Bauern verlierst, bekommt Schwarz keinen Hebel, um sich einen Freibauern oder eine Majorität zu verschaffen.
Natürlich kann man in dieser Stellung mit Schwarz weiterspielen, aber wenn man Vorteil erzielen will, wird das eine sehr langwierige Sache mit ungewissem Ausgang.

In der 3. Partie hätte es sich gelohnt, das Turmendspiel weiterzuspielen. Der weiße Turm steht auf d2 passiv, dein König wandert nach d5, der weiße König muss nach e3, um den Isolani zu decken, und danach hat Weiß nur noch Bauernzüge. Ohne Varianten durchzurechnen, lässt sich absehen, dass Weiß wahrscheinlich irgendwo seine Stellung schwächen muss, während du die Wahl hast, im geeigneten Moment mit deinem Turm auf die weiße Grundreihe zu ziehen und die Bauern von hinten anzugreifen.
Für meinen Geschmack sah aber schon vorher die ganze Abtausch-Aktion von deiner Seite etwas zu remis-willig aus. Wenn du Druck machen willst, solltest du nicht die Damen tauschen. 22...Db3 würde einen Bauern gewinnen, oder?

Zur 5. Partie:
linkinkev hat geschrieben:Das Remisangebot verwunderte mich etwas, da mit Sd5 ein Freibauer geschaffen wird, den man mit c4 auch unterstützen kann.
Was für ein Freibauer? Du brauchst ja nicht sofort auf d5 zu schlagen. (Rybka meint übrigens, dass Schwarz ruhig den gedeckten Freibauern auf d5 zulassen kann, man bekommt dafür gutes Gegenspiel am Königsflügel. Aber okay, das sieht nicht so offensichtlich aus, da kann man skeptisch sein.)

Zur 6. Partie:
linkinkev hat geschrieben:Weiß hat die schlechtere Bauernstruktur, Schwarz den (zukünftigen) Läuferriesen auf g7.
Der Lg7 ist so lange kein "Riese", wie du d4 kontrollierst. Mit anderen Worten: Solange wie du willst. Die schwarze Königsstellung ist kurz- oder mittelfristig angreifbar; du kannst dir aussuchen, auf welche Linie(n) du deine Schwerfiguren stellst. Der Entwicklungsvorsprung macht hier den Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung aus. Die Stellung scheint mir mit Weiß doch angenehmer zu spielen.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon linkinkev » Fr 6. Aug 2010, 07:47

Eins nach dem anderen:

elvis hat geschrieben:Merkwürdiges Turnier. Du fährst ein paar hundert km, um reihenweise Kurzremis zu machen? Ich hoffe, du hattest wenigstens sonst eine angenehme Zeit dort.


Ich hatte eine angenehme Zeit. :D Allerdings fehlt mir ein bisschen der Ansatzpunkt für deine Kritik der Kurzremisen. Ich nehme auch frühe Remisangebote an, wenn ich die Stellung schlechter bewerte, was dann natürlich deine folgende Aussage bekräfitigt ;) :
Nach deinen Kommentaren scheint mir, du solltest mehr Stellungsbewertung trainieren. Speziell solche Stellungen, in denen du Remis gemacht hast.


zur 1. Partie: In der Schlussstellung (bzw. einen Halbztug davor) gibt es für Schwarz sicher bessere Möglichkeiten als 20... Ke6. Nach diesem Zug wäre, wenn du weiterspielst, das Läuferpaar perdu, und nebenbei kannst du noch einen Bauern einsacken: 21.Lxg7 Lxg7 22.Sf4+, das sollte ausreichen, um die vermeintlichen Schwächen deiner Stellung zu kompensieren.


Nicht gesehen, sowas hätt ich natürlich weitergespielt.

Vor dem 20. Zug hat Schwarz das Problem, dass dein Le5 ziemlich dominant wirkt, und deine Figuren schneller aktiv werden. Das Läuferpaar kommt dagegen vorerst nicht zur Geltung. Die Bauernstruktur am Königsflügel macht vorläufig nicht soviel aus, solange du da keinen Bauern verlierst, bekommt Schwarz keinen Hebel, um sich einen Freibauern oder eine Majorität zu verschaffen.
Natürlich kann man in dieser Stellung mit Schwarz weiterspielen, aber wenn man Vorteil erzielen will, wird das eine sehr langwierige Sache mit ungewissem Ausgang.


Aber langfristig ist Weiß eher der, der sich verteidigen muss...

In der 3. Partie hätte es sich gelohnt, das Turmendspiel weiterzuspielen. Der weiße Turm steht auf d2 passiv, dein König wandert nach d5, der weiße König muss nach e3, um den Isolani zu decken, und danach hat Weiß nur noch Bauernzüge. Ohne Varianten durchzurechnen, lässt sich absehen, dass Weiß wahrscheinlich irgendwo seine Stellung schwächen muss, während du die Wahl hast, im geeigneten Moment mit deinem Turm auf die weiße Grundreihe zu ziehen und die Bauern von hinten anzugreifen.


Wir hatten beide kurzfristig d5 mit Isolanitausch gerechnet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Stellung Remis war.

Für meinen Geschmack sah aber schon vorher die ganze Abtausch-Aktion von deiner Seite etwas zu remis-willig aus. Wenn du Druck machen willst, solltest du nicht die Damen tauschen. 22...Db3 würde einen Bauern gewinnen, oder?


Problem ist die Grundreihe. z.B. 22. ... Db3 23. Txc2 Txc2 24. De5 h6 25. Db8+ Kh7 26. Df4 Dxb2 27. Te1.

Die Analysen zu den Partien 5 und 6 kann man so stehen lassen.
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Re: linkinkevs Turnierpartien

Beitragvon elvis » Fr 6. Aug 2010, 17:05

Die Kritik an den kurzen Remisen ist nicht grundsätzlich, sondern mehr auf dieses Turnier, dich als Spieler und die Partien bezogen.
Du fährst zu einem Turnier irgendwo weit auswärts, um dort Turnierpartien zu spielen, und dann verbringst du einen größeren Teil deiner Zeit mit anderen Dingen, weil deine Partien so schnell enden. Aber okay, wenn du eine angenehme Zeit hattest ... 8-)

In deiner spielerischen Entwicklung (und vom Alter her) sehe ich dich an einem Punkt, wo du noch einige Fortschritte machen kannst, und vermutlich auch willst. Und da halte ich es für durchaus sinnvoll, Stellungen weiterzuspielen, solange sie noch nicht ganz tot sind, schon allein zu Übungszwecken. Nenne es meinetwegen einen festen Bestandteil deines Endspieltrainings.
Manche Trainer erteilen striktes Remisverbot (außer in trivial remisen Stellungen, z.B. K+T vs. K+T - solange noch Bauern auf dem Brett sind, wird weitergespielt, bis die Bauern abgetauscht sind). Das bringt erst einmal keine besseren Ergebnisse, aber es geht um den Lerneffekt.
Das muss man nicht so strikt sehen, aber vier kurze Remispartien in einem 7-rundigen Turnier ist schon auffällig viel. Die Partien enden in Stellungen, in denen dir offenbar noch die Sicherheit und die Erfahrung fehlt und wo du deine Chancen für aktives und vorteilhaftes Spiel am Brett nicht erkannt hast. Das ist ein Punkt, wo du dich noch verbessern kannst - und dazu hilft es, wenn du solche Stellungen hin und wieder weiterspielst.

zur 1. Partie:
linkinkev hat geschrieben:Aber langfristig ist Weiß eher der, der sich verteidigen muss...
1. ist es die Frage, ob es soweit kommt. Erst einmal ist Weiß am Drücker, und da wäre zu sehen, ob du eindeutigen Vorteil bekommen kannst, oder wenigstens die schwarzen Figuren so mit Verteidigungsaufgaben beschäftigen, dass Schwarz überhaupt nicht mehr zum Angreifen kommt.
2. Wenn das nicht gelingt, kommt Plan B: Kannst du dich so verteidigen, dass der schwarze Angriff keinen Erfolg bringt (außer wenn du unnötig patzt)? Wenn ja, kannst du gefahrlos weiterspielen.
Turnierstrategisch und vom bisherigen Partieverlauf her (war ja nicht unspannend) halte ich das Remis hier für akzeptabel. Muss man nicht annehmen, aber kann man. Was mich mehr stört, ist deine pessimistische Bewertung der Schlussstellung.

zur 3. Partie:
linkinkev hat geschrieben:Wir hatten beide kurzfristig d5 mit Isolanitausch gerechnet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Stellung Remis war.

Heißt das, d5 als nächsten weißen Zug nach dem Turmtausch? 24.Tad1 Txd2 25. Txd2 Kf8 26.d5
Nach dem Abtausch kann Weiß zunächst einen Bauern gewinnen, den Mehrbauern aber nicht halten.
26...exd5 27.Txd5 Tc1+ 28.Kh2 Tc2 29.b4 Txf2 30.Td8+ Ke7 31.Tb8 - das sollte remis werden.
Etwas besser sieht es aus, wenn Schwarz im 29. Zug nicht direkt den Bauern nimmt:
29...Ke7 30. Tf5 (30.f3? Tc3 31.a4 Tc4 -/+) 30... Tc3 31. Tg5 (31.Tf3? Txf3 32.gxf3 Ke6 - der schwarze König ist schneller am Damenflügel, schlägt a3 und gewinnt) 31...g6 - jetzt muss Weiß den einzigen Verteidigungszug 32.Ta5 finden. Der weiße Turm steht auf a5 ziemlich doof eingeklemmt, aber so kann Weiß das Remis wahrscheinlich noch verteidigen.
Allerdings ist (wie in der 6. Partie) der Abtausch auf d5 ja nicht zwingend.
25.Txd2 Kf8 26.d5 e5! nebst Königswanderung zur Mitte, f6 deckt e5, der Isolani geht nicht durch und wird früher oder später abgeholt, Vorteil für Schwarz.

linkinkev hat geschrieben:
elvis hat geschrieben:22...Db3 würde einen Bauern gewinnen, oder?
Problem ist die Grundreihe. z.B. 22. ... Db3 23. Txc2 Txc2 24. De5 h6 25. Db8+ Kh7 26. Df4 Dxb2 27. Te1

26... Dxb2 (26... f5 ist stärker, b2 läuft ja nicht weg)
27. Te1 (stärker für Weiß ist 27.Td1 f5 28.d5 Db3, das muss Schwarz sehr präzise spielen)
27...Dc3 28.Tb1 Dc7 behält den Mehrbauern.
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